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Mittwoch, 10.März 2010 12:00 Uhr
LVZ: FDP: Felcht soll Bahn auf Sparkurs halten Leipzig (ots) - Die FDP erwartet vom designierten Vorsitzenden des
Aufsichtsrates der Deutschen Bahn AG Utz-Hellmuth Felcht, den Konzern
auf Sparkurs zu halten, auch wenn dies vorerst eine Privatisierung
verhindert. "Wir haben als Koalition gesagt, dass ein Börsengang nur
dann stattfindet, wenn wir mehr Geld oder mindestens das bekommen,
was das Unternehmen Wert ist", sagte der verkehrspolitische Sprecher
der FDP-Bundestagsfraktion Patrick Döring gegenüber der Leipziger
Volkszeitung (Donnerstag-Ausgabe). "Zurzeit geben die Kapitalmärkte
eine ertragsoptimierte Teilprivatisierung aber überhaupt nicht her."

Das Unternehmen müsse dennoch privatisierungsfähig bleiben. "Wir
wollen nicht zurück zu einer defizitären Behördenbahn. Das ist auch
die Aufgabe des neuen Aufsichtsratsvorsitzenden: Den Vorstand immer
daran zu erinnern, dass die Bahnreform gemacht wurde, damit der
Bundeshaushalt entlastet wird", sagte Döring. "Ich gehe davon aus,
dass Herr Felcht den bahnpolitischen Teil des Koalitionsvertrags
vorher gelesen und Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) dies
auch vermittelt hat."

Grundsätzlich wolle die schwarz-gelbe Koalition als Eigentümer der
Bahn künftig stärker strategische Grundsatzentscheidungen fällen,
erklärte Döring. "Was steht im Mittelpunkt: Schienenverkehr in Europa
oder weltweite Logistik? Ich glaube, ich bin mir mit Bahnchef Rüdiger
Grube einig, dass zurzeit das Brot-und-Butter-Geschäft der
Schienenverkehr in Europa ist. Der Transport von Containern von
Hamburg nach Japan eher nicht."

Der FDP-Verkehrsexperte hält den 63-järigen Vorruheständler Felcht
für die richtige Besetzung als Aufsichtsratvorsitzender, auch wenn
dieser früher in der Chemieindustrie tätig war. "Ich empfinde es
nicht als Makel, dass er bisher wenig mit der Transport- und
Logistikbranche zu tun hatte." Dies ermögliche einen neuen Blick auf
die Dinge. "Wir waren uns in den Vorgesprächen einig, dass man einen
amtierenden Vorstandsvorsitzenden für diese Position kaum zumutbar
gewinnen kann. Denn das ist eine Menge Arbeit und zeitlich nicht zu
schaffen."

Originaltext: Leipziger Volkszeitung
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Leipziger Volkszeitung
Büro Berlin

Telefon: 030/233 244 0


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