Mittwoch, 10.März 2010 15:50 Uhr
Brähmig: Kritik an Vertriebenen-Stiftung unverständlich
Berlin (ots) - Anlässlich der jüngsten Kritik an der "Stiftung,
Flucht, Vertreibung, Versöhnung" und der Rücktritte von Kristina
Kaiserová und Helga Hirsch aus dem Wissenschaftlichen Beraterkreis
erklärt der Vorsitzende der Gruppe der Vertriebenen, Flüchtlinge und
Aussiedler der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Klaus Brähmig MdB:
Die Gruppe der Vertriebenen in der CDU/CSU-Bundestagsfraktion
setzt sich nach wie vor dafür ein, dass sich an der Stiftung
ausländische Experten beteiligen. Damit wird der internationale
Aspekt von Flucht und Vertreibung herausgestellt. Wir unterstützen
ausdrücklich das Vorhaben von Staatsminister Neumann, im Zuge der
Novellierung des Stiftungsgesetzes auch den Wissenschaftlichen
Beraterkreis neu zu bilden sowie zu erweitern.
Der Rückzug der beiden Historiker Kristina Kaiserová und Helga
Hirsch aus dem bisherigen Wissenschaftlichen Beraterkreis ist für uns
unverständlich. Dies gilt auch für die jüngste Kritik an der
Stiftung. Sie stellt einen Versuch dar, das Projekt zu
diskreditieren.
So werfen Wolfgang Thierse und Angelica Schwall-Düren ausgerechnet
der Bundesregierung die "einseitige Besetzung" der Stiftungsgremien
vor, obwohl gerade Frau Schwall-Düren als bisheriges
Stiftungsratsmitglied über die Berufung der Vertreter des
Wissenschaftlichen Beraterkreises mitentschieden hat.
Der Vorwurf der einseitigen Politisierung trifft nicht zu. Auch
der grundsätzliche Vorbehalt gegenüber der Stiftung, hier werde
Geschichte umgeschrieben oder der Zweite Weltkrieg neu interpretiert,
entbehrt jeglicher Grundlage.
Der Bundestag hat 2008 mit den Stimmen der SPD den Stiftungszweck
unmissverständlich festgelegt, "im Geiste der Versöhnung die
Erinnerung und das Gedenken an Flucht und Vertreibung im 20.
Jahrhundert im historischen Kontext des Zweiten Weltkrieges und der
nationalsozialistischen Expansions- und Vernichtungspolitik und ihrer
Folgen wachzuhalten."
Der Vorwurf, auch des Historikers Erich Später, die Konzeption der
Stiftung diene nun dem Bund der Vertriebenen - der zudem nur sechs
von 21 Stiftungsratsmitgliedern stellen soll - dazu, "eine
alternative Sicht des Zweiten Weltkrieges, der Shoa und des
Vernichtungskriegs zu installieren", ist daher reinster Unfug und
einer sachlichen Debatte vollkommen abträglich.
Angesichts der verantwortungsvollen Aufgabe, das zentrale
Gedenkvorhaben des Bundes zu Flucht und Vertreibung im 20.
Jahrhundert wissenschaftlich zu begleiten, haben mögliche persönliche
Animositäten oder eigene Interessen zurückzustehen.
Originaltext: CDU/CSU - Bundestagsfraktion
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