Archive for Oktober, 2008

Als Trader müssen Sie über ein komplettes Reportoire an Trading-Strategien verfügen, die Sie perfekt beherrschen. Die Kunst besteht darin die richtigen Strategien in den richtigen Marktphasen anzuwenden. Nur die systematische Umsetzung vieler erfolgreicher Trading-Methoden garantiert, dass der Zufall minimiert wird und ein kontinuierlicher Kapitalgewinn erzielt wird.

Heute stelle ich Ihnen ein Panik-Peak-Trade vor. Was ist ein Panik-Peak? Das ist ein schneller, erdrutschartiger Kursverlust innerhalb weniger Minuten. Eine finale Senkrechte, könnte man sagen. Die Emotionen der Börsianer kann man am Ticker regelrecht ablesen. Panisch werden große Pakete auf den Markt geworfen, obwohl die Aktie bereits an der “magischen Verlustmarke” notiert. Was ist die magische Verlustmarke? So bezeichnet man die Größenordnung, die eine Aktie normalerweise verliert, wenn sie eine starke Korrektur durchläuft. Bei liquiden deutschen Aktien liegt die magische Verlustmarke meist bei etwa -10%.

Soweit die Theorie. Auf dem Chartbild sehen Sie meine praktische Trading-Durchführung mit der Allianz-Aktie. Das Papier rutsche gleich zu Handelsbeginn nach unten und erreichte dann in einem Ausverkaufs-Peak die Marke von -10%. Es gab keine Nachrichten, die diesen Kursverlust rechtfertigen würden. Es handelte sich weitgehend um technisch motivierte Gewinnmitnahmen nach den starken Kursgewinnen in den letzten Tagen. Ich habe zu 55,90€ gekauft. Das war zwar ein Peak zu früh, aber immer noch ein guter Einstieg .Wenig später konne ich 2€ Gewinn je Aktie einstreichen.

Orderausführung Allianz

Der MasterTraders Sentiment-Indikator erreicht heute ein Allzeittief. Betrachten Sie die Tick-Reihe des Call-Put-Ratios:

31.10. 10 Uhr 0,11
30.10. 18 Uhr 0,19
30.10. 10 Uhr 0,42
29.10. 18 Uhr 0,29
29.10. 10 Uhr 0,70
28.10. 18 Uhr 0,61
28.10. 10 Uhr 0,64
27.10. 18 Uhr 0,72
27.10. 10 Uhr 0,32
24.10. 18 Uhr 0,73

Die Mehrzahl der deutschen Trader und Anleger hegen immer noch starke Untergangssehnsüchte. Der Pessimismus ist tief in den Köpfen der Marktteilnehmer tief verwurzelt. Das bedeutet es werden gerade viele Short-Positionen eröffnet. Trotzdem bleibt der Markt stabil oben liegen. Bei den nächsten positiven US-Vorgaben, steht erneut ein Kurssprung bevor.

Ich kann die Untergangssehnsüchte nicht verstehen. In meinen Augen wird sich dieser Crash als historischer Irrtum entpuppen. Die Weltwirtschaft steht vor einer weiteren Phase des gewaltigen Wachstums. China und Indien werden erst jetzt für die westlichen Hersteller große Volumenmärkte. Gestern konnten Sie im Volkswagen-Geschäftsbericht nachlesen, dass der Absatz an Fahrzeugen in China um 13,2% auf 775.406 anstieg. Asien beginnt für die westlichen Hersteller große Ergebnisbeiträge zu liefern. Das gilt für fast alle Branchen, besonders für die Maschinenbauer und für Hersteller von Luxus-Artikeln. Adidas und Hugo Boss verzeichnen in Asien zum Beispiel deutliche Zuwächse.

Ein gewaltiger Produktivitätsschub wird die westlichen Konjunkturen erfassen, wenn in 2 Jahren die ersten Elektro- und Wasserstoffautos in Serienfertigung auf den Markt kommen. Elektroautos sind vom Verbrauch kostengünstiger und viel Energieeffizienter. Es wird ein regelrechter Boom auf diese neue Technologie einsetzen. Ein weiterer ganz großer Vorteil dieser neuen Technologien wird noch kaum beachtet. Das Geld der Autofahrer fließt nicht mehr in die Geldsäcke der Ölscheichs, sondern bleibt in Deutschland. Milliarden von Euro stehen dann für zusätzlichen Konsum im Binnenmarkt zur Verfügung!

Fazit: Wir stehen vor einer großartigen Zukunft. Allein mein Wissen darüber, dass die Massen länger irrational bleiben können als der Investor liquidie, hindert mich daran mit all meinem Geld in den Markt zu gehen. Es kann auch gut möglich sein, dass diese Baisse noch ein weiteres Jahr anhält. An den langfristigen Perspektiven ändert das allerdings überhaupt nichts. 2010 bis 2020 wird als goldenes Jahrzehnt der Weltwirtschaft in die Geschichte eingehen.

Liebe Abonnenten,

ich werde hier im Blog zukünftig häufiger Nachbesprechungen einzelner Trades machen. Das hat für Sie den maximalen Lerneffekt, damit Sie meine Trading-Strategien lernen und nachvollziehen können.

Eine Strategie, die ich sehr gerne anwende, ist das sogenannte “Extreme Range Trading“. Hierbei geht es darum antizyklische Einstiegszeitpunkte für Aktien zu finden, die sich in großen Kursspannen bewegen. Starke Intraday-Trends von Aktien laufen sehr oft genau bis zum Handelsende um 17.30 Uhr. Am nächsten Tag sieht die Welt dann oft anders aus. Meine Vorgehendweise ist wie folgt:

1. Ab 17.15 Uhr schaue ich auf der TraderFox-Rebound-Matrix welche Aktien seit ihrem Tageshoch oder seit dem gestrigen Hoch am stärksten verloren haben.
2. Ich bevorzuge Aktien, bei denen es keine schlechten Nachrichten gab und die gerade sowieso volatil gehandelt werden.
3. Ein Pluspunkt ist es wenn ich den Grund kenne, warum ein Titel Intraday gefallen ist. Häufig kommt folgendes Reaktionsschema vor: Nach einer positiven Nachricht oder einem Gerücht stürzen sich dutzende Trader mit sehr kurzfristigem Zeithorizont auf die Aktie. Wenn keine Kursgewinne auftreten, verkaufen die Trader sofort wieder.
4. Ich eröffne die Position direkt oder vorzugsweise in der Xetra-Schlussauktion.
5. Wenn ich richtig liege und kein dauerhafter systematischer Verkaufsdruck vorliegt, geht es am nächsten Tag zügig nach oben.

Fazit: Am wichtigsten für das “Extreme Range Trading” ist es zu erkennen aus welchem Grund Aktien im Tagesverlauf abgestraft werden. Der Kursverall sollte auf kurzfristige Spieler zurück zu führen sein, die nur dem schnellen Geld nachjagen und somit keine Ahnung von der Aktie haben. Mit diesem Trader-Typ kann man die besten Geschäfte machen.

Ein Trading-Beispiel aus der Praxis: Volkswagen Vorzüge

Irgendwann kam vor zwei Tagen das Gerücht über den Nachrichtenticker, dass die Volkswagen Stammaktien gegen die Volkswagen Vorzüge im DAX ausgetauscht werden können. Das ist natürlich Unsinn. Viele Trader, ohne Ahnung, aber mit Gier nach schnellem Geld, haben sich darauf hin auf die Volkswagen Vorzugsaktie gestürzt. Ich haben beobachtet wie diese Trader dann ihre eingekauften Stücke alle wieder nach und nach auf den Markt warfen, weil sich keine weiteren Kursgewinne einstellten.

Zur Schlussauktion habe ich dann zu 39,93 Euro gekauft und heute die Aktie bei einem Tagesgewinn von +10% wieder zu 43,90 Euro verkauft. Ich stelle Trades gerne glatt, wenn ich in weniger als 24 Stunden 10% vorne bin.

Betrachten Sie den Volkswagen VZ Zweitages-Chart mit den Orderbestätigungen. So funktioniert “Extreme Range Trading”

Orderausführung Volkswagen VZ 2

Barack Obama als neuer US-Präsident dürfte Klima-Aktien beflügeln. Der Demokrat gibt folgende Wahlziele aus (Quelle: Financial Times):

  • Der Benzinverbruch von Autos soll in 19 Jahren um die Hälfte sinken
  • Der Anteil erneuerbarer Energien an der Elektrizitätsversorgung soll 2025 bei 25 Prozent liegen
  • Es soll ein Handel mit Emissionsrechten eingeführt werden

Um 25% des Strombedarfs mit erneuerbaren Energien zu decken, werden wohl hautpsächlich gigantische Investitionen in große Windparks fließen. Strom aus Windenergie ist in vielen Gegenden mit hohen durchschnittlichen Windstärken bereits konkurrenzfähig. Zudem gibt es in den USA kein Flächenproblem. In Texas und anderen US-Bundesstaaten, gibt es riesige, karge Flächen, die mit Windturbinen bebaut werden können.

Den arg gebeutelten Wind-Aktien dürfte das Auftrieb verleihen. Der Maktführer ist Vestas!

Das am schnellsten wachsende Unternehmen aus dem Sektor ist Nordex. Erst letzte Woche meldete der Windturbinen-Produzent, in den USA neue Werke aufzubauen. Hier sind die wichtigsten Passagen dieser Pressemitteilung:

  • Jonesboro, 24. Oktober 2008. Die Entscheidung für den Standort des zukünftigen
    US-Fertigungswerks ist gefallen: Nordex wird in Jonesboro, Arkansas, das neue
    Werk aufbauen und hier rund 100 Millionen US-Dollar investieren. In Zukunft
    sollen dort rund 700 Mitarbeiter zu einem Stundenlohn von durchschnittlich 17
    US-Dollar beschäftigt werden. Die Produktionsstätte entsteht im “Craighead
    Technology Park” auf einem rund 187 Hektar großen Gelände.
  • “Wir feiern heute einen weiteren wichtigen Schritt für unseren Bundesstaat auf
    dem Weg, sich als Standort für Unternehmen im Bereich erneuerbare Energien zu
    etablieren. Das ist der Entscheidung von Nordex zu verdanken, in Arkansas zu
    investieren”, so Mike Beebe, Gouverneur von Arkansas. “In den vergangenen Jahren
    sind in Jonesboro bereits zahlreiche hochkarätige Arbeitsplätze entstanden.
    Nordex eröffnet hier neue Wachstumsperspektiven.”
  • “Das neue Werk in Jonesboro ist ein zentraler Schritt in unserer internationalen
    Strategie. Mit dem Aufbau einer eigenen Fertigung können wir die USA, einen der
    am schnellsten wachsenden Windenergiemärkte bedienen
    und schaffen die Basis für
    unser Ziel, 20 Prozent unseres Umsatzes in den USA zu generieren”, so Thomas
    Richterich, Vorstandsvorsitzender der Nordex AG.

Liebe Leser,

es ist immer sehr undankbar wenn eine große Erholungsbewegung in den USA zwischen 20 Uhr und 22 Uhr startet. Die deutschen Märkte haben um diese Zeit bereits geschlossen und man kann sich nicht mehr in deutschen Aktien positionieren. Am nächsten Tag dann eröffnen die meisten Papiere mit gewaltigen Up-Gaps. Sie müssen in solchen Situationen sehr vorsichtig sein, denn aus dem Gefühl heraus, an dem Kursaufschwung unbedingt teilhaben zu wollen, geht man oftmals zu hohe Risiken ein. Das Chance-Risiko-Verhältnis Aktien mit Eröffnungs-Gaps etwa 10% zu kaufen, ist miserabel. Verfahren Sie lieber nach einer Eichhörnchen-Strategie. Verzichten Sie auf die ganz großen Gewinne und sammeln Sie einen kleinen Gewinn nach dem anderen.

Ich verwende an folgenden Tagen hauptsächlich folgende 3 DayTrading-Strategien

1. Gier-Peaks shorten (So bezeichne ich schnelle Kurspitzen nach oben wenn die Aktie bereits über 10% im Plus steht).
2. Zur Eröffnung zurück gebliebene Aktien kaufen, bei denen in den Tag zuvor kein systematischer Verkaufsdruck erkennbar war.
3. Starke Kursrücksetzer von den Tageshochs kaufen

Beispiele

Bijou Brigitte ist ein solides Unternehmen aus der zweiten Reihe. Heute morgen lagen in Frankfurt noch ein paar Stücke auf dem Vortagesniveau. Diese habe ich mir gleich geschnappt. Die Aktie notierte wenige Stunden später über 10% im Plus. Betrachten Sie den Intraday-Chart mit meinen Orderausführungen:

Bijou Brigitte

Der Hamburger Hafen ist eine Aktie, die sich regelmäßig aufführt wie ein trotziges kleines Kind. Wenn der DAX steigt, ziehrt sich der Hamburger Hafen meist einige Stunden, um dann doch dem vorherrschenden Trend zu folgen. Ich habe den ersten starken Rücksetzer vom Tageshoch gekauft und die anschließende Erholungsbewegung zum Ausstieg genutzt. Betrachten Sie den Intraday-Chart mit meinen Orderausführungen:

Orderausführung Hamburger Hafen

Tipp: Ein gutes Trading-Tool, um Aktien zu finden, die von ihrem Tageshoch am stärksten abgegeben haben, ist die TraderFox Rebound-Matrix.

Wie am Montag von mir geschrieben, beginnt jetzt die große Porsche-Spekulation. Im Premium-Blog habe ich Sie aufgefordert jedes bullische Kursverhalten sofort mitzugehen. Und das war vollkommen richtig. Die Aktie notiert aktuell 35% im Plus. Immer häufiger wundere ich mich über die “lange Leitung” der Börsianer neue Fakten zu interpretieren. Als die Volkswagen-Aktie vor zwei Tagen Richtung 1000 Euro abhob und bereits bekannt war, dass Porsche über Kaufoptionen verfügt, die durch den VW-Anstieg extreme Wersteigerungen eruhren, wurde die Porsche Aktie immer noch abverkauft und notierte am Montag sogar noch teilweise unter 40 Euro. Die Börsianer unterstellten dem Management es würde weitere Volkswagen-Anteile zu teuer dazu kaufen. Absurd! Bei Porsche sitzen im Management und in den Eigentümerfamilien geniale Strategen. Es wäre doch wirklich verwunderlich wenn Porsche von den Kurskapriolen um die VW-Aktie nicht prächtig profitieren sollte.

Die Deutsche Börse AG veröffentlicht täglich die aktuellen Gewichtungs-Kennzahlen der einzelnen Aktien im DAX. Die Aktie von Volkswagen wird morgen mit 27,22% gewichtet. Das bedeutet, dass sich die DAX-Entwicklung weitgehend am Kurs der Volkswagen-Aktien orientieren wird.

Wie kann man damit Geld machen? Ich überlege mir folgende Spekulation. Ich gehe short im DAX und kaufe gleichzeitig die die sechs DAX-Aktien mit der höchsten Gewichtung nach Volkswagen:

E.ON 8,99%
Bayer 6,4%
Deutsche Telekom 6,33%
Siemens 6,34%
RWE 4,72%
SAP 4,56%

Der summierte Wert der Einzelaktien muss dem Wert eines DAX-Shortzertifikates (Hebel 1) gleichen. Mit dieser Konstruktion kann man langfristig auf einen Kursverfall der Volkswagen-Aktie setzen. Vernünftige Optionsscheine um dies zu tun, gibt es ja leider nicht, weshalb man sich so einer Hilskonstruktion bedienen muss. Das größte Risiko dabei scheint mir, dass die Deutsche Börse AG den DAX-Index außerplanmäßig verändert.

Habe ich einen großen Denkfehler gemacht? Ich bitte um Kommentare….

Für solche Tage wie heute wählt man den Beruf als Trader. Es war heute morgen offensichtlich, dass die hohen Verluste in den meisten DAX-Titeln auf Marktverzerrungen mit der Volkswagen-Aktien zurück zu führen waren. Wenn solche klaren Chancen vorliegen, dann muss man zuschlagen und kassieren. Ich habe heute 28 Trades durchgeführt. 25 davon waren Gewinner. Nahezu alle DAX-Titel erholten sich zügig nach der irrationalen Preisbildung heute morgen.

Besonders gut gelungen ist mir das Timing bei der Metro-Aktie. Betrachten Sie bitte Chart und Orderbestätigungen.

metroorderausführung

Fazit: Auf den richtigen Moment warten und dann zuschlagen!

Liebe Abonnenten,

Volkswagen erreicht heute vollkommen aberwitzige 1000 Euro. Das hat zwei große Wirkungenketten:

1. Hedge-Fonds, die short auf Volkswagen spekuliert haben, müssen sich panisch eindecken und ihr restliches DAX-Portfolio verkaufen, um an Geld zu kommen. Es war offenbar ein beliebtes Spiel darauf zu wetten, dass sich der DAX langfristig besser entwickeln würde als die Volkswagen Stammaktien. Mit dieser “Scherenwette” könnte man Geld verdienen.

2. Index-Fonds, die den DAX nachbilden, müssen Volkswagen-Aktien zukaufen, weil die Gewichtung im DAX steigt. Gleichzeitig müssen alle restliche DAX-Werte verkauft werden, weil deren Gewichtung fällt.

Fazit: Ich habe heute nahezu alle DAX-Werte gesammelt, die unter -10% gefallen sind. Heute Mittag um 16 Uhr entscheide ich dann wie ich mit diesen Papieren weiter verfahre. Meine Spekulations-Ansatz lautet, dass die starke Verkäufe wirklich nur aufgrund der Verwerfungen der VW-Aktie herrühren. Sobald sich die Situation beruhigt, dürften Kursgewinne drin sein.

Wir schreiben Montag, den 27. Oktober 2008. Gerade geht der kränkste Tag der Börsengeschichte zu Ende. Volkswagen gewinnt in der Spitze über 120 Milliarden Euro an Börsenwert (+200% auf 635 Euro je Aktie) hinzu und zieht den DAX in die Pluszone. Ohne die Volkswagen-Aktien hätte der DAX heute 9% verloren und das obwohl die amerikanischen Leitdindizes momentan im Plus notieren. Die deutschen Blue Chips baden in Blut

Deutsche Postbank -25%
Deutsche Post -15%
Commerzbank -15%
Allianz -14%
Deutsche Bank -14%
Siemens -13%
Metro -12%
BASF -11%
MAN -10%
und wo weiter…

Wer bezahlt bei Volkswagen die Zeche? Die Kaufoptionen auf Volkswagen, die Porsche hält, dürften je nach Strike-Preis einem Wert von über 30 Milliarden Euro entsprechen. Irgendwelche Hedge-Fonds werden hiermit wohl gerade in die Pleite gerissen.

Die ersten deutsche Industrieaktien beginnen unter das Crashtief von 2003 zu fallen. Betrachten Sie den Langfristchart von Siemens. Eine tiefe Depression und neue Weltwirtschaftskrise wird in den Kursen eingepreist. Vermutlich wird dieser Crash als “historischer Irrtum” in die Geschichte eingehen, wenn die Weltwirtschaft in zwei Jahren wieder an Fahrt aufgenommen hat.

27
Okt

Heute fühle ich mich wie der glücklichste Trader der Welt. Glücklich, im Sinne von “Schwein gehabt”. Volkswagen steigt aktuell um 89%. Ich wäre mit meinem Shortzertifikat über das Wochenende investiert geblieben, wenn ich das im Zertifikat eines anderen Emittenten gekauft hätte. Wie es der Zufall so will, musste ich am Freitag verkaufen (siehe letzten Beitrag) und wollte am heutigen Montag auf ein anderes Shortzertifikat umschichten. Dieser Fehler bei der Zertifikate-Auswahl hat mir heute einen Totalverlust erspart. Ich konnte die gestrige Mitteilung von Porsche kaum glauben. Die gennanten Zahlen scheinen mir auch heute noch vollkommen absurd. Porsche besitzt 42,6% aller Stammaktien und 31,5% über Kaufoptionen. Das Land Niedersachen besitzt gut 20% der VW-Stammaktien. Effektiv läuft alles auf einen Freefloat hinaus, der Richtung Null tendiert. Irgend jemand muss die Kaufoptionen, die Porsche besitzt, geschrieben haben. Und das bedeutet, dass Porsche die komplette Kontrolle über den Volkswagen-Aktienkurs besitzt, solange das Land Niedersachen investiert bleibt.

Die Porsche-Aktie könnte bald zum neuen Spekulationsobjekt aufsteigen. Wenn Porsche auf die Einlösung der Volkswagen-Kaufoptionen verzichtet und statt dessen einen Barausgleich von sagen wir 400 Euro je Volkswagen Aktie akzeptiert, würde Porsche auf einmal in Geld schwimmen und der Aktienkurs nach oben schießen. Momentan fällt die Aktie von Porsche, weil der Markt davon ausgeht, dass der Autobauer die Volkswagen-Aktien effektiv zu teuer gekauft hat und behalten wird. Der faire Wert der Volkswagen-Aktie liegt bei etwa 40 Euro (siehe Vorzüge).

Ich beginne mich langsam an das Turte Trading System zu gewöhnen. Ich gehe die Signale mit kleinen Summen mit, wenn ich fundamental ebenfalls Abwärtspotenzial sehe. Die größte Chance diesbezüglich ist natürlich immer noch die Volkswagen-Stammaktie. Das Shortsignal habe ich mit einem Hebel2-Zertifikat von L&S nachgebildet. Betrachen Sie den Screenshot meiner Orderausführung. Das Shortzertifikat steht aktuell fast 40% höher. Nachher werde ich verkaufen, weil mir das Emittentenrisiko unheimlich ist und eventuell nächste Woche auf ein Zertifikat der HSBCI umschichten. Abwärtspotenzial dürfte die VW-Aktie noch reichlich haben. Die Vorzüge notieren heute 20% tiefer bei nur noch 43 Euro. Der Bewertungsaufschlag in ein Stämmen macht keinen Sinn mehr, weil Porsche zu den Preisen die Beteiligung wohl kaum weiter ausbauen dürfte.

Orderausführung_VW

Auch das Turtle-Shortsignal auf Heidelberg Cement hatte mich überzeugt. Die Aktie war lange Zeit stabil und kippte dann nach unten weg. Schauen Sie auf dem Chart wann das Handelssignal ausgelöst wurde. Genau zum richtigen Zeitpunkt.

Fazit: Willkommene Kapitalgewinne in schweren Zeiten!

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