Archive for November, 2008

Vor 68 Jahren hat sich Jesse Livermore das Leben genommen. Livermore war eine schillernde Trader-Persönlichkeit des frühen 20. Jahrhunderts. Zweimal gelang Livermore das Kunststück allein mit Trading ein Mutli-Millionen-Dollar-Vermögen aufzubauen und zu den reichsten Persönlichkeiten der USA zu zählen. 1940, kurz vor seinem Tod, hat Livermorgen ein Buch über seine Trading-Methoden geschrieben. Gestern habe ich entdeckt, dass “How to trade in stocks” mittlerweile kostenlos im Internet verfügt ist.

Jesse Livermore - HOW TO TRADE IN STOCKS - The Livermore Formula for Combining Time Element and Price (PDF)

Dieses Buch sollte jeder Trader gelesen haben. Ich werde irgendwann nächste Woche eine Zusammenfassung der Grundprinzpien von Livermore hier im Blog veröffentlichen.

Liebe Leser,

eine Bärenmarkt-Rally kann Kursgewinne von annähernd 100% in wenigen Wochen mit sich bringen. Aktien, die 80% verloren haben, neigen oft zu solchen extremen Erholungsbewegungen. Das bedeutet für uns, lieber Leser, dass wir hochkonzentriert sein müssen. Wenn diese Bärenmarktrally jetzt startet, dann müssen wir kräftig Geld verdienen. Die Zeit ist reif für einen Stimmungsumschwung. Die Monate Dezember bis Februar sind für die Aktienmärkte traditionell starke Monate. Das gigantische Konjunkturpaket, das weltweit von der Staatengemeinschaft auf den Weg gebracht wurde, könnte den wirtschaftlichen Abschwung bremsen. Wenn die Börsen dieses Szenario spielen, stehen Kursfeuerwerke bevor.

Der Aktienkurs von Praktiker ist “on fire”. Kein Wunder, schließlich notiert die Aktie immer noch 100% unter Buchwert und den gewaltigen Gewinnhebel von Niedrig-KUV-Aktien habe ich Ihnen vor einigen Wochen erklärt. Der Chart zeigt bereits Momentum. Der Kurs hat das Breakout-Window zurück erobert.

pratiker271108

Ein ganz wichtiges Signal für die Verfassung des Marktes wird sind, wie die Mehrzahl der Aktien auf ihre Momentum-Formationen reagiert. Finden Trendfortsetzungen statt, oder werden Ausbrüche wieder abverkauft. Das müssen Sie verfolgen. Betrachten Sie im TraderFox Aktien-Scanner den Screener “Momentum-Impuls 1″. Dort werden Ihnen alle Charts mit Aufwärtsmomentum nach meiner Klassifikation angezeigt.

Wenn nahezu alle Staaten weltweit Konjunkturprogramme mit gigantischen Infrastrukturinvestitionen beschließen, dann müssten doch eigentlich die Baukonzerne wieder in Mode kommen. Hier hat die Börse in den letzten Monaten einen gewaltigen Einbruch der Aktivitäten am Bau eingepreist. Vielleicht fällt dieser dank der Konjunkturprogramme weit weniger dramatisch aus als erwartet. Hochtief entwickelt einen Aufwärtstrend, der vielversprechend aussieht.

hochtief271108

In der Blog-Kategorie “Trading-Schule” stelle ich Ihnen Trading-Strategien vor schildere Ihnen wie Sie als Trader vorgehen sollten.

Mittlerweile bin ich seit über 10 Jahren als aktiver Trader am Markt. Nach so einer langen Zeit entwickelt man eine starke Intuition für die Marktverfassung. Es ist für mich nicht immer einfach diese Intuition in Worten zu fassen, damit Sie nachvollziehen können worauf meine Positionseröffnungen beruhen. Ich versuche Ihnen diese Intuition zu vermitteln, indem ich meine Gedanken in bestimmten Marktsituation schildere.

In den letzten Wochen war das Kursverhalten immer ähnlich. Nach starken Kursgewinnen am Vortag wurden die Aktien gnadenlos abverkauft. Danach sah es auch heute morgen aus. Die meisten Titel rutschten schnell ins Minus. Doch wann wurde ich aufmerksam. Viele Aktien wurden auf einmal von Käufern aufgesammelt und drehten wieder ins Plus. Solarworld ist ein gutes Beispiel. Nach 5% Minus setzten Käufe ein und wenig später standen die Vorzeichnen wieder auf grün.

Dadurch gewann ich in den ersten Handelsstunden einen bullischen Eindruck und ich begann intensiv nach Trading-Chancen Ausschau zu halten. Einer meiner Käufe war Kontron. Das war ein klassischer “News-Trade” wie ich ihn schon lange nicht mehr durchgeführt habe. Wenn die Stimmung gut ist und Marktteilnehmer bereit sind positive Nachrichten aufzunehmen, ist es ratsam Aktien sofort zu kaufen, wenn gute Unternehmensnachrichten über den Ticker laufen. Kontron meldete einen Großauftrag in höhe von 40 Millionen Euro aus der Medizintechnik-Branche. Ich beobachtete noch kurz das Orderbuch, ob jemand die Briefseiten sytematisch auffüllen würde, und kaufte dann 3000 Stück mit Schnitt 5,11€. Einige Stunden später konnte ich zu 5,53€ verkaufen.

Betrachten Sie untenstehend den Intraday-Chart mit den Orderausführungen

news trading mit kontron 251108

Man könnte geneigt sein die gestrigen Kursgewinne von über 10% im DAX als “verrückt” zu bezeichnen, damit würde man aber ignorieren, dass das einzig Verrückte an den Aktienmärkten das tiefe Kursniveau ist. Durch den gewaltigen Satz wurde letztendlich lediglich ein kleiner Schritt auf dem weiten Weg zur Normalität vollbracht.

Tage mit extremen Kursgewinnen sind schön anzuschauen, aber sie gemeinhin wenig informativ
. Shorties müssen eindecken, Trader springen auf steile Trends mit auf, das alles treibt die Notierungen in die Höhe. Ob dahinter fundamentale Kräfte stehen, lässt sich nicht identifizieren. Die großen Aufwärtstrends entstehen nur dann wenn überzeugte Langfrist-Ivnestoren die Aktien einsammeln und in ihren Tresoren verschließen. Die wirklich wichtigen Erkenntnisse über die Stärke eines Trends erhält man an Korrekturtagen. Wenn der DAX morgen wieder um 3% fällt, dann möchte ich endlich wieder Aktien sehen, die dennoch eingesammelt werden. Ich möchte sehen, dass Peaks nach unten sofort gekauft werden und nicht wie in den letzten Wochen die Briefseiten nachgezogen werden. An schwachen Gesamtmarkt-Tagen geben sich die Bullen zu erkennen, sofern es denn welche gibt.

Die Art und Weise wie sich einige Aktien von ihren Tiefs lösen, gefällt mir ausgesprochen gut. SGL Carbon legt eine Rally von 14€ auf 20€ aufs Parkett. Die neue Leichtigkeit auf dem Weg nach oben, hat etwas. Ob mehr dahinter wird sich erst am nächsten Korrekturtag zeigen.

Fazit: Die Entscheidung, ob man stark in den Markt geht, sollte immer nur an schwachen Tagen getroffen werden. Dann zeigt sich, ob die Kursgewinne der letzten beiden Tage nur ein Strohfeuer waren, oder ob wirklich solvente Investoren in den Markt kommen, die sich an den Unternehmen langfristig beteiligen wollen.

Heute morgen warf ich einen Blick auf die weiße Winterlandschaft, die so friedlich aussah, dass die kollabierende Wirtschaftsfeld unendlich weit entfernt schien. Ich freute mich über die Sonnenstrahlen und über den Beginn eines neuen Tages. Dieser Funken des Aufbruchs wird irgendwann auch die Aktienmärkte erfassen.

Der größte und bedeutenste Aktienindex der Welt, der S&P 500, hat sich halbiert und das in nicht einmal einem Jahr. Ich werfe einen Blick auf das langfristige Chartbild. In den 1990er Jahren hätte man Aktionär sein sollen. Damals durchliefen die Aktienmärkte die größte Hausse der Menschheitsgeschichte. Börse war eine Einbahnstraße und ohne jede Gegenwehr marschierte der S&P 500 nach oben. Das Ende dieser gewaltigen Hausse ist bekannt. 1998 beschleunigte sich die Aufwärtsbewegung an der Technologiebörse Nasdaq in noch nie gekannte Dimensionen.

In jenem Jahr tätigte ich am “Neuen Markt” meine ersten Investments. Mit dem heutigen Wissen wäre ich wohl in den folgenden drei Jahren Millionär geworden, aber damals stocherte ich blind im Nebel und setzte mein Kapital auf die schwachen Papiere, die am Boden lagen und die optisch günstig erschienen. Selbst trotz dieser Ahnungslosigkeit wurde aus meinen 3000 DM, die ich in Ferienjobs hart verdient hatte, auf dem Höhepunkt der Hause fast 30.000 DM. Wenn Sie damals nicht dabei waren, können Sie sich nicht vorstellen, was damals abging. Ein Beispiel: Ich kaufte die Aktie von Edel Music. Plötzlich begann dieser Titel empor zu schnellen. Es ging 10% nach oben, am nächsten Tag 20% und dann nochmal 20% und an schlechten Tagen stieg die Aktie um 5%. Innerhalb weniger Wochen verünffachte sich das Papier. Diese Entwicklung war kein Einzelfall, sondern es passierte täglich.

Tja, und dann kam der Bär. Während ich mir schon ausrechnete wie viele Jahre es wohl dauern würde, um Millionär zu werden, schlug die Baisse mit gnadenloser Härte zu. Mein Ausbildung begann. In einem knallharten Lernprozess, an dessen Ende mein Depot wieder 5000 DM umfasste, lernte ich Mr. Market die Stirn zu bieten und mit Trading Geld zu verdienen. Heute ist mein Trading-Depot etwa 200 Mal so groß und die noch bessere Nachricht ist: Ich habe im aktuellen Bärenmarkt 2008 mit meinen Trading kein Geld verloren, sogar etwas hinzu gewonnen.

Und jetzt betrachten Sie bitte den untenstehenden Langfrist-Chart des S&P500
. Die goldenen 1990er Jahre fallen Ihnen sofort auf. Auch wird offensichtlich, dass die Jahre 2000 bis 2010 als verlorenes Jahrzehnt in die Geschichtsbücher eingehen werden. Was kommt jetzt? Wie geht es weiter? Meine ökonomische Sichtweise kennen Sie. Der Grund für die Hausse von 1990 bis 2001 war ein Produktivitätsschub in der Wirtschafts, ausgelöst von der Einführung der Informationstechnologie. Ich erwarte zwischen 2010 und 2020 einen weiteren Investitionsschub, der die gesamte Wirtschaft durchdringen und die Produktivität spürbar steigern wird. Die Umstellung auf eine Wirtschaft, die ohne fossile Brennstoffe auskommt, wird das Fundament der neuen Hausse bilden. Momentan fließen jedes Jahr Milliarden von Euro in die Tasche der Ölscheichs. Sobald sich Elektroautos durchsetzen, wird dieses Geld in unserem Wirtschaftskreislauf bleiben und einen Investitionsboom auslösen.

Nun stehen wir als vor dem Abgrund und der Betschinger möchte ihn einfach nicht kommen sehen. Genau so werden die meisten meiner Blog-Leser denken. Und Sie haben Recht. Während die anderen Börsianer im Jammertal des Selbstmitleids ihre Zelte aufschlagen, betrachte ich den S&P500-Chart und bedanke mich bei Mr. Market für jeden Prozentpunkt, den es tiefer geht. Je tiefer die Kurse jetzt fallen, desto wahrscheinlicher wird im Anschluss eine Entwicklung wie von 1990 bis 2001. Darauf warte ich mit viel Geduld. So viel Geduld kann vermutlich nur ein Trader haben, der schon einmal einen kompletten Hausse-und Baise-Zyklus mitgemacht hat und sich an die exorbitanten Hausse-Gewinne erinnert. Allen, die einen solchen Bullenmarkt noch nicht mit dem eigenen Depot erleben durften, zeigt dieser Blog die Perspektive nach dem Bärenmarkt. Hier finden Sie den letzten Bullen aus alten Zeit, der noch den Geschmack saftig grüner Weiden kennt. Hier finden Sie den letzten Bullen, der weiß, dass sich ein Trading-Depot innerhalb kürzester Zeit vervielfachen kann. Nur an der Börse hat jeder die faire Chance aus dem Nichts ein Vermögen aufzubauen. Darum ist und bleibt die Börse eine der faszinierensten Institutionen unserer Zivilisation.

Jetzt werde ich gleich einen Spaziergang in dieser wunderbaren Winterlandschaft machen, voller Optimismus in die Sonnenstrahlen blinzeln, wohl wissen, dass der nächste Sommer nur eine Frage der Zeit ist.

Im MasterTraders Börsenforum hat Stefan (steffb) eine perfekte Trading-Selbstanalyse durchgeführt. Ich zitiere:

1. ich habe im bärenmarkt versucht zu lange an meinen positionen festzuhalten - in einem bärenmarkt fallen alle, wirklich alle aktien!

2.sobald der gesamtmarkt nur den leichtesten zucker nach oben gemacht hat bin ich sofort aufgesprungen und rein in den markt gegangen damit ich ja nichts verpasse, meistens bin ich dann am selben tag noch mit den positonen im minus gewesen, spätestens jedoch nach wenigen tagen. und warum ist mir das passiert?! - ich hatte kein klares tradingsetup! dem markt hinterherzulaufen ist nicht zielführend.

3. positionen die ich wie im punkt 2 beschrieben eingegangen bin und dann unter einstandskurs notierten habe ich nicht abgestoßen sondern habe mit blick auf den chart der indizes weiter gehalten, denn dow und dax werden bestimmt an dieser und jener unterstützungslinie drehen. - es gibt keine unterstützungslinien, ich hatte nur gehofft, aber zu hoffen ist eine denkbar schlechte art seine positonen zu managen. teilweise bin ich schon fast zitternd bis 22 uhr vor dem dow chart gesessen und habe gehofft dass er wenigstens heute mal im plus schließt. in den letzten zwei wochen habe ich alle newsletter welche sich mit chartanalysen beschäftigen abgemeldet, darauf kann ich gut verzichten.

4. verflixte ungeduld. Immer die angst etwas verpassen zu können. ich bin in einem marktumfeld das einfach nicht viel hergibt immer wieder reingesprungen und das obwohl ich genau wusste, dass wieder eine zeit kommen wird in der man sich zurücklehnen und den aktien beim steigen zusehen kann. GEDULD!!!

5. ich brauche ein ordentliches tradingsetup - es gilt das trading an das jeweilige umfeld anzupassen. es gilt sich auf das wesentliche zu konzentrieren - hier komme ich nochmals auf das tradingjournal zurück - es ist nicht wesentlich seine trades in ein unglaublich kompliziertes tradingjournal zu schreiben oder tag täglich irgendwelche unterstützungslinien und dergleichen in charts einzuzeichnen - wirklich wichtig ist im richtigen moment das richtige zu tun. es geht um den richtigen einstieg und den richtigen ausstieg - diese zwei dinge sagen mir kein trading-journal, kein indikator, und erst recht keine zeichnung

Liebe Leser,

wie Sie wissen gibt es an der Börse die Gattung der “Chartmaler” oder “Linienzeichner”. Diese Trader zeichnen mit Lineal und Bleistift Linien in die Chartbilder und erhoffen sich daraus die Zukunft ablesen zu können. Aberglaube findet eben auch an den Finanzmärkten genügend Anhänger. Zur Unterstützung ihrer Malkünste berechnen die Chartmaler noch zahlreiche Indikatoren. Zur Berechnung eines Indikators werden die Kursdaten durch mathematische Formeln gejagt und am Ende erscheinen weitere Kurven. Ich bezeichne Chartmaler als “die Kanarienvögel der Börse”. Sie sehen in ihrem Käfig ganz nett aus, sorgen manchmal für Unterhaltung und das war es auch schon. Gestern hatte es offenbar einen bekannten Chartmaler und Buchautor zerbröselt als der Dow Jones mit -5% auf neue Tiefs durchrutschte. Der Chartmaler setzte mit seinem ganzen Geld auf eine Bodenbildung, weil irgend ein Indikator in der Vergangenheit diese Bodenbildung richtig vorher gesagt hatte. Man muss mit solchen Leuten kein Mitleid haben. Durch solche sinnlosen Zockereien wurden auf größerer Ebene das Bankensystem ins Wanken gebracht. Zocker haben an der Börse nichts verloren, sondern gehören ins Casino. Damit Ihnen nicht das gleiche passiert wie einigen Kanarienvögeln, formuliere ich für Sie einige wichtige Regeln:

  • Die kurzfristige Index-Entwicklung ist zufällig und kann nicht prognostiziert werden. Als Trader muss auf Entwicklungen frühzeitig reagieren, darf aber nicht versuchen diese vorwegzunehmen
  • Linien in Charts haben keinerlei Bedeutung
  • Charttechnische Indiaktoren haben keinerlei Bedeutung. Im Gegenteil: Sie sind sogar gefährlich, weil der ungebildete Mensch dazu neigt in die zufälligen Muster etwas hinein zu interpretieren was eigentlich gar nicht existiert.

Wie systematisches Trading funktioniert, können Sie in meinem Blog regelmäßig lesen. Vor zwei Wochen habe ich die neue Rubrik “Trading-Schule” gestartet. Diese fülle ich nach und nach mit sinnvollen Trading-Strategien und realen Trading-Beispielen aus der Praxis.

Die wichtigste Lektion, die sich Ihnen auf dem Weg zu einem erfolgreichen Trader mitgeben kann, lautet: Haben Sie Geduld! Sie müssen nicht jeden Tag wie verrrückt traden, wenn es keine klaren Chancen gibt. Ich habe gestern nur einen einzigen Trade durchgeführt. Und das war dieser hier:

-> Kauf 10.000 United Internet zu 4,25€
-> Verkauf 10.000 United Internet zu 4,50€

Mehr gab es nicht zu tun. Die Funktionsweise des Panik-Peak-Trading habe ich Ihnen weiter unten schon ausführlich geschildert. Es basiert darauf wirklich immer nur dann zu zu schlagen, wenn das Chance-Risiko-Verhältnis optimal ist.

Trade United Internet

In der derzeitigen Marktphase gibt es leider nur solche DayTrading-Chancen, die präzise durchgeführt werden müssen. Ich bin von diesem Umfeld genervt, denn ich möchte diesen Blog wieder viel mehr auf mittelfristige Trading-Chancen ausrichten, die auch von beruftstätigen Börsianern sinnvoll genutzt werden können. Wann das wieder möglich sein wird, weiß ich nicht. Uns bleibt wirklich nichts anderes übrig als die Märkte zu beobachten, ständig eine Watchlist mit den besten Aktien zu führen und wirklich erst dann groß zu zu schlagen, wenn sich wieder Aufwärtstrends etablieren.

Es gibt wenige gute Börsenkolumnisten, deren Kommentare ich regelmäßig lese und die in der Lage sind einen Blick über den Horizont zu werfen. Die Kolumnen von Thomas Gebert in ” Der Aktionär” lese ich sehr gerne. In der heuten Ausgabe lautet die Überschrift “Der kommende US-Boom: Ab Herbst 2009 wird die US-Wirtschaft wieder wachsen“. Thomas Gebert führt für seinem Artikel folgende Argumente dafür an. Ich zitiere:

  • Aus der Zinsstruktur lässt sich ziemlich genau die künftige Wirtschaftsentwicklung der USA ablesen. Die Differenz aus 10-Jahres-Rendite der Staatsanleihen und Tagesgeld um anderthalb bis zwei Jahre zeitversetzt lässt sich in den USA mit dem Wirtschaftswachstum zur Deckung bringen….Die aufgrund der deutlichen Zinssenkungen der Notenbank wieder positive Differenz Ende 2007 lässt für den Herbst 2009 auf positive Wachstumsraten schließen.
  • Auch längerfristig muss man sich um die US-Wirtschaft keine Sorgen machen. Denn die Amerikaner haben die Demographie auf ihrer Seite. Von jetzt 300 Millionen wird die Bevölkerungszahl in den nächsten Jahrzehnten auf 400 Millionen steigen. Allein im letzten Jahr sind in den USA so viele Baby geboren worden wie noch nie zuvor.
  • Die Zahl der Führerscheinbesitzer steigt jedes Jahr um drei Prozent. Man muss kein Hellseher sein, um zu wissen, dass dadurch der Automobilabsatz in den USA, der von 16 Millionen im Zuge der Krise wohl auf 12 Millionen in diesem Jahr abgesackt ist, in einigen Jahren 20 Millionen betragen wird.
  • Der Babyboom der 1950er Jahre bescherte einer Generation Wachstum und die Geburtenwelle der letzten Jahren übersteigt die Geburtenzahl von damals deutlich, sodass für die nächsten 30 Jahre für Wachstum gesorgt ist. Auch wenn man es im Momentan noch nicht so ganz glauben mag, rosige Zeiten liegen vor uns.

Fazit: Ein fundierter Blick in die Zukunft, der zeigt, dass ich die jeztige Wirtschaftskrise als historischer Irrtum entpuppen wird. Wir Börsianer werden insbesondere mit der Erholung der Automobilbranche sehr viel Geld verdienen können. Viele Autozulieferer werden auf Insolvenzniveau bewertet. Wenn wider der jetzigen Konsens-Meinung 2009 doch wieder ein Aufschwung einsetzen wird, winkt bei den Zulieferer-Aktien eine Kursvervielfachung!

Liebe Leser,

ist die Börse vollkommen durchgeknallt oder bin ich es? Erfolgreiche Unternehmen werden am Aktienmarkt derzeit für ein Butterbrot verkauft - zumindest nach meinen Vorstellungen von Unternehmensbewertung. Jetzt stellt sich natürlich die Frage, ob ich der einzige Sehende under Blinden bin oder ob die panische Masse mit ihrer Einschätzung richtig liegt, dass die Welt in einer tiefen Depression versinken wird.

Ich sehe die Dinge immer pragmatisch. Wenn die Welt in der Depression versinkt, dann sollte man sich ein zweites Standbein in einem Geschäftszweig aufbauen, der immer gut läuft. Darum gebe ich heute ein “Currywurst-Bude-Versprechen“. Wenn die Aktie von United Internet (die ich für maßlos unterbewertet halte) Ende 2009 immer noch unter 5 Euro notiert, dann mach ich irgendwo in der Stuttgarter Gegend eine Currywurst-Bude auf und jeder Leser dieses Blogs ist herzlich eingeladen zu einer kostenlosen Currywurst mit Pommes.

United Internet (aktuellers Kurs 4,94€) wird an der Börse für ein Butterbrot verschenkt.

PS: Ein Getränkt eurer Wahl gibt es dann natürlich auch gratis dazu.

Liese Leser,

von Henry Kissinger ist folgendes Zitat überliefert
Der Kommunismus findet nur dort Zulauf, wo er nicht herrscht.”

Eine kommunistische Weltanschauung zeugt auf den ersten Blick immer von edlen Motiven, auf dem zweiten Blick enttarnt sie sich jedoch als menschenfeindlicher Populismus. Das möchte ich Ihnen anhand der Rettungspläne, die für den Autobauer Opel im Raum stehen, erklären. Als Anfang letzter Woche in der Presse erstmals Gerüchte über eine Schieflage bei Opel die Runde machten, dachte ich: Gott sei dank, endlich findet die notwendige Marktbereinigung in der Automobilindustrie statt: Wenn Opel umfällt, dann haben Daimler, BWM und Volkswagen wieder Luft zum Atmen, können in neue Technologien investieren und mehrere 100.000 Arbeitsplätze sind gesichert. Genau das ist die Stärke unserer marktwirtschaftlichen Wirtschaftsordnung. Unternehmen, die nicht effizient arbeiten werden aus dem Markt gedrängt. Die bessere Konkurrenz kann expandieren und neue Arbeitsplätze schaffen. Das ist die Grundlage unseres Wohlstandes.

Die Welt könnte so schön sein, wenn das deutsche Volk endlich mal kompetente Politiker in die Regierung wählen würde. Aber leider sind die Parlamente vollgestopft mit Juristen, die von Wirtschaftspolitik recht wenig Ahnung haben (Ich habe wirklich nichts gegen Juristen. Meine Freundin, hat auch Jura studiert, aber Ökonomie und Jura sind nun mal zwei Paar Schuhe). So war es nur eine Frage der Zeit bis unsere Politiker lautstark Bürgschaften für den Autobauer Opel fordern würden - mit der haarsträubenden Begründung die etwa 18.000 Arbeitsplätze bei Opel Deutschland sichern zu wollen. Ich verstehe ich die Welt nicht mehr, ich verstehe nicht die Gerechtigkeitsprinzipien, die einer solchen Forderung nach Bürgschaften für Opel zu Grunde liegen. Damit es 18.000 Menschen besser geht, soll es über 100.000 Menschen schlechter gehen und obendrein der Steuerzahler noch Geld dafür bezahlen? Damit 100 Arbeiter bei Opel an den Bändern stehen dürfen, sollen 1000 andere Arbeiter bei Volkswagen, BMW, Audi, Daimler und anderen Konznern nur noch halbtags arbeiten dürfen? Das ist hochgradig ungerecht. Diese Art der Politik will einfach nicht in meinen Kopf gehen.

Fazit: Bitte helfen Sie mir ein wenig ökonomische Aufklärungsarbeit zu leisten. Eine kommunistische Weltanschauung ist schlichtweg assozial. Damit es wenigen Menschen besser geht, muss es vielen anderen Menschen schlechter gehen. Wenn Politiker eine Rettung von Opel in Aussicht stellen, jubelt das Volk, obwohl sich für viel mehr Menschen die Situation verschlechtert als verbessert. Das darf doch alles nicht mehr wahr sein…

Heute lese ich auf Spiegel online:

    Die Finanzkrise trifft Daimler mit voller Wucht: Wegen der dramatisch gesunkenen Absatzzahlen denkt Unternehmenschef Zetsche darüber nach, Kurzarbeit einzuführen - und staatliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.

    Berlin - Daimler-Chef Dieter Zetsche schließt wegen der eingebrochenen Auto-Nachfrage staatliche Hilfen nicht aus, um sich frisches Geld auf dem Kapitalmarkt zu besorgen. Wenn es längerfristig nicht möglich sei, sich am Finanzmarkt mit Geld zu versorgen, müsse auch die Automobilindustrie den Staat um Unterstützung bei der Finanzierung fragen, sagte er der “Bild”-Zeitung. Vorerst will Daimler jedoch keine Hilfe in Anspruch nehmen. “Wir wollen die Krise allein meistern”, sagte Zetsche.

Zetsche scheint sich in die Riege seiner Vorgänger, die durch zahlreiche Fehlentscheidungen das Kapital der Aktionäre vernichtet haben, nahtlos einzureihen. Bis Oktober hat die Daimler-Vorstandsetabe ein vollkommen sinnloses Aktienrückkaufprogramm durchgeführt. Gut 37 Millionen Daimler Aktien wurden zu einem Durchschnittpreis von knapp 39€ über die Börse erworben. Anstatt ein gutes Liquiditätspolster für schwere Zeiten anzulegen, wollte das Management die kurzfristige Rendite im Konzern maximieren. Ein Ruf nach staatlicher Hilfe verbietet sich daher von selbst.

Ich bin ein großer Gegner von Aktienrückkaufprogrammen. Dem Aktionär nutzen sie überhaupt nichts, weil er das veränderte Verhältnis von Eigenkapital zu Fremdkapital in seinem Portfolio auch selbst abbilden könnte. Es sollte die Aufgabe von Vorständen sein attraktive realwirtschaftliche Investitionsmöglichkeiten ausfindig zu machen. Ein Aktienrückkaufprogramm ist meist immer ein Armutszeugnis für fehlende Ideen oder der Versuch die Aktionärsstruktur zu beeinflussen, um die eigene Macht zu zementieren.

Still und heimlich werden unter deutschen Ökonomen keynesianische Ansätze in der Wirtschaftspolitik wieder populär. Noch vor drei Jahren war das Wort “Konjunkturpaket” ein böses Schimpfwort, das man hier zu Lande nicht in den Mund nehmen durfte. Wirtschaftspolitik sollte allein angebotsorientiert sein. Mit der Forderung nach einem 25 Milliarden Euro schweren Konjunkturpaket bricht der Rat der Wirtschafts-Weisen diese Tradition. Es scheint als hätte sich Bofinger, der schon immer für eine staatliche Nachfragestimulierung eintrat, durchgesetzt.

Der Weisen-Rat bezeichnet das Konjunkturpaket der Bundesregierung als “Sammelsurium von Einzelmaßnahmen” und kritisierte es damit heftig. Nicht viel besser finde ich allerdings die Vorschläge des Sachverständigenrates selbst. Infrastrukturinvestitionen sollten getätigt werden, zum Beispiel in den Straßenbau, lautete eine Forderung. Nur leider hat das Wort “Investition” hier allerdings eine etwas fehl platzierte Bedeutung. Das haben die Wirtschaftsexperten wohl noch nicht so ganz verstanden. Unter einer “Investition” verstehe ich, dass heute Geld eingesetzt wird, um in der Zukunft daraus Geldströme zu erhalten. Den Zahlungsstrom einer frisch geteerten Straße muss man allerdings mit der Lupe suchen. Allenfalls Multiplikatoreffekte lassen sich ableiten.

Eine richtige und sinnvolle gesamtvolkswirtschaftliche Investition ist das “CO2-Gebäudesanierungsprogramm“. Ein Gebäude, das jetzt saniert wird, führt erstens zur Beschäftigung von Handwerken und zweitens zu deutlichen Einsparungen beim Energieverbrauch. Es muss weniger Heizöl importiert werden und weniger Geld fließt in die Taschen der Ölscheichs. Genau hier muss die Politik mit ihrem Konjunkturprogramm ansetzen. Investitionen, die heute zu einer besseren Energieeffizienz führen, machen unsere Wirtschaft in einigen Jahren wettbewerbsfähiger und kurbeln den Binnenkonsum an, weil die Milliardensummen, die heute noch für Ölimporte ausgegeben werden, dann hier im Land ausgegeben werden.

Auch an der Börse wird das “CO2-Gebäudesanierungsprogramm” gespielt. Auf die Centrotec-Aktie als größten Profiteur hatte ich Sie letzte Woche im Premium-Blog bereits hingewiesen. Die Aktie konnte seitdem um fast 30% zulegen.

- Next »

Blog Top Liste - by TopBlogs.de Blogverzeichnis - Blog Verzeichnis bloggerei.de Bloggeramt.de