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17
Aug
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Liebe Leser,
zwei Jahre nach mir haben es nun auch die anderen kapiert. Die Financial Times schreibt heute einen Verriss über die deutschen Solaraktien: “Solarindustrie droht der Kollaps“. Erschreckend ist im Nachhinein allerdings die lange Leitung der gesamten institutionellen Investorengemeinschaft, die wieder einmal bewiesen hat, einfachste ökonomische Gesetzmäßigkeiten nicht zu begreifen. Was jetzt im Solarsektor passiert, war logisch unausweichlich, war für jeden intelligenten Menschen vorhersehbar und war nur eine Frage der Zeit. Lesen Sie hierzu auch meine zahlreichen Artikel hier im Blog. Ich zitiere Ihnen einige Passagen aus dem Artikel der Financial Times:
- Der noch jungen deutschen Solarindustrie steht eine beispiellose Pleitewelle bevor. Nachdem zahlreiche Zellenhersteller im ersten Halbjahr in die roten Zahlen gerutscht sind, fürchten Branchenexperten einen Niedergang vieler Unternehmen. “Ein großer Teil der deutschen Solarzellen- und -modulhersteller wird nicht überleben”, sagt etwa UBS-Analyst Patrick Hummel.
- Obwohl Deutschland der weltweit größte Wachstumsmarkt für Solaranlagen ist, brechen der Branche Umsätze und Gewinne weg. Die Situation ist paradox: Üppige staatliche Einspeisevergütungen sorgen für einen Nachfrageboom nach Solaranlagen in Deutschland.
- Die deutschen Zell- und Modulhersteller stecken in der Kostenfalle: Ihre asiatischen Rivalen können immer günstiger produzieren - nach Berechnungen der Investmentbank UBS mittlerweile um durchschnittlich ein Drittel. Zudem fördert die chinesische Regierung eine aggressive Preispolitik. Die Preise fallen daher rapide. Und während die asiatischen Hersteller ihre Fertigungskapazitäten wieder fast voll auslasten, herrscht bei Q-Cells und Ersol Kurzarbeit.
Fazit: Widerstehen Sie jetzt bitte der Versuchung in chinesische Solaraktien zu investieren, denen Wettbewerbsvorteile nachgesagt werden. Die chinesischen Solarfirmen wird das gleiche Schicksal ereilen wie den deutschen. Im Solarsektor lassen sich maximal die Kapitalkosten verdienen, aber keine ökonomische Renten. Die Aktienkurse der chinesischen Firmen beinhalten allerdings viel höhere Renditeerwartungen.
Dieser Chart des einst so gelobten deutschen Marktführers Q-Cells sagt doch eigentlich alles
3 Kommentare zu “Solare Geldverbrennung - endlich haben es auch die anderen kapiert!”
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Fairerweise muss man sagen: Die Wirtschaftskrise traf die Solarbranche nun mal besonders hart und ohne Krise käme es derzeit bei den Solarfirmen (noch) nicht zu den dramatischen Verlusten und Existenzgefährdungen. Institutionelle Investoren hätten aber spätestens vor einem Jahr die Finger davon lassen sollen, als die Krise in ihrer Dramatik offensichtlich wurde.
Aus meiner Sicht waren für Trader die Solaraktien allerdings kein Beinbruch, es gab einige fantastische Rebounds zu spielen.
Fairerweise muss man sagen: Die Wirtschaftskrise hat die Solarbranche besonders hart getroffen und zu den dramatischen Umsatzeinbrüchen geführt. Ohne der Krise würde die deutsche Solarwirtschaft derzeit noch immer schöne Gewinne einfahren, wenn auch der Kostendruck wesentlich gestiegen wäre, das ist keine Frage. Institutionelle Investoren hätten allerdings vor einem Jahr, als die Dramatik der Krise offensichtlich wurde, ihre Finger davon lassen können. Für Trader hingegen war das letzte Jahr nicht unbedingt ein Beinbruch, es gab hervorragende Möglichkeiten für Rebound-Trades.
Für Trader sind schwankende Märke nie ein Beinbruch.
Dass die Solarbranche besonders hart von der Finanzkrise getroffen wurde, stimmt nicht. Das ist nur eine gerne benutzte Ausrede der gesamten Branche. Allenfalls Projekte in Osteuropa wurden aufgrund der Währungsturbulenzen mit hiesigen Banken etwas schwieriger. Aber im Euro-Raum kenne ich keinen Projektierer, der eine “Standard-7%-Rendite-Solarobjekt” nicht hätte finanziert bekommen.