Kategorie "Wissen"

Liebe Leser,

wie kann ein Mensch, der 1883 geboren wurde, die perfekte Vorhersage für die Entwicklung der Wirtschaft im kommenden Jahrzehnt machen? Ganz einfach, indem er das Wesen des kapitalistischen Wachstumsprozesses so tiefgründig erfoscht und verstanden hat, wie kein Mensch zuvor. Was Joseph Schumpeter 1942 in seinem Werk “Kapitalismus, Sozialismus und Demokrate” so beiläufig in einem Kapitel über Karl Marx schreibt, ist eine perfekte Analyse der Wachstumskräfite, die nun erneut durch die Elektroauto-Revolution freigesetzt werden:

“In der Tat und Wahrheit ist die kapitalistische Wirtschaft nicht stationär und kann es nicht sein. Auch dehnt sie sich nicht bloß in einer stetigen Art und Weise aus. Sie wird unaufhörlich von innen her durch neue Unternehmungen revolutioniert, das heißt durch die Einführung neuer Waren oder Produktionsmethoden oder neuer Handelsmöglichkeiten in die industrielle Struktur, wie sie in irgendeinem Augenblick existiert. Alle vorhandenen Strukturen und alle Geschäftsbedingungen sind stets in einem Prozess der Veränderung… Wirtschaftlicher Fortschritt bedeutet in der kapitalistischen Gesellschaft Aufruhr. Durch die Produktion von neuen Dingen oder durch die billigere Produktion von alten Dingen einzuheimsende Gewinnmöglichkeiten verwirklichen sich ständig und fordern neue Investitionen. Diese neuen Produkte und neue Methoden konkurrenzieren die alten Produkte und alten Methoden nicht zu gleichen Bedingungen, sondern mit einem entscheidenden Vorsprung, der für die letzteren den Tod bedeuten kann. Auf diese Weise geht der “Fortschritt” in der kapitalistischen Gesellschaft vor sich. Um zu vermeiden, dass sie unterboten wird, ist jede Unternehmung letzten Endes gezwungen, dasselbe zu tun, muss ihrerseits investieren und muss, um dies tun zu können, Teile ihrer Profite in den eigenen Betrieb wieder hineinstecken, das heißt: akkumulieren. So akkumulieren auch alle anderen. ”

Eine Schlussfolgerung dieser Analyse und eine Marschrichtung für die kommenden Jahre gebe ich Ihnen in der aktuellen Ausgabe von “Der Börsenspekulant”, die Sie hier einsehen können:

Dow Jones im Big Picture

Der Siegeszug der Informationstechnologie, die sämtliche Sektoren der Wirtschaft durchdrang und für ein deutlichen Produktivitätssprung sorgte, verhalft den Aktienmärkten in den 1990er Jahren zu einem ungeahnten Höhenflug. Ähnliches erwartet uns im Jahrzehnt von 2010 bis 2020! Nach einer verlorenen Dekade werden nun für alle Börsianer, die sich durch zwei Jahrhundertcrahs nicht haben einschüchtern lassen, die Schmerzensgewinne verteilt.

Man muss die Börsenbewegungen aus der Vogelperspektive betrachten, um die ganze Schönheit des kapitalistischen Systems zu erkennen. Diese extreme Korrektur von Fehlentwicklung, wie wir sie aktuell im Bankensektor erkennen, ist im Grunde genommen die Stärke einer kapitalistischen Marktwirtschaft. Von den Narren in Nadelstreifen, die nach ihren kranken und falschen Methoden Milliarden verzockt haben, wird kaum einer übrig bleiben. Eine neue Generation wird an die Spitze treten, die verantwortungsvoller und nachhaltiger mit dem Geld umgeht.

Jeder Crash und jede Rezession wirkt bereinigend. Fehlentwicklungen werden korrigiert und am Ende ist die Welt besser als sie es vorher war! Was derzeit als Schwäche interpretiert wird, ist in Wirklichkeit die Stärke des Kapitalismus. In einer beeindruckenden Kompromisslosigkeit radiert er alles aus, was sich als unzweckmäßig herausgestellt hat. Diese Vernichtung von ineffizienten Strukturen ist die Quelle des langfristigen Wirtschaftswachstums!

Der Harvard Professor Joseph Schumpeter prägte bereits in der 40iger Jahren den Begriff „Creative Destruction“, um den Prozess zu beschreiben wie neue, effiziente Produktionsmethoden alte und unprofitable Strukturen verdrängen. Monopolisten werden von jungen, innovativen Unternehmen vom Markt gefegt, alte Maschinen werden verschrottet und durch produktivere ersetzt, Arbeiter verlieren ihre Jobs und wechseln in andere Branchen. Die unbändige Kraft des Kapitalismus entspringt Schumpeter zufolge der Zerstörung veralteter industrieller Strukturen und Produktionsmechanismen, die durch neue Technologien und Produktionsabläufe ersetzt werden. Die fatalen Erscheinungen von Rezessionen wie Firmenpleiten, Restrukturierungen und der Abriss von ganzen Fabrikhallen könnten somit auch als gesunde Grundlage eines neuen Wachstumsabschnitts betrachtet werden.

Ökonomen sprechen von einem “Cleansing Effect”, der in Rezessionen auftritt und die wirtschaftlichen Strukturen bereinigt. Lassen Sie mich Ihnen das anhand eines Beispiels erklären. Gut geeignet hierzu ist eine Pressemitteilung von Air Berlin von Mitte Juli. Ich zitiere den betreffenden Ausschnitt:

    Mit Beginn des Winterflugplanes will Air Berlin 14 Kurz- und Mittelstreckenflugzeuge ausmustern – vor allem ältere Modelle, die umgerechnet auf den Sitzplatz einen besonders hohen Treibstoffverbrauch haben. Auf den Langstrecken werden vier Großraum-Jets vom Typ Airbus A330 weniger als bisher eingesetzt. Drei A330-300 davon sollen – vornehmlich vom Drehkreuz Nürnberg aus – auf Mittelstrecken eingesetzt werden; der vierte für planmäßige Wartungsintervalle zur Verfügung stehen und Gäste zu Kreuzfahrt-Schiffen rund um den Globus bringen.

Air Berlin verschrottet also die Flugzeuge mit dem höchste Treibstoffverbrauch, so dass die gesamte Flugzeugflotte produktiver wird und auch in Zeiten hoher Ölpreise effizienter arbeiten kann. Das ist der Cleansing-Effect!

Was wir in der Bankenlandschaft gerade sehen, ist nichts anderes. Hochriskante, kranke Strukturen der Investmentbanken werden vernichtet, um Platz zu schaffen für eine solidere Bankenlandschaft, die auf nachhaltiges Wachstum ausgerichtet ist. Der Kapitalismus ist hier wie eine Bestie. Wer sich im Markt nicht behaupten kann, wird verschlungen. Am Ende entspringt daraus eine bessere Wirtschaftswelt, die den Grundpfeiler für langfristiges Wirtschaftswachstum bildet. Dieses Phänomen ist nicht neu, sondern gehört zu einer kapitalistischen Marktwirtschaft unweigerlich hinzu. Es heißt, auf deutsch übersetzt, “kreative Zerstörung“.

Fazit: Die Perspektive der Weltwirtschaft ist, dass wir auf eine Phase des langen und gesunden Wachstums zusteuern werden. Die Beseitigung der kranken Strukturen im Bankenwesen braucht einige Zeit, aber am Ende wird die Welt besser sein als zuvor.

22
Sep

11:41 Uhr - Warum die Gier gesund ist

In Krisenzeiten muss man aufpassen, dass man nicht aufgrund einer Kurzschlussreaktion, etablierte und richtige Prinzipien über Bord wirft. Die Gier der Investmentbanker wird von der Presse für die Finanzkrise verantwortlich gemacht. In großen Schlagzeilen fordern die Medien eine Abkehr von dem Motiv der Gewinnmaximierung.

Dabei sollte man nicht vergessen, dass die Gier die Triefkraft unserer Wohlstandes ist. Die Marktwirtschaft funktioniert, weil durch den Preismechanismus das egoistische Streben jedes Einzelnen zu einem für für die Allgemeinheit wünschenswertem Ergebnis gelenkt wird. Das ist eine der größten wissenschaftlichen Entdeckungen in der Geschichte der Ökonomie. Adam Smith wählte die Metapher der “unsichtbaren Hand” um zu beschreiben, was auf den ersten Blick vollkommen widersprüchlich erschien. Obwohl alle Menschen in ihrer egoistischen Art zu ihrem eigenen Voteil handeln, pendeln sich die Ergebnisse so ein, dass der gesamte Wohlstand einer Gesellschaft gesteigert wird. Ein unsichtbare Hand scheint die Dinge so zu lenken, dass alles einen guten Lauf nimmt. Adam Smith hatte noch keine schlüssige Erklärung für seine Erkenntnisse parat und musste die “unsichtbare Hand” wählen, um seine Intuition anschaulich zu formulieren. Im 20. Jahrhundert gelang Ökonomen der formale Beweis dafür. Am bekanntesten ist die Beweisführung für den den sogenannten ersten Hauptsatz der Wohlfahrtsökonomie. Ich halte das Ergebnis nochmal fest: In einer Marktwirtschaft, wo Angebot und Nachfrage über ein Preissystem gesteuert werden, garantiert das Streben jedes Einzelnen nach Selbstverwirklichung und Profit, dass die Wohlfahrt der gesamten Gesellschaft gesteigert wird.

Nicht die Gier ist für die Bankenkonkurse verantwortlich, sondern der fehlende Ordnungsrahmen, der das Streben der Banker nach Reichtum in den richtigen Rahmen lenkt. Die Bonussysteme der Banker waren nach absoluten Gewinngrößen aufgebaut. Wer eine Milliarde Gewinn erzielte, erhielt einen gewaltigen Bonus. Das Risiko, wie dieser Gewinn erwirtschaftet wurde, bliebt unberücksichtigt. Ein Bonussystem, das “risk taking” bestraft, würde die ganze Problematik aus der Welt schaffen. Da die Banken selbst nicht imstande waren solche sinnvollen Bonussysteme zu etablieren, muss hier der Gesetzgeber eingreifen, und Bonussysteme basierend auf absoluten Gewinngrößen, ohne Berücksichtigung der Eigenkapitaleinsätze, einschränken.

Fazit: Man muss vorsichtig sein ökonomische Grundsätze über den Haufen zu werfen, die sich über mehrere Jahrzehnte hinweg etabliert und als richtig erwiesen haben. Nicht die Gier ist verwerflich, sondern nur die fehlende Steuerung des individuellen Strebens nach Reichtum.

04
Jun

11:27 Uhr - Die unsichtbare Hand

Ein der größten wissenschaftlichen Entdeckungen in der Geschichte der Ökonomie droht in Vergessenheit zu geraten. Es wird Zeit sie wieder ans Tageslicht zu holen. Adam Smith wählte die Metapher der “unsichtbaren Hand” um zu beschreiben, was auf den ersten Blick vollkommen widersprüchlich erschien. Obwohl alle Menschen in ihrer egoistischen Art zu ihrem eigenen Voteil handeln, pendeln sich die Ergebnisse so ein, dass der gesamte Wohlstand einer Gesellschaft gesteigert wird. Ein unsichtbare Hand scheint die Dinge so zu lenken, dass alles einen guten Lauf nimmt. Adam Smith hatte noch keine schlüssige Erklärung für seine Erkenntnisse parat und musste die “unsichtbare Hand” wählen, um seine Intuition anschaulich zu formulieren. Im 20. Jahrhundert gelang Ökonomen der formale Beweis dafür. Am bekanntesten ist die Beweisführung für den den sogenannten ersten Hauptsatz der Wohlfahrtsökonomie. Ich halte das Ergebnis nochmal fest: In einer Marktwirtschaft, wo Angebot und Nachfrage über ein Preissystem gesteuert werden, garantiert das Streben jedes Einzelnen nach Selbstverwirklichung und Profit, dass die Wohlfahrt der gesamten Gesellschaft gesteigert wird.

Das gesamte wirtschaftliche Treiben dreht sich um Knappheit. Um die Knappheit von Gütern und Rohstoffen, die jeder gerne besitzen würde. Die Verteilung dieser knappen Güter erfolgt durch einen Preis. Im Gleichgewicht pendelt sich dieser Preis so ein, dass das Angebot gleich der Nachfrage entspricht. In der Geschichte wurde versucht zahlreiche andere Gesellschaftssysteme zu etablieren, die knappe Güter nach anderen Methoden verteilen sollten. Das hat nicht funktioniert. Planwirtschaft war immer gleichbedeutend mit Armut und einem Mangel an Gütern. Es ist eine Tragödie unbeschreiblichen Ausmaßes, dass Ökonomie noch immer nicht ab der fünften Klasse einen wichtigen Platz auf dem Stundenplan einnimmt. Das Verständnis der Bevölkerung für einfache wirtschaftliche Mechanismen geht gegen Null und das liefert kommunistisch orientieren Parteien wie den Linken und neuerdings auch der SPD Auftrieb. Wohlstand entsteht, wenn man die marktwirtschaftlichen Kräfte wirken lässt und die Akteure, die das Spiel am besten Spielen, nicht daran hindert oder vertreibt. Der deutsche Grenzsteuersatz in Höhe von 45% ist bereits zu hoch. Eine Entlastung der wirtschaftlichen Leistungsträger würde letztendlich der gesamten Bevölkerung nützen, weil dadurch neue Arbeitsplätze entstehen und durch eine Knappheit der Arbeitskräfte mittelfristig auch die Löhne steigen würden.

19
Mai

Spekulant zu sein, ist ein schöner Beruf. Ich finde, es gibt keinen schöneren. Mit scharfer Analyse und Fantasie dafür was sein wird, kann er allein Kraft seiner Gedanken ein Vermögen erschaffen! Der Spekulant ist auf sich alleine gestellt. Niemand verlangt von ihm Rechenschaft. Er widmet seine Zeit der Analyse und macht sich Gedanken über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft und die Börsen. Morgens beginnt der Tag für ihn auf seiner großzügig angelegten Veranda. Die frühmorgenliche Sonne glänzt auf der Wasseroberfläche des hauseigenen Pools. Genüßlich schlürft er den ersten Kaffee und überfliegt die wichtigsten Tageszeitungen. Die Aktienkurse von morgen, sind die Zukunft von heute. Das große Geld verdient der Spekulant mit seiner Vision der zukünftigen Ereignisse!

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