Kurziele-Research
In dieser Rubrik besprechen wir Aktien, die von Analysten und Börsenpublikationen als besonders aussichtsreich eingestuft und mit hohen Kurspotentialen empfohlen werden. Zu jeder Aktie geben wir eine charttechnische Einschätzung, ob ein Einstieg aktuell sinnvoll ist.
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Donnerstag, 02. Juni 2022
DER AKTIONÄR 23-2022: Medios: Specialty-Pharma-Konzern will Ergebnismargen deutlich steigern
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Donnerstag, 02. Juni 2022

Medios: Specialty-Pharma-Konzern will Ergebnismargen deutlich steigern

Analyst: DER AKTIONÄR 23-2022
Medios (WKN: A1MMCC) ist eigenen Aussagen zufolge der führende Anbieter von Specialty Pharma Solutions in Deutschland. Unter Specialty Pharma wird der Bereich um die Behandlung komplexer und beratungsintensiver Erkrankungen wie Krebs, HIV oder Hämophilie (Erbkrankheit, die Blutgerinnung stört) verstanden. Weil diese Therapien kostenintensiv sind, werden Arzneimittel auf einzelne Patienten zugeschnitten. Medios übernimmt dabei als Experte für Arzneimittelversorgen die Herstellung patientenindividueller Therapien. Der Nebenwert wird aktuell mit rund 643 Mio. Euro kapitalisiert.

Am 11. Mai veröffentlichte Medios die Zahlen für das 1. Quartal 2022. Der Konzern konnte den Umsatz um 24,4 % von 315,9 auf 393,0 Mio. Euro steigern. Überdurchschnittlich stark fiel das Wachstum im Segment "Patientenindividueller Therapien" mit einem Anstieg um 232,3 & von 16,1 auf 53,6 Mio. Euro aus. Das EBITDA erhöhte sich um 60,7 % von 8,8 auf 14,1 Mio. Euro.

Wer angesichts der Turbulenzen an den Märkten auf der Suche nach einem Geschäftsmodell sei, das weitgehend unabhängig von konjunkturellen Schwankungen sei, solle sich laut DER AKTIONÄR den Berliner Nebenwert Medios genauer ansehen. Medios verfüge über zwei Geschäftssegmente, die sich ergänzen, aber dennoch operativ unterschiedlich ausgerichtet seien. Im Segment "Arzneimittelversorgung" trete Medios als spezialisierter Händler von Specialty-Pharma-Produkten zur Behandlung von Krebs, HIV oder Hämophilie in Erscheinung. Hier gehe es darum, für Patienten mit komplexen und beratungsintensiven Therapien maßgeschneiderte Lösungen zu finden. Bei diesem Kerngeschäft realisiere Medios allerdings nur eine Rohertragsmarge von 3,4 %. Anders sehe das beim zweiten Geschäftssegment "Patientenindividuelle Therapien" aus. Hier sei Medios nicht an die gesetzlich vorgeschriebene Preisbindung gebunden und könne mit individuellen Rezepturen für Patienten eine Rohertragsmargen von knapp 30 % erreichen. Nachdem zu Jahresbeginn ein Zusammenschluss mit NewCo Pharma erfolgt sei, habe sich in diesem Bereich das Volumen der hergestellten Arzneimittel verdreifacht. Durch NewCo verfüge Medios jetzt abgesehen von den beiden Berliner Produktionsstandorten über fünf Labore in ganz Deutschland und könne für schnelle Lieferzeiten an die 600 Partnerapotheken sorgen. Die NewCo-Akquisition werde die Ergebnismargen des Gesamtkonzerns spürbar steigen lassen. Der aktuelle Anteil von 48 % des operativen Gewinns werde künftig noch weiter zulegen. Für das Geschäftsjahr 2022 werde ein Umsatzwachstum von 18 % auf 1,6 Mrd. Euro und ein Anstieg beim EBITDA um knapp 63 % von 34,6 auf 56 Mio. Euro in Aussicht gestellt. Wachstumsfantasie gebe es aufgrund der geplanten Internationalisierung des Geschäfts. DER AKTIONÄR rät mit einem Kursziel von 40 Euro zum Kauf.

Charttechnische Einschätzung: Die Aktie von Medios befindet sich in der Korrektur. Ob der Titel bei 23,30 schon das Tief gesehen hat, bleibt abzuwarten. Wer erste Positionen aufbauen und auf eine Annäherung an das Allzeithoch bei 40 Euro spekulieren möchte, sollte das Risiko entsprechend begrenzen.
Hinweis
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