Kurziele-Research
In dieser Rubrik besprechen wir Aktien, die von Analysten und Börsenpublikationen als besonders aussichtsreich eingestuft und mit hohen Kurspotentialen empfohlen werden. Zu jeder Aktie geben wir eine charttechnische Einschätzung, ob ein Einstieg aktuell sinnvoll ist.
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KWS Saat: Einbußen beim Geschäft in der Ukraine und Russland seien geringer als gedacht ausgefallen

Analyst: FOCUS-MONEY 26-2022
Als international führender Anbieter von Saatzucht bietet die KWS Saat AG (WKN: 707400) Landwirten ein breites Produktspektrum für den Anbau von Nutzpflanzen. Neben einer ausgesprochen starken Stellung bei Zuckerrübensaatgut umfasst die Produktpalette unter anderem Saatgut für Mais, Getreide, Futter-, Öl- und Eiweißpflanzen, Rasengräser und Kartoffeln. Abgedeckt werden alle Ansprüche der modernen Landwirtschaft vom ökologischen über den konventionellen Landbau. Darüber hinaus hat KWS Saat auch gentechnisch verändertes Saatgut im Sortiment. Die Marktkapitalisierung des seit 2006 im SDAX gelisteten Unternehmens beträgt momentan rund 1,96 Mrd. Euro.

In den ersten neun Monaten des Fiskaljahres 2021/2022 (endet am 30. Juni) konnte KWS Saat den Konzernumsatz um 13,3 % von 1,071 auf 1,214 Mrd. Euro steigern. Das EBITDA gab um 2,5 % von 260,4 auf 254,0 Mio. Euro nach. Das EBIT sank um 3,9 % von 193,4 auf 185,9 Mio. Euro.

Als einer der vier größten Saatgutzüchter weltweit führe laut FOCUS-MONEY kaum ein Weg an KWS Saat vorbei, wenn Landwirte Gemüse und Getreide anbauen wollen. Das 1856 als Kleinwanzlebener Saatzucht gegründete Unternehmen sei aktuell in über 70 Ländern aktiv. Das Geschäftsjahr des Saatgutzüchters orientiere sich an die Anpflanzsaison und Ende am 30. Juni. Im zurückliegenden Fiskaljahr 2020/2021 habe der SDAX-Konzern einen Umsatz von 1,3 Mrd. Euro erwirtschaftet. Mit 110,6 Mio. Euro bzw. 3,35 Euro je Aktie habe der Gewinn etwas über dem der Vorjahre gelegen. Nach den ersten neun Monaten des nun endenden Fiskaljahres habe KWS Saat den Umsatz um rund 13 % auf 1,2 Mrd. Euro steigern können. Allerdings habe das Ergebnis aufgrund von höheren Kosten, Ukraine-Krieg oder Abwertung der türkischen Lira aber leicht nachgegeben. Übergeordnet dürfe KWS Saat aber von den gestiegenen und (womöglich) weiter steigenden Preisen für Agrarrohstoffe weiter profitieren. Der Kostendruck fördere bei den Landwirten die Investititionslust. Laut Geschäftsleitung sei die Nachfrage nach Saatgut weiterhin hoch. Ein Manko sei allerdings, dass der Konzern rund 10 % des Gesamtumsatzes normalerweise mit Russland oder der Ukraine verdient habe. Überraschenderweise sei die Aussaat dort aber besser als erwartet verlaufen. Daher habe KWS Saat die zuvor gesenkte Jahresprognose auch wieder etwas angehoben. Von einem Gesamtumsatz im Jahr 2021/22 von rund 1,43 Mrd. Euro (+10 %) dürfe rund ein Zehntel als EBIT realisiert werden. Das Nettoergebnis werde damit voraussichtlich leicht unter dem Vorjahresniveau liegen. Im kommenden Fiskaljahr dürfe KWS Saat aber von den verstärkten Anstrengungen zur Ankurbelung der Nahrungsproduktion außerhalb Russlands und der Ukraine profitieren. Im kommenden Fiskaljahr dürfe laut Analystenschätzungen ein Umsatzwachstum wahrscheinlich ein neues Rekordergebnis zur Folge haben. FOCUS-MONEY rät mit einem Kursziel von 81 Euro zum Kauf (36 % Potenzial).

Charttechnische Einschätzung: Die Aktie von KWS Saat notiert aktuell ziemlich genau auf dem Kursniveau kurz vor dem Corona-Crash 2020. Prozyklische Kaufsignale sind noch nicht zu erkennen. Anleger achten vielmehr darauf, dass der Kurs nicht signifikant unter 55 Euro abrutscht.
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