Kurziele-Research
In dieser Rubrik besprechen wir Aktien, die von Analysten und Börsenpublikationen als besonders aussichtsreich eingestuft und mit hohen Kurspotentialen empfohlen werden. Zu jeder Aktie geben wir eine charttechnische Einschätzung, ob ein Einstieg aktuell sinnvoll ist.
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MorphoSys: Aufgrund der geringen Marktkapitalisierung könne das Biotechunternehmen zum Übernahmeziel werden

Analyst: DER AKTIONÄR 44-2021
MorphoSys (WKN: 663200) verfügt über eine weltweit führende Technologie im Bereich der humanen Antikörperforschung (HuCAL-Bibliothek). Das Unternehmen treibt nicht nur seine eigenen Studien nach neuen Medikamentenkandidaten voran, sondern ist einer der angesehensten Dienstleistungspartner (Forschung und Diagnostik) für die Pharmaindustrie, u. a. für so namhafte Branchengrößen wie Boehringer Ingelheim, Daiichi Sankyo, Novartis, Merck & Co. und Pfizer. Aktuell hat MorphoSys, zum Teil im Rahmen von Partnerschaften, eine Pipeline für über 100 Medikamentenkandidaten aufgebaut. Das Besondere an den menschlichen Antikörper-Medikamenten besteht in der Verminderung von Körperabwehrreaktionen gegen einen therapeutischen Wirkstoff. Entsprechend hoch ist die Nachfrage nach solchen Wirkstoffen. An erfolgreichen Medikamentenentwicklungen seiner Partner partizipiert das Biotech-Unternehmen durch Meilensteinzahlungen und Umsatzbeteiligungen. Die Marktkapitalisierung der im TecDAX und SDAX gelisteten Gesellschaft liegt derzeit bei rund 1,34 Mrd. Euro.

Obwohl MorphoSys inzwischen kein reines Forschungsunternehmen ist, sondern bereits für einige Wirkstoffkandidaten der breiten Pipeline die Marktzulassung erhalten hat, lesen sich die Geschäftszahlen immer noch wie von einem reinen Biotechunternehmen sehr schwankungsanfällig. Im 1. Halbjahr erzielte der Konzern einen Umsatz in Höhe von 85,4 Mio. Euro (Vorjahr: 269,7 Mio. Euro). Anstatt eines operativen Gewinns von 155,1 Mio. Euro im Vorjahr, wurde diesmal ein Fehlbetrag von 100,96 Mio. Euro verbucht. Unterm Strich kam ein Minus von 20,7 Mio. Euro heraus (Vorjahr: 179,76 Mio. Euro).

Die deutsche Biotech-Schmiede MorphoSys leide laut DER AKTIONÄR aktuell unter einem Mix an schlechten Nachrichten. Neben schwachen Umsätzen im 1. Halbjahr beim Hoffnungsträger Monjuvi und der milliardenschweren Übernahme von Constellation Pharma seien auch noch hohe Aktivitäten von Shortsellern zu beobachten gewesen. Nur Teamviewer habe im HDAX in diesem Jahr eine schlechtere Performance als die MorphoSys-Aktie vorzuweisen. Das mache den SDAX- und TecDAX-Titel inzwischen zu einem interessanten Turnaround-Kandidaten. Einer der großen Kritikpunkte der Anleger bei MorphoSys hänge mit der Übernahme von Constellation Pharma zusammen. Der 1,7-Mrd.-Dollar-Deal werde nicht gutgeheißen, denn er komme einer Abkehr von der Konzernstrategie gleich. Anstatt auf die Entwicklung und Vertrieb eigener Kandidaten zu setzen, habe man sich nun ein Unternehmen einverleibt, dass lediglich Wirkstoffe in der präklinischen und klinischen Entwicklung habe. Aber eben noch kein Präparat, dass auch nur annähernd zur Marktreife komme in den nächsten Jahren. Auch wenn MorphoSys durch die Übernahme abhängiger von Forschungserfolgen geworden sei, weise der Titel derzeit ein gutes Chancen-Risiko-Verhältnis auf. Die Marktkapitalisierung liege unter dem Kaufpreis von Constellation Pharma. Damit sei die Aktie nicht nur günstig, sondern inzwischen selbst ein interessanter Übernahmekandidat geworden. Mutigen Anlegern rät DER AKTIONÄR mit einem Kursziel von 82 Euro zur Turnaround-Wette (116 % Potenzial).

Charttechnische Einschätzung: Die Aktie von MorphoSys befindet sich seit Jahresbeginn im Sinkflug. Spekulationsfreudige Anleger könnten auf einen Turnaround setzen, sollten aber einen Stopp unter dem letzten Verlaufstief beherzigen.
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