Kurziele-Research
In dieser Rubrik besprechen wir Aktien, die von Analysten und Börsenpublikationen als besonders aussichtsreich eingestuft und mit hohen Kurspotentialen empfohlen werden. Zu jeder Aktie geben wir eine charttechnische Einschätzung, ob ein Einstieg aktuell sinnvoll ist.
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Klöckner & Co.: Stahl- und Metallhändler werde beim Thema Nachhaltigikeit von Anlegern bislang übersehen

Analyst: FOCUS-MONEY 46-2021
Klöckner & Co. (WKN: KC0100) zählt nach eigenen Angaben zu den größten produzentenunabhängigen Stahl- und Metalldistributor in Europa und Nordamerika und sieht sich selbst als Bindeglied zwischen Stahl- und Metallproduzenten sowie kleinen und mittelgroßen Kunden. Zu den vertriebenen Produkten zählen Profil-/Langstahl, Flachstahl, Rohre und Qualitätsstahl/Edelstahl. Dazu kommt noch der Handel mit Aluminium und Nicht-Eisen-Metallen sowie mit Produkten für den professionellen Handwerkermarkt. Mit rund 7.900 Mitarbeitern ist der Duisburger Stahlhändler an 160 Standorten in 13 Ländern weltweit vertreten. Der im SDAX gelistete Konzern wird gegenwärtig mit rund 1,12 Mrd. Euro bewertet.

In den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres 2021 konnte Klöckner & Co. den Konzernumsatz um 38,8 % von 3,898 auf 5,411 Mrd. Euro steigern. Das EBITDA betrug 691 Mio. Euro (Vorjahr: -2 Mio. Euro). Die EBITDA-Marge lag bei 12,8 % nach 0,0 % im Vorjahr. Beim EBIT erreichte man 600 Mio. Euro (Vorjahr -118 Mio. Euro). Unterm Strich realisierte der Konzern ein Ergebnis von 490 Mio. Euro, nach einem Fehlbetrag von 136 Mio. Euro im Vorjahr.

Einen Stahlhändler wie Klöckner & Co. hätten die meisten Anleger laut FOCUS-MONEY sicher nicht auf der Rechnung, wenn es um Nachhaltigkeit gehe. Doch im Falle von Klöckner müsse man da künftig wohl umdenken. Schon heute sei Klöckner mit rund 100.000 Kunden an 140 Standorten in 13 Ländern der größte produzentenunabhängige Stahl- und Metallhändler. Die anziehende Weltkonjunktur habe dem Konzern einen Nachfrageschub verschafft. Und künftig werde der Konzern nun auch noch nachhaltig. Klöckner habe eine Kooperation mit dem schwedischen Start-up H2 Green Steel geschlossen. Ziel ist es, dadurch zu einem ersten Händler zu werden, der "grünen Stahl" mit nahezu C02-emissionsfreiem Ausstoß produziere. Das Vorhaben sei ambitioniert. Laut Klöckner-Chef Guido Kerkhoff wolle man ab 2025 jährlich bis zu 250.000 Tonnen "grünen Stahl" vermarkten. Kunden werde damit der Aufbau einer fast emissionsfreien Wertschöpfungskette ermöglicht. Operativ laufe es sowieso rund bei Klöckner. Der Konzernumsatz werde im Vergleich zu 2020 von 5,1 auf rund 5,8 Mrd. Euro um ca. 14 % zulegen. Das EBIT werde für 2021 bei rund 600 Mio. Euro liegen. Für 2021 werde der SDAX-Titel mit einem KGV von 2,6 sehr günstig bewertet. Für 2022 sei von einem Gewinnmultiple von 9,3 auszugehen. Eine Dividendenrendite von 3,8 % (2021) und 2,6 % für 2022 sei zu erwarten. FOCUS-MONEY rät mit einem Kursziel von 16 Euro zum Kauf (43 % Potenzial)

Charttechnische Einschätzung: Die Aktie von Klöckner & Co. konnte sei dem Corona-Crash-Tief bei 2,75 Euro deutlich zulegen. In der Spitze notierte die Aktie in diesem Jahr schon bei 13,30 Euro. Doch seit Monaten tut sich der SDAX-Titel schwer, auf neue Hochs auszubrechen. Prozyklisch drängt sich ein Kauf erst bei einem Ausbruch über das 52-Wochenhoch bei 13,30 Euro auf. Stopps sollten Anleger unter 10 Euro ins Auge fassen.
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