Kurziele-Research
In dieser Rubrik besprechen wir Aktien, die von Analysten und Börsenpublikationen als besonders aussichtsreich eingestuft und mit hohen Kurspotentialen empfohlen werden. Zu jeder Aktie geben wir eine charttechnische Einschätzung, ob ein Einstieg aktuell sinnvoll ist.
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SAF-Holland: Mit starken Neunmonatszahlen konnte der Nutzfahrzeugzulieferer die Marktbeobachter überraschen

Analyst: FOCUS-MONEY 50-2021
SAF-Holland (WKN: SAFH00) ist einer der international führenden Nutzfahrzeugzulieferer, der im Jahr 2006 aus dem Zusammenschluss der beiden Traditionsunternehmen SAF (gegründet 1881 in Keilberg bei Aschaffenburg) und Holland (gegründet 1910 in Corsica, South Dakota, USA) hervorgegangen ist. Als Hersteller und Anbieter von Produktsystemen und Bauteilen für die LKW-, Auflieger- und Anhänger-, Bus- und Campingfahrzeugindustrie hat sich das Unternehmen vor allem im Bereich Achssysteme, Sattelkupplungen, Stützwinden und Königszapfen einen Namen gemacht. Mit Produktionsstandorten rund um den Globus (Europa, Nordamerika, Brasilien, Australien, China und Indien), Tochtergesellschaften und einem Servicenetzwerk mit mehr als 10.000 Stationen ist SAF-Holland weltweit präsent. Der im SDAX gelistete Konzern wird aktuell mit rund 512,5 Mio. Euro an der Börse bewertet.

In den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres 2021 konnte SAF-Holland den Konzernumsatz um 30,5 % von 708,7 auf 924,8 Mio. Euro steigern. Das bereinigte EBITDA legte um 51,9 % von 65,2 auf 99,0 Mio. Euro zu. Die EBITDA-Marge betrug 10,7 % gegenüber 9,2 % im Vorjahr. Beim bereinigten EBIT verzeichnete der Konzern einen Anstieg um 85 % von 38,5 auf 71,3 Mio. Euro. Die EBIT-Marge lag bei 7,7 %, nach 5,4 % im Vorjahr.

SAF-Holland habe laut FOCUS-MONEY Mitte November überraschend starke Neunmonatszahlen vorgelegt mit einem Umsatzanstieg um 30,5 % auf 924,8 Mio. Euro und einem großen Sprung beim EBIT um 85 % auf 71,3 Mio. Euro. Überraschend, weil dem Nutzfahrzeugzulieferer eigentlich der Wind ins Gesicht blase. SAF-Holland kämpfe gleich an mehreren Fronten. Rohstoff- und Logistikkosten würden steigen und könnten erst mit zeitlicher Verzögerung an die Kunden weitergeben werden. Negative Wechselkurseffekte seien ein weiteres Problem in jüngster Zeit gewesen. Aber dennoch habe SAF-Holland diese starken Neunmonatszahlen vorlegen können und dann auch noch das mittelfristige Ziel bestätigt, die EBIT-Marge von 7,7 auf mindestens 8 % steigern zu wollen. Im wichtigsten Absatzmarkt des Konzerns, Europa, Mittlerer Osten und Afrika, sei der Zulieferer von Lkw-Trailern und Truck-Bauteilen zuletzt um 36 % gewachsen. In Nord- und Südamerika habe man 20 % Umsatzwachstum realisieren können. Wachstumsspitzenreiter sei allerdings der Raum Asien-Pazifik mit einem Plus von 49 % gewesen, weil SAF-Holland eine starke Erholung in Indien beobachten konnte. Für das Gesamtjahr 2021 erwarte die Konzernleitung nun einen Umsatz zwischen 1,1 und 1,2 Mrd. Euro. Das wäre ein Zuwachs zwischen 15 und 25 % gegenüber dem Vorjahr. Weil der Konzern aber in die Ausweitung der Produktionskapazitäten investiere, dürfe es bei diesen Umsatzwerten nicht bleiben. SAF-Holland baue einen neuen Standort in Russland, weite ein Werk in der Türkei aus und füge der Produktion in Mexiko eine zusätzliche Montagelinie hinzu. FOCUS-MONEY rät mit einem Kursziel von 18 Euro zum Kauf (59 % Potenzial).

Charttechnische Einschätzung: Die Aktie von SAF-Holland konnte sich deutlich vom Marktcrash im März 2020 erholen, läuft aber seit Monaten oberhalb von 10,80 Euro seitwärts. Nach oben ist der Kurs momentan beim Jahreshoch im Bereich von 14,40 Euro gedeckelt.
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