Kurziele-Research
In dieser Rubrik besprechen wir Aktien, die von Analysten und Börsenpublikationen als besonders aussichtsreich eingestuft und mit hohen Kurspotentialen empfohlen werden. Zu jeder Aktie geben wir eine charttechnische Einschätzung, ob ein Einstieg aktuell sinnvoll ist.
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Lanxess: Spezialchemie-Konzern will bis 2023 ein jährliches Umsatzwachstum im oberen einstelligen Prozentbereich erzielen und beim Gewinn doppel so stark zulegen

Analyst: BÖRSE ONLINE 50-2021
Lanxess (WKN: 547040) hat sich als Hersteller von Spezialchemikalien weltweit etabliert. Das Kerngeschäft bilden Entwicklung, Herstellung und Vertrieb von chemischen Zwischenprodukten, Additiven, Spezialchemikalien und Kunststoffen. Das operative Geschäft hat der Konzern in die vier Segmente Advanced Intermediates, Specialty Additives, Consumer Protection und Engineering Materials aufgeteilt. An der Börse wird der MDAX-Konzern gegenwärtig mit rund 4,5 Mrd. Euro bewertet.

In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2021 konnte Lanxess den Konzernumsatz um 19 % von 4,601 auf 5,475 Mrd. Euro steigern. Das EBITDA vor Sondereinflüssen legte um 20,4 % von 662 auf 797 Mio. Euro zu. Die Umsatzmarge betrug 14,6 % gegenüber 14,4 % im Vorjahr. Das EBIT erhöhte sich um 50 % von 218 auf 327 Mio. Euro. Die EBIT-Marge lag bei 6,0 % gegenüber 4,7 % im Vorjahr. Das Konzernergebnis gab um 73,2 % von 888 auf 238 Mio. Euro nach.

An jedem Jahresende richte sich laut BÖRSE ONLINE der Blick auf die Chancen im kommenden Börsenjahr. Der Spezialchemie-Konzern Lanxess könne eine solche Chance für 2022 bieten und zu einem potenziellen MDAX-Überflieger werden. Für das laufende Geschäftsjahr 2021 hätte Lanxess unter dem Gegenwind steigernder Energiepreise und hoher Frachtkosten die Ergebnisprognose kappen müssen. Was vom Markt aber bislang komplett übersehen werde: Lanxess habe während der Corona-Krise große Fortschritte beim Umbau des Geschäftsmodells gemacht. Der Spezialchemie-Konzern habe sich von den sehr zyklischen Geschäftsbereichen getrennt. Im Gegenzug habe man durch Zukäufe die Geschäftssegmente mit höheren Margen gestärkt. Anfang 2020 habe Lanxess z. B. den Spezialisten für Aromachemikalien, Konservierungsstoffe und Industriechemikalien EKC für 1 Mrd. USD übernommen. Der Preis sei günstig für ein Unternehmen, das im Vorjahr 425 Mio. USD Umsatz und ein EBITDA von 90 Mio. USD erzielt habe. Im August sei nun die Übernahme der Microbial-Control-Sparte des US-Konzerns International Flavors & Fragrances erfolgt. Für 1,3 Mrd. USD habe man den Spezialisten für Materialschutz und Desinfektionsmittel gekauft. Die neue Tochter bringe einen Umsatz von 380 Mio. Euro bei einer EBITDA-Marge von 20 % mit. Gelinge es Synergien mit dem Kerngeschäft von Lanxess zu erzielen, dürfe die Marge auf 30 % zulegen. Schon jetzt könne man die Fortschritte bei der Profitabilität des MDAX-Konzerns beobachten. Bis 2023 wolle man ein Umsatzwachstum im oberen einstelligen Prozentbereich erzielen und ein doppelt so hohes Gewinnwachstum realisieren. Gemessen daran, sei die Aktie sehr günstig mit einem 2022er-KGV von 10 bewertet. BÖRSE ONLINE rät mit einem Kursziel von 80 Euro zum Kauf (54 % Potenzial).

Charttechnische Einschätzung: Übergeordnet tritt die Aktie von Lanxess seit Jahren auf der Stelle. Aktuell notiert der MDAX-Titel im Bereich der Unterstützungszone von 50 Euro. Darunter könnte es abwärts gehen bis zur nächsten Horizontalunterstützung bei 42 Euro.
Hinweis
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