Kurziele-Research
In dieser Rubrik besprechen wir Aktien, die von Analysten und Börsenpublikationen als besonders aussichtsreich eingestuft und mit hohen Kurspotentialen empfohlen werden. Zu jeder Aktie geben wir eine charttechnische Einschätzung, ob ein Einstieg aktuell sinnvoll ist.
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Indus Holding: Geschäftsaussichten der Beteiligungsgesellschaft würden von Anlegern womöglich zu negativ gesehen trotz Unwägbarkeiten eines Gaslieferstopps aus Russland

Analyst: BÖRSE ONLINE 15-2022
Indus Holding (WKN: 620010) beschreibt sich selbst als einen der führenden Spezialisten für nachhaltige Unternehmensbeteiligung und –entwicklung im deutschsprachigen Mittelstand. Die Beteiligungsgesellschaft mit Sitz in Bergisch-Gladbach erwirbt überwiegend inhabergeführte Unternehmen. Die Engagements werden meist mit langem Zeithorizont eingegangen. Ziel ist die unternehmerische Weiterentwicklung der Portfolio-Gesellschaften. Schwerpunktmäßig hat die Indus Holding ein Portfolio mit Beteiligungen an 48 Unternehmen in den Bereichen Bau/Infrastruktur (12 Gesellschaften), Fahrzeugtechnik (8), Maschinen- und Anlagenbau (13), Medizin- und Gesundheitstechnik (5) und Metalltechnik (10) aufgebaut. Die SDAX-Gesellschaft wird aktuell mit rund 709 Mio. Euro bewertet.

Im Geschäftsjahr 2021 konnte Indus Holding den Umsatz um 11,7 % von 1,559 auf 1,742 Mrd. Euro steigern. Das EBITDA legte um 39,8 % von 157,5 auf 220,4 Mio. Euro zu. Beim EBIT ging es sogar um 359,8 % von 25,1 auf 115,4 Mio. Euro nach oben. Die EBIT-Marge betrug 6,6 % gegenüber 1,6 % im Vorjahr. Nach Steuern realisierte der Konzern einen Überschuss in Höhe von 47,6 Mio. Euro, nachdem im Vorjahr ein Verlust in Höhe von 26,9 Mio. Euro angefallen war.

Indus Holding sei laut BÖRSE ONLINE ein Unternehmen, dass unter dem aktuellen Marktumfeld besonders leide. Die recht breit diversifizierte Beteiligungsgesellschaft kämpfe mit steigenden Energie- und Rohstoffpreisen und den weiterhin ungelösten Lieferkettenproblemen. Dazu kämen jetzt auch noch Inflationssorgen. Ein im Raum stehendes Embargo für russische Gas würde zu einem weiteren schwerwiegenden Belastungsfaktor werden. Indus Holding habe einige Beteiligungen im Industriebereich, die durch einen Gaslieferstoff schwer unter Druck kommen könnten. Nicht weiter ins Gewicht fielen jedoch die direkten Beteiligungen mit Russland, auf die gerade einmal 1,2 % des Gesamtumsatzes im Geschäftsjahr 2021 entfielen. Die allgemeinen Auswirkungen eines langen anhaltenden Kriegs in der Ukraine und weiteren Sanktionen des Westens gegen Russland ließen sich jedoch kaum genau beziffern. Bislang sehe die Prognose für das Geschäftsjahr 2022 einen Umsatzanstieg von zuletzt 1,74 auf 1,8 bis 1,95 Mrd. Euro vor. Das EBIT solle nach 115,4 Mio. Euro zwischen 155 und 130 Mio. Euro liegen. Festzustellen sei bislang, dass es bei vielen Beteiligungen von Indus Holding weiterhin operativ rund laufe. Näheres zum Jahresauftakt werde Indus Holding mit den Zahlen für das 1. Quartal am 11. Mai melden. Der Kursrutsch habe die Aktie inzwischen wieder auf ein deutlich reduziertes Bewertungsniveau gedrückt. Womöglich würden von Anlegern zu viele Risiken eingepreist. Daher rät BÖRSE ONLINE mit Kauflimits unter 26 Euro und dann unter 24 und 22 Euro zum Aufbau von Positionen. Das Kursziel lautet 38 Euro (44 % Potenzial).

Charttechnische Einschätzung: Die Aktie der Indus Holding ist unter Druck. Der Titel droht bei einem Rutsch unter 25 Euro wieder an die Tiefs vom Jahr 2020 bei 21,50 Euro abzurutschen. Anleger warten eine Bodenbildung bzw. deutliche Anzeichen einer Trendumkehr ab.
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