Kurziele-Research
In dieser Rubrik besprechen wir Aktien, die von Analysten und Börsenpublikationen als besonders aussichtsreich eingestuft und mit hohen Kurspotentialen empfohlen werden. Zu jeder Aktie geben wir eine charttechnische Einschätzung, ob ein Einstieg aktuell sinnvoll ist.
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Verbio: Wachstumsstory sei voll intakt, auch wenn deutsche Politiker derzeit für Gegenwind beim Biokraftstoffhersteller sorgen

Analyst: DER AKTIONÄR 21-2022
Verbio (WKN: A0JL9W) zählt zu den führenden Herstellern und Anbietern von Biokraftstoffen und produziert sowohl Biodiesel, Bioethanol als auch Biomethan. Der Konzern legt bei der Herstellung der Biokraftstoffe großen Wert darauf, Rohstoffe zu verwenden, die für die Produktion von Nahrungsmitteln nicht eingesetzt werden. Zu den Kunden der Gruppe zählen nahezu alle namhaften europäischen Mineralölkonzerne (BP, Shell, Agip und Total), Mineralhandelsgesellschaften, Stadtwerke, Speditionen und Fahrzeugflottenbetreiber. Des Weiteren vertreibt Verbio hochwertiges Pharmaglyzerin, das aus dem bei der Biodieselherstellung anfallenden Nebenprodukt Glyzerin aufbereitet wird und als Qualitätsprodukt in der chemischen und pharmazeutischen Industrie Verwendung findet. Die Marktkapitalisierung der SDAX-Gesellschaft beträgt aktuell rund 3 Mrd. Euro.

Am 12. Mai veröffentlichte Verbio die Neunmonatszahlen für das Fiskaljahr 2021/2022 (endet am 30. Juni). Der Konzernumsatz legte um 72,6 % von 716,9 Mio. auf 1,238 Mrd. Euro zu. Das EBITDA legte im Jahresvergleich um 179,2 % von 112,8 auf 314,9 Mio. Euro zu. Beim EBIT ging es von zuvor 90,4 auf 291,5 Mio. Euro nach oben. Nach einem Periodenergebnis von 61,8 Mio. Euro im Vorjahr wurde nunmehr ein Gewinn von 199,9 Mio. Euro ausgewiesen.

Heftiger politischer Gegenwind habe laut DER AKTIONÄR die jüngste Rally bei Verbio nicht nur abgewürgt, sondern regelrecht zum Kollaps gebracht. Der Anbieter von Biokraftstoffen sei nach kritischen Äußerungen von Bundesumweltministern Steffi Lemke zum Gebrauch von Agrarrohstoffen für die Kraftstoffproduktion eingebrochen. Andere Politiker hätten die Forderung "Keine Nahrungs- und Futtermittel für die Produktion von Biokraftstoffen" sogleich aufgegriffen, mit der Begründung, dass der Welt eine Hungersnot drohe, wenn wichtige Agrarrohstoffe für Biokraftstoffe genutzt würden. Laut Verbio-Chef Claus Sauter seien diese Befürchtungen aber haltlos. Verbio fokussiere sich seit Jahren auf fortschrittliche Biokraftstoffe. Kürzlich habe man eine Stroh-Biomethananlage im US-Bundesstaat Iowa eingeweiht. Aus Maisstroh werde man dort unter Vollauslastung bis zu 100.000 Tonnen Biomethan herstellen. In den kommenden 5 Jahren plane Verbio 5 bis 10 weitere Anlagen dieser Art in Nordamerika zu eröffnen. Dem politischen Gegenwind in Deutschland zu Trotz laufe das Geschäft bei Verbio rund. Für das gesamte Fiskaljahr 2021/2022 (bis Ende Juni) werde Verbio ein EBITDA von 430 Mio. Euro erzielen, nach 122 Mio. Euro im Vorjahr. Gerade in Nordamerika sei auch in den kommenden Jahren von einem deutlichen Wachstumsschub auszugehen. Und in Indien habe Verbio in Punjab die erste Anlage in Betrieb genommen. Mit dem Partner IndianOil wolle man weitere Stroh-Biomethananlagen in dem aufstrebenden asiatischen Markt errichten. DER AKTIONÄR rät mutigen Anlegern mit Weitblick mit einem Kursziel von 75 Euro zum Einstieg (57 % Potenzial).


Charttechnische Einschätzung: Die Aktie von Verbio ist heftig abgestürzt nach den Äußerungen einiger Politiker und hat charttechnisch Porzellan zerschlagen. Der Aufwärtstrend der letzten 2 Jahr ist Geschichte. Die Horizontalunterstützung bei 48 Euro unter Druck. Kann diese Marke nicht behauptet werden, könnte es noch einmal deutlich tiefer gehen.
Hinweis
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