Kurziele-Research
In dieser Rubrik besprechen wir Aktien, die von Analysten und Börsenpublikationen als besonders aussichtsreich eingestuft und mit hohen Kurspotentialen empfohlen werden. Zu jeder Aktie geben wir eine charttechnische Einschätzung, ob ein Einstieg aktuell sinnvoll ist.
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MTU Aero Engines: Triebwerkspezialist an fast allen zivilen Luftfahrtprojekten beteiligt

Analyst: FOCUS-MONEY 23-2022
MTU Aero Engines (WKN: A0D9PT) bezeichnet sich selbst als Deutschlands führenden Triebwerkshersteller. Gemessen am Umsatz ist der Konzern aus München einer der größten Anbieter von Triebwerksmodulen und –komponenten sowohl für die zivile als auch militärische Luftfahrt. Produkte des Konzerns finden sich in Flugzeugen in Mittelstreckenflugzeugen wie der Airbus-A320-Baureihe, Kurzstreckenflugzeugen, Business Jets und auch im Kampfjet Eurofighter. Neben Entwicklung, Herstellung und Vertrieb von Triebwerksmodulen und –komponenten handelt es sich bei der Instandhaltung ziviler Antriebe um den zweiten großen Geschäftsbereich des Konzerns. Durch Kooperationen, Joint-Ventures, Unternehmensbeteiligungen und eigene Tochtergesellschaften ist MTU rund um den Globus präsent. Der Börsenwert des DAX-Konzerns beträgt aktuell rund 9,94 Mrd. Euro.

Im 1. Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2022 konnte MTU den Konzernumsatz um 19 % von 989 Mio. auf 1.180 Mrd. Euro steigern. Das EBIT erhöhte sich um 52 % von 86 auf 131 Mio. Euro. Die EBIT-Marge betrug 11,1 % gegenüber 8,7 % im Vorjahr. Netto stieg das Ergebnis um 60 % von 58 auf 93 Mio. Euro. Der Free Cashflow legte um 27 % von 106 auf 134 Mio. Euro zu.

Der Münchner Spezialist für Triebwerke und Wartungsdiensten, MTU Aero Engines, sei laut FOCUS-MONEY stark aus der Krise der Luftfahrtbranche während der Pandemie zurückgekommen. Das Geschäft mit Triebwerken für zivile und militärische Luftfahrt, stationäre Industrie- und Marine-Gasturbinen sei längst wieder angezogen. MTU sei als Partner bei fast jeder Neuentwicklung von Triebwerken in der zivilen Luftfahrt involviert. Mit den anderen Größen der Branche, Pratt & Whitney, General Electric und Rolls-Royce arbeite MTU eng zusammen. Selbst in der Pandemie habe sich der Triebwerkspezialist wacker geschlagen. Während Airlines teils mit Milliardensummen vor der Pleite gerettet worden seien, habe MTU noch das schwierige Jahr 2021 mit einem Nettogewinn von 147 Mio. Euro abschließen können, obwohl der Umsatz gegenüber 2020 um 14 % rückläufig gewesen sei. Für das laufende Geschäftsjahr habe MTU einen kräftigen Umsatzanstieg auf bis zu 4,6 Mrd. Euro in Aussicht gestellt. Es dürfe unterstellt werden, dass ein Ende der Covid-relevanten Lockdowns das Wachstum der gesamten Luftfahrtbranche aufleben lassen dürfe. MTU werde nicht nur als Hersteller neuer Triebwerke für neue Flugzeuge, sondern auch als erste Anlaufstelle für die Wartung von Bestandstriebwerken von dieser Entwicklung profitieren. Zudem dürfe MTU auch mit Aufträgen profitieren, die dank erhöhter Verteidigungsbudgets in der EU bei den Münchner eingehen sollten. Diese Wachstumsfantasie sei noch längst nicht im Aktienkurs eingepreist. FOCUS-MONEY rät mit einem Kursziel von 220 Euro zum Kauf (18 % Potenzial).

Charttechnische Einschätzung: Die Aktie von MTU läuft seit 16 Monaten zwischen 175 und 225 Euro seitwärts. Wiederholt scheiterte der Titel am Ausbruch. Allerdings kam auch kein übermäßiger Verkaufsdruck auf. Eine Annäherung an die obere Rangekante könnte durchaus möglich sein, solange 175 Euro als Unterstützung hält.
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