Kurziele-Research
In dieser Rubrik besprechen wir Aktien, die von Analysten und Börsenpublikationen als besonders aussichtsreich eingestuft und mit hohen Kurspotentialen empfohlen werden. Zu jeder Aktie geben wir eine charttechnische Einschätzung, ob ein Einstieg aktuell sinnvoll ist.
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Deutz: Motorenbauer wird als Zykliker von Konjunkturkrise getroffen, hat es aber verstanden, gestärkt aus vorhergehenden Tiefs hervorzukommen

Analyst: BÖRSE ONLINE 24-2022
Der Name Deutz steht in der Fahrzeugindustrie für Motoren. Seit der Gründung im Jahr 1864 dreht sich bei dem Unternehmen aus Köln alles um Verbrennungsmotoren. Anspruch des heutigen Konzerns ist es, die "erfolgreichsten Motorensysteme der Welt" anzubieten. Als ausgesprochener Spezialist für Dieselmotoren bedient Deutz (WKN: 630500) viele Kundenwünsche in zahlreichen Branchen. Deutz-Motoren bewegen Traktoren und andere landwirtschaftliche Nutzfahrzeuge, Lkws und Baumaschinen. Sie kommen zum Einsatz bei Bahnantrieben und Aggregaten der Stromerzeugung sowie in Bohrmaschinen unter Tage. Die SDAX-Gesellschaft weist aktuell eine Marktkapitalisierung von 503 Mio. Euro auf.

Im 1. Quartal 2022 verzeichnete Deutz einen Anstieg des Auftragseingangs um 9,6 % von 464,8 auf 509,6 Mio. Euro. Der Konzernumsatz legte um 30,4 % von 343,4 auf 447,9 Mio. Euro zu. Das EBIT lag bei 9,0 Mio. Euro, nachdem im Jahr zuvor ein kleines Minus von 0,4 Mio. Euro ausgewiesen worden war. Das Konzernergebnis betrug 6,8 Mio. Euro, nach einem Minus von 0,9 Mio. Euro im Vorjahr.

Krisen und Wirtschaftszyklen sei der Motorenbauer laut BÖRSE ONLINE gewohnt. Immer wieder habe der Konzern aber schwierige Zeiten in der langen Firmengeschichte zu meistern verstanden. Für Anleger habe der Titel allein seit der Finanzkrise 2009 vier Zyklen mit entsprechend starken Kursschwankungen zu bieten gehabt. Eventuell stehe die Aktie von Deutz jetzt kurz davor, nach einer Kurshalbierung seit dem Jahreshoch den fünften Aufwärtszyklus zu beginnen. Noch werde bei dem Titel die wirtschaftlichen Unsicherheiten, Lieferkettenprobleme und eine mögliche Rezession eingepreist. Der Motorenbauer würde sicherlich nicht ungeschoren davonkommen in einer schweren Konjunkturkrise. Die jüngsten Zahlen für das 1. Quartal 2022 sprächen allerdings von einer anderen Situation. Die Kennziffern für Auftragseingang, Umsatz und Betriebsergebnis habe Deutz alle im Vergleich zum Vorjahr steigern können. Womöglich werde ein Konjunktureinbruch nicht so schlimm ausfallen, wie befürchtet. Außerdem habe es Deutz zuvor geschafft, aus jedem Zyklustief gestärkt herauszukommen und danach die Margen zu verbessern. Die aktuelle Bewertung des Konzerns mit einem Drittel des Jahresumsatzes und einer Betriebsmarge von unter 4 % mag angemessen sein, blende aber jegliches Verbesserungspotenzial aus. Bei einer Normalisierung der Konjunktur werde Deutz wieder mehr Motoren verkaufen, den Umsatz steigern und die Margen erhöhen. Wenn es Deutz gelingen sollten, bereits im Jahr 2024 einen Umsatz von rund 2 Mrd. Euro und eine Marge um 6 % zu erzielen, spreche das für eine Marktkapitalisierung von 1 Mrd. Euro. Gegenüber dem derzeitigen Börsenwert käme das einer Verdopplung gleich. BÖRSE ONLINE rät mit einem Kursziel von 8 Euro zum Kauf (90 % Potenzial).

Charttechnische Einschätzung: Der Aktie von Deutz befindet sich seit Herbst 2021 im Abwärtstrend. Derzeit bleibt abzuwarten, ob der Titel im Bereich von 4 Euro einen Boden ausbilden kann. Sollte die Marke gebrochen werden, dürfte es weiter abwärts in Richtung des Corona-Tiefs vom Jahr 2020 gehen.
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