vitrade
Information zum Blog
Jörg Meyer
Diplom-Volkswirt (Univ.)
joerg.meyer[at]mastertraders.de

Herausarbeitung von Investment- und Tradingideen mit überdurchschnittlichen Kurschancen für einen Zeitraum von Tagen bis Monaten bei konsequenter Risikominimierung.

Darüberhinaus wird das "Wie" des Tradings besprochen und allgemeines Know How für erfolgreiches Handeln auf kurz- bis mittelfristiger Ebene vermittelt.

Realisierte Performance im jeweiligen Jahr
2007: +220%
2008: +12%
2009: +215%
2010: +75%
2011: +23%
2012: +36% | 18.287 € (Bescheinigung)
2013: +52% | 26.281 € (Bescheinigung)
2014: +19% | 9.415 € (Bescheinigung)
2015: +32% | 15.904 € (Bescheinigung)

Zuletzt beendete Trades im Trading-Channel

Steico: +20%
W&W: -2,5%
Windeln.de: +5%
Sixt: +16,5%
Biotest Vz.: +15%
Verbio: +5%
OHB: -2,3%
Jenoptik: -1,7%
GFT: -3,2%
Ströer: +8%
Hugo Boss: +3,2%
Wacker Chemie: -8%
Nordex: +7,2%
Lufthansa: +6,5%
Datagroup: -4,3%
TeleColumbus: +7%
Freenet: +12%
WCM: +25%
Süss Microtec: +40%

Hinweis nach WPHG ง34b zur Aufklärung über mögliche Interessenskonflikte:
Jörg Meyer handelt regelmäßig mit in diesem Blog besprochenen Wertpapieren und besitzen eventuell Positionen in den genannten Papieren.

Jörg Meyers Trading Channel besteht aus einem Trading Tagebuch für mittelfristige Strategiebesprechungen und einem Live Trading Ticker für neue Käufe, Verkäufe und kurze Marktkommentare.
Jörg Meyer schrieb am Montag, 25.04. in seinem Trading Tagebuch:
Liebe Trader, für Breakout-Trader ergibt sich heute eine Chance bei Sixt. Die Aktie hatte vor einigen Wochen einen Pivotal Point gebildet. Was war geschehen? Die Dividende von 1,50 Euro/Aktie lag über den Erwartungen. Man hat ein kleines ...
Außerdem verfasste er in den letzten Tagen 5 Meldungen in seinem Live Trading Ticker, die unmittelbar an seine Kunden per Mail gesendet wurden:
Live Trading Ticker
29.04. 09:57 Uhr
*******************
29.04. 09:37 Uhr
*******************
28.04. 10:09 Uhr
Verkauft 350 Braas Monier (BMSA01) zu 24,58 Euro
27.04. 12:24 Uhr
Gekauft 120 Isra Vision (548810) zu 62,10 Euro
26.04. 15:02 Uhr
Gekauft 350 Braas Monier (BMSA01) zu 23,95 Euro
Archiv
1 Beitrag
Mai 2016
3 Beiträge
April 2016
1 Beitrag
November 2015
1 Beitrag
August 2015
1 Beitrag
Mai 2015
2 Beiträge
Februar 2015
2 Beiträge
Januar 2015
1 Beitrag
November 2014
1 Beitrag
August 2014
2 Beiträge
Juli 2014
1 Beitrag
Juni 2014
1 Beitrag
Mai 2014
1 Beitrag
April 2014
1 Beitrag
Februar 2014
3 Beiträge
Januar 2014
1 Beitrag
Oktober 2013
1 Beitrag
September 2013
1 Beitrag
August 2013
2 Beiträge
März 2013
1 Beitrag
Februar 2013
2 Beiträge
Januar 2013
2 Beiträge
Dezember 2012
2 Beiträge
November 2012
4 Beiträge
Oktober 2012
3 Beiträge
September 2012
2 Beiträge
August 2012
4 Beiträge
Juli 2012
2 Beiträge
Juni 2012
4 Beiträge
Mai 2012
3 Beiträge
April 2012
5 Beiträge
März 2012
4 Beiträge
Februar 2012
4 Beiträge
Januar 2012
4 Beiträge
Dezember 2011
4 Beiträge
November 2011
4 Beiträge
Oktober 2011
4 Beiträge
September 2011
5 Beiträge
August 2011
4 Beiträge
Juli 2011
5 Beiträge
Juni 2011
4 Beiträge
Mai 2011
5 Beiträge
April 2011
7 Beiträge
März 2011
8 Beiträge
Februar 2011
6 Beiträge
Januar 2011
4 Beiträge
Dezember 2010
7 Beiträge
November 2010
5 Beiträge
Oktober 2010
5 Beiträge
September 2010
9 Beiträge
August 2010
6 Beiträge
Juli 2010
2 Beiträge
Juni 2010
4 Beiträge
Mai 2010
8 Beiträge
April 2010
9 Beiträge
März 2010
9 Beiträge
Februar 2010
8 Beiträge
Januar 2010
6 Beiträge
Dezember 2009
8 Beiträge
November 2009
9 Beiträge
Oktober 2009
15 Beiträge
September 2009
14 Beiträge
August 2009
12 Beiträge
Juli 2009
17 Beiträge
Juni 2009
16 Beiträge
Mai 2009
9 Beiträge
April 2009
10 Beiträge
März 2009
9 Beiträge
Februar 2009
7 Beiträge
Januar 2009
7 Beiträge
Dezember 2008
9 Beiträge
November 2008
12 Beiträge
Oktober 2008
10 Beiträge
September 2008
17 Beiträge
August 2008
6 Beiträge
Juli 2008
7 Beiträge
Juni 2008
17 Beiträge
Mai 2008
20 Beiträge
April 2008
14 Beiträge
März 2008
9 Beiträge
Februar 2008
13 Beiträge
Januar 2008
10 Beiträge
Dezember 2007
10 Beiträge
November 2007
17 Beiträge
Oktober 2007
25 Beiträge
September 2007
13 Beiträge
August 2007
8 Beiträge
Juli 2007
12 Beiträge
Juni 2007
19 Beiträge
Mai 2007
28 Beiträge
April 2007
45 Beiträge
März 2007
44 Beiträge
Februar 2007
43 Beiträge
Januar 2007
Highperformance-Aktien
Reales 50.000 € Trading-Depot

Sonntag, 01. Mai 2016

Nebenwerte-Storys geben den Ton an - 4 Beispiel. Was diese Aktie nach zwei Pivotal Points so spannend macht!

Liebe Leser,

in den letzten Wochen war die Puste bei vielen hochliquiden Titeln raus. Dynamische Vorstöße auf neue 52-Wochenhochs oder impulsive Aufwärtsbewegungen waren Mangelware. Stattdessen zeigen Nebenwerte einen enormen Aufwärtsdrang. Titel wie Mensch&Maschine, Energiekontor, Bet-at-Home oder SLM Solutions legten starke Rallyebewegungen hin. Es scheint eine Zeit gekommen zu sein in der sich der Markt auf ausgewählte Storys im Nebenwertesegment konzentriert:

  • Mensch&Maschine: Die Q1-Zahlen zeigten mit einem Umsatz von 50,3 Mio. Euro und einem Nettogewinn von 0,14 Euro/Aktie, dass Unternehmen auf bestem Weg ist die 2016er Ziele von 170 Mio. Euro und 0,50 Euro/Aktie zu erreichen. Bis 2018 dürfte man bei 200 Mio. Euro und 0,80 Euro/Aktie landen. Die Fokussierung auf eigene Software und weniger Abschreibungen wirken sich positiv aus, das Profitabilitätslevel steigt.
  • Energiekontor: Der Projektierer legte starke 2015er Zahlen vor. Der Nettogewinn stieg um 43% auf 18,5 Mio. Euro. Selbst für 2016 plant der Vorstand trotz des unsicheren Projektierungsgeschäfts ein stabiles bis leicht steigendes Ergebnis. Damit könnte Energiekontor für 2015 und 2016 eine Dividende von jeweils 0,80 Euro/Aktie (Rendite: 5,2%) zahlen. Dividendenjäger lockt das an.
  • Bet-at-Home: Im Sommer findet die Fußball-EM statt. Bet-at-Home hat beste Chancen auf ein gutes Geschäft und wird entsprechend viel ins Neukundenwachstum investieren. Der Vorteil, dann kann das Unternehmen in den Folgejahren von einer höheren Anzahl aktiver Kunden profitieren. Die EBITDA-Guidance von 30 Mio. Euro gilt als konservativ. Die jüngste Dividendenankündigung von 4,50 Euro/Aktie (Rendite: 3,3%) überraschte.
  • SLM Solutions: Der 3D-Metalldruck wird im Flugzeugbau zunehmend in die Massenproduktion von Teilen für die Kabine oder das Triebwerk überführt. Daher werden die 3D-Druck-Kapazitäten in den nächsten Jahren steigen müssen – HSBC rechnet mit einem 30%igen Marktwachstum p.a. bis 2023. Für SLM bedeutet das die Chance auf hochvolumige Orders und einen massiven Anstieg beim Auftragseingang. Laut HSBC hat SLM auch die technologische Führerschaft und könnte "bis zu viermal so schnell produzieren als die Konkurrenz". Zudem hat man durch den Einstieg ins Pulvergeschäft ein hochmargiges und wiederkehrendes Business erschlossen. Das ist die Story bei der mit einem KUV17e von 3,7 schon ambitioniert bewerteten Aktie.

Eine spannende Story im Nebenwertesegment ist Nanogate. Die Aktie hat nach zwei wichtigen Pivotal Points in einen neuen Aufwärtstrend gewechselt.

Nanogate ist auf die Veredelung von Hochleistungsoberflächen spezialisiert. Ziel ist es Oberflächen aus Keramik, Beton, Metall, Textil, Glas oder Kunststoff mit Hilfe von chemischen Lösungen aufzuwerten. Neben den typischen Materialeigenschaften sollen neue Charakteristika hinzukommen. Das können die Kratzfestigkeit, Antihaftung, chemische Beständigkeit, Abschirmung elektromagnetischer Strahlung oder der UV-Schutz sein. Kunden erhalten damit neue Produkte, die sich gegenüber denen der Konkurrenz differenzieren, leistungsfähiger und umweltfreundlicher sind.

Ein simples Beispiel ist die Veredelung von Frontscheinwerfern beim Fahrzeug. Nanogate kann die Kunststoffverkleidungen kratzfest und antihaftende machen, sodass es zu keiner Beeinträchtigung der Ausleuchtung kommt. Textilen, wie die Autositze, lassen sich beschichten, sodass sie einfacher zu reinigen sind. Schaltknaufplaketten eines schwedischen Fahrzeugherstellers werden gegen Kratzer und Umwelteinflüsse veredelt, um Abnutzungserscheinungen zu verhindern. Der positive Nebeneffekt ist eine Verminderung des Gewichts, da leichte Kunststoffe mit neuen, überlegenen Eigenschaften beispielsweise Glas substituieren. Entsprechend kann Nanogate auf einen großen Kundenstamm aus der Automobilbranche blicken. Als Referenzen werden u.a. Audi, BMW, Continental, Land Rover, Mercedes Benz, Porsche und VW genannt. Im wettbewerbsintensiven Umfeld ist mit einer zunehmenden Penetration der Nanogate-Technologie zu rechnen, weil sich die Hersteller damit auf einfache Art und Weise von der Konkurrenz abheben und zu verhältnismäßig niedrigen Kosten individuelle Produkte kreieren. Dadurch lassen sich speziell im Premium-Segment überdurchschnittliche Qualitätsstandards und Designanwendungen realisieren. Nanogate sieht alleine bei Komponenten aus innovativen Kunststoffen mit glasartigen Eigenschaften ein Marktpotenzial im dreistelligen Millionenbereich

Das Spannende an Nanogate ist, dass sich die Anwendungsbereiche der Veredelungstechnologie noch deutlich ausweiten lassen, sodass das Unternehmen bei einer erfolgreichen Umsetzung auf Jahre hinaus stark wachsen kann. Zielbranchen sind der Maschinen- und Anlagenbau, Gebäude, Elektronik, Haushalt sowie Freizeit. So gelang es Nanogate bei Haushaltsgeräten und im Bereich Energieeffizienz stärker Fuß zu fassen. Für den Gerätehersteller Miele werden Einbauherde mit einer Metallveredelung versehen, die einen besonderen Korrosionsschutz bieten. Eine ähnliche Veredelung wird bei Gas-Brennwertgeräten aus Aluminium für einen international führenden Thermotechnik-Hersteller vorgenommen. Ziel ist die Auftragung eines Korrosionsschutzes und Verlängerung der Lebensdauer. Somit ist es möglich Aluminium als Wärmetauscher einzusetzen und Edelstahl zu substituieren. Dadurch entstehen Kostenvorteile. Innovative Anwendungen für die Möbelindustrie, indem Kunststoff-Oberflächen multifunktional beschichtet werden, ist einer der neusten Märkte. Für einen führenden Zulieferer aus der Möbelindustrie werden Küchenmöbel beschichtet, um deren Kunststoffe glasartige Eigenschaften zu verleihen – dadurch sind bei Küchenmöbeln die Glasfronten ersetzbar. Wie auch in der Automobilindustrie lassen sich mit der Veredelung von Oberflächen neue Produkte schaffen, die einen Wettbewerbsvorteil aufweisen.

Zwei neue Pivotal Points lassen die Aktie ihre kurzfristige Aufwärtstrendstruktur festigen. Das sind Schlüsselpunkte mit bedeutsamen neuen Nachrichten, die noch nicht im Kurs eingepreist waren.

  • Am 07. April gab Nanogate bekannt seine 2015er Umsatzprognose von mind. 84 Mio. Euro mit über 90 Mio. Euro deutlich übertroffen zu haben. Die EBITDA-Guidance von mehr als 9 Mio. Euro wurde mit über 10 Mio. Euro ebenfalls getoppt.
  • Am 27. April kommunizierte Nanogate den Ausblick auf 2016. Die Erlöse sollen bei mehr als 105 Mio. Euro liegen. Damit wurde die mittelfristige Planung eher als erwartet erreicht. Analysten hatten dieses Umsatzlevel erst für 2017 angepeilt. Das EBITDA soll mit 12 Mio. Euro im Rahmen der Erwartungen herauskommen.

Die KUV-Bewertung liegt bei 1,18. Das ist nicht teuer. Das KGV kommt wegen hohen Investitionen noch auf 60, aber dürfte in Richtung 2018 auf 23 sinken, sobald mehr Wert auf die Profitabilität gelegt wird.

Fazit: Ein technologisch spannendes Unternehmen mit gutem Newsflow noch vertretbarer Bewertung. Jetzt hat auch die Charttechnik auf Grün geschaltet!

Hinweis: Im Realgeld-Depot meines Trading-Channels habe ich in dieser Woche auch zwei Nebenwerte neu gekauft. Verfolgen Sie dort mein Vorgehen in der Praxis.

bewerten2 Bewertungen
Durchschnitt: 5,0
Sonntag, 17. April 2016

Warum ich bei Bertrandt eine strategische Position eröffnet habe. Mittelfristig 50%iges Potenzial!

Liebe Trader,

beim Aktien-Trading erzielte ich immer dann die besten Ergebnisse, wenn es mir gelang eine fundamentale Story möglichst frühzeitig zu identifizieren. Daher beschäftigte ich mich mit den Unternehmen selbst und lese aufmerksam die täglich eintrudelnden News. Nur durch diesen sehr zeitaufwendigen Rechercheprozess wird man auf strukturelle Entwicklung, vorherrschende Konsenserwartungen und letztlich aussichtsreiche Storys aufmerksam.

Im Realgeld-Trading-Depot meines Trading-Channels habe ich eine strategische Position in Bertrandt für 10.000 Euro aufgebaut. Ich möchte nachfolgend meine Gedankengänge schildern.

Bertrandt ist ein deutscher Entwicklungsdienstleister mit einem Schwerpunkt auf der Automobilindustrie. Zudem wird der Flugzeugbau adressiert. Immer wenn es um neue Entwicklungen in den Bereichen Interieur, Karosserie, Powertrain, Fahrwerk oder Elektronik geht, kommt das Know How von Bertrandt zum Einsatz. Dabei unterstützt der Engineering-Konzern seine Kunden in allen Prozessschritten von der Konzeption, Konstruktion, Fahrzeugbau bis hin zur Fertigungsplanung sowie dem Serienanlauf. Beispielsweise tritt Bertrandt beim Karosseriebau als Lösungsfinder, Ideengeber und Umsetzer auf, um durch Leichtbau und Aerodynamik eine CO2-Reduzierung zu erreichen. Wegen seiner breiten Aufstellung ist Bertrandt ein Profiteur von vielen strukturellen Trends in der Automobilindustrie:

  • CO2-Emissionsgrenzen sinken und müssen eingehalten werden,
  • Die Nachfrage nach fortschrittlichen Assistenz- und Komfortfunktionen steigt,
  • Neue Antriebstechnologien, wie Brennstoffzellen, Hybrid- und E-Antriebe, gewinnen an Bedeutung,
  • Vernetzung und autonomes Fahren,
  • Die Modellvielfalt wächst.

Diese Trends führen zu einem Wachstum des für Bertrandt relevanten Marktes um 8-11% p.a. über die nächsten Jahre. Denn alle Automobilkonzerne müssen sich diesen Themen widmen. Um im wettbewerbsintensiven Umfeld nicht den Anschluss zu verlieren, werden die F&E-Budgets mindestens stabil bleiben, eher sogar steigen. Global dürfte das Volumen laut McKinsey/VDA bei 100 Mrd. Euro liegen. Auf Deutschland entfallen rund 34 Mrd. Euro. Doch Bertrandt profitiert nicht nur von den allgemein hohen F&E-Budgets, sondern auch von deren zunehmender Fremdvergabe, d.h. Entwicklungsdienstleistungen werden immer häufiger an Spezialisten outgesourct. Das bedeutet, auf Bertrandt kann mehr Budget entfallen auch, wenn die F&E-Ausgaben nur stagnieren. Eine gute Perspektive!

Dass die deutschen Hersteller bei E-Autos einen deutlichen Nachholbedarf haben, beweist Tesla. Die Amerikaner haben mit dem "Tesla Model 3" ein Massenmarkt-E-Auto vorgestellt. Davon ist die deutsche Konkurrenz noch meilenweit entfernt. Bertrandt wird von steigenden F&E-Ausgaben in diesem Bereich profitieren, damit die Hersteller die Lücke zum Wettbewerber schneller schließen können. Ohnehin ist das Unternehmen bei den deutschen OEMs stark positioniert. Wichtigste Kunden mit zweistelligen Erlösanteilen sind BMW, VW, Audi und Porsche. Auf BMW entfallen nach Schätzungen rund 15-20% der Umsätze. Und die Bayern haben erst Mitte März angekündigt auch in den nächsten Jahren viel Geld ausgeben zu wollen. Gut für Bertrandt! Geplant ist:

  • Die Zielquote der F&E-Kosten soll 5-5,5% vom Umsatz sein. Höhere Zielquoten schließt der Vorstand in einzelnen Jahren nicht aus. Weil die Erlöse laut Konsensschätzungen von 95,03 Mrd. Euro auf 102 Mrd. Euro in 2018 zulegen sollen, wird auch bei einer konstanten Quote mehr Geld in F&E investiert.
  • Mit dem "Project I 2.0" strebt BMW die technologische Führerschaft beim autonomen Fahren an.
  • Die Modellpalette wird ausgeweitet und neue Assistenzsysteme eingeführt. So soll der 7er BMW dank Remote Control Parking sogar auf Knopfdruck und ohne Fahrer in der Garage einparken können.
  • Signifikante Weiterentwicklung soll es bei der Diesel-Technologie sowie Brennstoffzellenautos geben. Bei letzterem wird ab 2025 ein Auto für Privatkunden erwartet. Schon jetzt erzielen Testwagen eine Reichweite von 700 Kilometern.

Bertrandt profitiert auch davon, dass in Zukunft mehrere Antriebsformen parallel existieren werden. Und dass BMW seinen Entwicklungsdienstleister austauscht, ist unwahrscheinlich, da Bertrandt ein langjähriges Branchen Know How hat, große Projekte bewältigen kann und auch hochqualifizierte Arbeitskräfte hat, die eher Mangelware sind. Somit kann man bei Bertrandt sogar von einem Burggraben sprechen. Dieser schützt vor nennenswerter Konkurrenz.

Seit Anfang 2015 befindet sich die Bertrandt-Aktie in einer Konsolidierung und hat jetzt ein moderates Bewertungslevel erreicht, das aus meiner Sicht wegen den oben genannten Entwicklungen wieder Aufwärtspotenzial verspricht. Das Unternehmen sollte 2016 einen Umsatz 1,02 Mrd. Euro einfahren. Bis 2018 ist mit einem Anstieg auf 1,18 Mrd. Euro zu rechnen. Zeitgleich dürfte der Nettogewinn von 6,94 Euro/Aktie auf 8,21 Euro/Aktie steigen. Perspektivisch wird die Bewertung bei einem KGV18e von 12 und einem KUV18e von 0,86 liegen. Das ist moderat. In der Vergangenheit wurde Bertrandt schon mit KGVs um 18-20 und einem KUV von 1,4-1,8 gepreist. Das heißt, auf mittelfristige Sicht ist wieder eine Ausdehnung auf diese Bewertungslevels zu erwarten, wenn das Unternehmen die Umsatz- und Ertragssteigerungen realisiert. Die Aktie hätte die Chance auf eine 50%ige Rallybewegung.

Fazit: Mir gefällt die Kombination aus moderater Bewertung und einem strukturell bedingten Branchenwachstum über die nächsten Jahre. Für mich ist Bertrandt die geeignete Aktie mit der sich an den Veränderungen in der Automobilbranche (Digitalisierung, autonomes Fahren, alternative Antriebe, Vernetzung) partizipieren lässt. Daher habe ich eine strategische Position mit einer 10-12%igen Risikotoleranz aufgebaut.

In meinem Trading-Channel können Sie den Bertrandt-Trade und weitere fundamental orientierte Aktien-Trades auf Sicht von Tagen bis Monaten verfolgen.



Jörg Meyer, Hinweis nach WPHG ง34b zur Aufklärung über mögliche Interessenskonflikte: Der Autor dieses Artikels besitzt zum Zeitpunkt der Artikelveröffentlichung Positionen in der vorgestellten Aktie von: Bertrandt.
bewerten2 Bewertungen
Durchschnitt: 5,0
Sonntag, 03. April 2016

Tesla feiert Megaerfolg mit Model 3 - schon 253.000 Vorbestellungen. Diese Zulieferer könnten profitieren!

Liebe Trader,

habt ihr das gelesen? Tesla kreiert den Markt für Elektro-Autos und lässt die deutschen Hersteller am Straßenrand stehen. Das neue Tesla Model 3 für den Massenmarkt schlägt sämtliche Erwartungen. 253.000 Vorbestellungen sind schon eingegangen, obwohl eine Anzahlung von 1.000 USD notwendig ist. Die Elektro-Autorevolution beschleunigt sich. Wie können wir Trader davon profitieren?

Kuka lieferte für die Produktion des Model S schon die Roboter. Vermutlich wird dieser Haus und Hof-Lieferant auch stark vom Kapazitätsausbau für die Model 3-Fertigung in Frage kommen. Neue Millionen-Aufträge sind zu erwarten. Die israelische Mobileye (Kürzel: MBLY) hat wiederum gute Chancen Hardware für die Autopilot-Funktion beizusteuern. Die Software entwickelt Tesla wohl selbst. Laut Reuters soll LG Display (sind börsennotiert) das Display für die Mittelkonsole liefern. Vorteil: Im Automobilmarkt sind die Margen etwas höher. Doch es gibt noch ein deutsches Unternehmen, welches die Wenigsten auf der Rechnung haben dürften. Dabei handelt es sich um Stabilus!

Stabilus ist der global führende Herstellern von Gasfedern und Dämpfern. Diese werden für das geschmeidige Öffnen der Motorhaupe, Heckklappe und sogar Seitentüren verwendet. Apropos Seitentüren: Das Tesla Model X (SUV) hat die Besonderheit über Flügeltüren zu verfügen. Diese öffnen sich nach oben. Für das reibungslose Funktionieren ist die POWERISE-Technik von Stabilus verantwortlich. Des Weiteren soll Stabilus für den elektrischen Heckklappenantrieb und die Gasfedern für die Motorhaupe der Zulieferer sein. Als Marktführer liegt die Vermutung nah, dass Stabilus auch beim Model 3 mit dabei sein dürfte.

Die Aktie zeigt eine schöne Aufwärtsbewegung und gehört zu den charttechnisch stärksten Automobilzulieferern am deutschen Markt. Mit einem KGV16e von 15,8 ist die Bewertung für einen Automobilzulieferer schon recht hoch. Hier spiegelt sich das Wachstumspotenzial bei elektromechanischen Antrieben wider, die zunehmend auch in Volumenmodellen der Mittelklasse eingesetzt werden.

Für uns Trader ist die Bewertung zunächst nebensächlich. Unter kurzfristigen Aspekten bietet es sich an dem nächsten prozyklischen Signal mit einer 5%igen Risikotoleranz zu folgen. Das wäre beispielsweise bei einem Anstieg über 43 Euro der Fall.

Hinweis: In meinem Trading-Channel können Sie verfolgen, wie ich solche Trading-Ideen in der Praxis umsetze.

bewerten5 Bewertungen
Durchschnitt: 5,0
Sonntag, 03. April 2016

Zwei Trading-Ideen für die 14. Kalenderwoche!

Liebe Trader,

ich selbst bin ein Trader, der einen gepflegten Swing-Trading-Stil verfolgt. Es werden charttechnisch und fundamental geprägte Trading-Ideen identifiziert. Diese versuche ich über mehrere Tage und im Idealfall Monate zu spielen. Gerade habe ich meine Trading-Watchlist für den Auftakt der 14. Kalenderwoche erstellt. Zwei Kandidaten für Long-Trades möchte ich nachfolgend aufzeigen:

Zooplus ist der führende eCommerce-Spezialist für Heimtierbedarf. Das Unternehmen adressiert in Europa einen Markt mit rund 25 Mrd. Euro. Auf den Online-Bereich dürften ca. 1,8 - 2 Mrd. Euro entfallen. Davon hat Zooplus nach eigenen Angaben einen gut 50%igen Anteil. Ich gehe davon aus, dass die eCommerce-Quote am Gesamtmarkt in den nächsten Jahren rapide steigen wird. Immer mehr Hautierbesitzer lernen es zu schätzen, dass z.B. das Futter in einem Intervall automatisch nach Hause zugestellt wird. Meistens sind die Preise auch niedriger als im stationären Handel. Zooplus bindet auf diese Weise die Kunden und profitiert auch von anderweitigen Bestellungen mit tendenziell höheren Margen wie Leckerlis, Leinen, Katzenbäumen, Hundebetten, Spielzeug etc. Die hohe Kundenzufriedenheit und der Drang zu erneuten Bestellungen spiegelt sich in einer Kundenloyalitätsrate von 94% wider. Das ist wichtig, weil Zooplus an bestehenden Kunden eine rund 4%ige EBT-Marge verdient, da Akquisitionskosten entfallen. Die Zahl der aktiven Kunden stieg in den letzten Jahren von 1,9 Mio. in 2011 auf 2,7 Mio. in 2013 und 4 Mio. in 2015. Parallel gelang es die Erlöse je Kunde von 126 Euro auf 177 Euro zu heben.

In den nächsten Jahren wird der Konzern auf der Umsatzseite weiter stark zulegen. 2016 werden die Erlöse von 743 Mio. Euro auf über 875 Mio. Euro steigen. 2017 könnten es schon 1,1 Mrd. Euro sein. Zooplus prüft die weitere Expansion in Europa nach England, Spanien sowie Italien mit neuen Distributionszentren. Wegen Logistik- und Marketingaufwendungen ist die Marge noch vergleichsweise niedrig. Im laufenden Jahr soll das EBT bei 14-18 Mio. Euro bzw. bei 2% vom Umsatz landen. Sobald die Kosten sinken, entsteht ein deutlich profitabler eCommerce-Konzern. An dieser Stelle kommen wir zur Charttechnik:

Die Aktie reagierte auf den 2016er Gewinnausblick sehr positiv und brach aus der kleinen Bodenbildung aus – siehe Chart. Der Markt setzt darauf, dass die Guidance konservativ ist. Das könnte gut möglich sein, weil Zooplus auch 2015 mehrmals nachjustieren musste. Mir als Trader gefällt der Konsolidierungsverlauf der letzten Tage sehr gut. Warum? Weil die Aktie relative Stärke aufbaute und nicht auf den Gesamtmarktrücksetzer reagierte. Das spricht aus meiner Sicht für eine baldige Fortsetzung der Impulsbewegung. Ich bin geneigt in der nächsten Woche zu folgen.



In eine charttechnisch spannende Ausgangslage hat sich in den letzten Tagen die Adva manövriert. Adva startete im Februar eine neue Aufwärtsbewegung. Obwohl das Unternehmen für das erste Quartal nur eine Marge von 1-4% prognostizierte, reagierten die Anleger euphorisch. Zum einen wird das Umsatzwachstum mit 22-33% auf 117-127 Mio. Euro sehr hoch bleiben. Zum anderen sollte sich die Marge im Jahresverlauf weiter verbessern. Die zwei wesentlichen Treiber für die zyklische Nachfrage nach mehr Bandbreite sind Cloud und Mobilität. Die Anbindung von Rechenzentren an Glasfasernetze, boomende Cloud-Services, Video-Streaming sowie der Ausbau der Netzbetreiber-Infrastruktur sind konkrete Beispiele. Mit einem 13%igen Marktanteil wird Adva als einer der führenden Anbieter von glasfaserbasierten Ethernet-Zugangslösungen (Ethernet = das vorherrschende Übertragungsprotokoll für moderne Datennetze) profitieren, die u. a. Netzbetreiber für die Kundenanbindung benötigen.

Wesentlich für Adva wird ein Ausbau der Profitabilität sein. Die bereinigte EBIT-Marge sollte sich bis 2017 von über 6,7% auf mehr als 8% ausdehnen. Der Nettogewinn könnte dann bei einem Umsatz von 586,82 Mio. Euro bei 0,84 Euro/Aktie liegen. Ein KUV von 0,88 und KGV17e von 12,5 sind nicht zu teuer, zumal Adva perspektivisch auf eine 10%ige Margen kommen kann. Hinzu kommt, dass 10% der Marktkapitalisierung mit Nettocash unterfüttert sind. Das cashbereinigte KGV17 beträgt nur knapp über 11.

Adva verweilte in den letzten Wochen in einer engen Konsolidierung. In den vergangenen Tagen versuchte die Aktie diese Range zu verlassen. Ermutigend war die relative Stärke am Donnerstag und Freitag, weil keine Reaktion auf den schwachen Gesamtmarkt stattfand. Die Aktie sollte, insofern wir in dieser Woche einen freundliche Marktstimmung erleben, dynamisch loslaufen und ihre relative Stärke nach oben hin entfalten.

Hinweis: In meinem Trading-Channel können Sie verfolgen, wie ich solche Trading-Ideen in der Praxis umsetze.

bewerten6 Bewertungen
Durchschnitt: 5,0
Donnerstag, 12. November 2015

Depothighflyer AT&S mit 140% Buchgewinn. Warum weiteres Rallypotenzial besteht!

Liebe Leser,

ich verfolge einen ganz besonderen Trading-Ansatz. Dieser basiert auf der Identifikation von fundamentalen Storys. Wenn Unternehmen plötzlich eine dynamische Geschäftsentwicklung erfahren oder ein neues Produkt einführen, erregt das meine Aufmerksamkeit. Am liebsten begleite ich Aktien über mehrere Wochen und wenn es perfekt läuft sogar über Jahre. Ein Beispiel für einen Mehrjahres-Trade aus meinem Trading-Channel ist AT&S. Ich hatte die Aktie am 25. September 2013 gekauft. Nachfolgend ist der Screenshot. Betrachten Sie bitte, was meine damalige Begründung war. Denn exakt diese hat selbst nach zwei Jahren nicht an Aktualität verloren. Mir gelang es zu einem sehr frühen Zeitpunkt die Story richtig einzuordnen. Weiter unten schildere ich ausführlich, weshalb die Rally aus meiner Sicht noch nicht beendet ist.



Aktuell steht AT&S bei 15,80 Euro. Ich freue mich über einen vorläufigen Buchgewinn von 140%.

AT&S: Mit zwei neuen Produkten vor Wachstumsschub - 7,2er KGV!

Neue Produkte sorgen in einem kompetitiven Markt für Vorteile. AT&S bringt mit substratähnlichen Leiterplatten eine Evolution und mit IC-Substraten ein neues Fabrik auf den Massenmarkt. Ziel ist es durch deren Einsatz im High-End-Bereich für Wearables sowie Internet of Things-Applikationen ein überdurchschnittliches Wachstum zu realisieren. Schlagen die zwei neuen Produkte erwartungsgemäß ein, dann wird AT&S im Fiskaljahr 2017/18 bei einem Umsatz von über 1 Mrd. Euro einen Nettoertrag von rund 2,19 Euro/Aktie einfahren. Das KGV18e läge bei moderaten 7,2!

Als Träger von elektronischen Bauteilen dürfen Leiterplatten in keinem Elektrogerät fehlen – sie sind das Nervensystem. Die fortschreitende Miniaturisierung in mobilen Geräten, wozu die neusten Generationen von Smartwatches und Virtual Reality-Brillen gehören, sowie wachsende Anforderungen an die Leistungsfähigkeit der Elektronik (z. B. durch fortschrittliche Fahrerassistenzsysteme) lassen die Nachfrage nach Leiterplatten wachsen. Aber auch neue Anwendungen wie Big Data, Cloud Computing, die Kommunikation zwischen Maschinen oder das vernetzte Auto stellen nicht aufhaltbare Technologietrends dar, die wiederum zu einem höheren Anspruch an die Leiterplatte führen. Der globale Markt für Leiterplatten, sogenannte Printed Circuit Boards, war 2013 rund 57,254 Mrd. USD schwer. Das Marktresearchunternehmen Prismark erwartet bis 2018 eine Steigerung auf 71,238 Mrd. USD bzw. 4.5 % p. a. Das höchste Wachstum versprechen über die nächsten Perioden die Segmente IC Substrate, Automotive, Kommunikation sowie Industrie mit jährlichen Steigerungsraten von 4,9 % beim erstgenannten bis zu 12,9 % beim letztgenannten.

Führender Anbieter mit Wachstumsimpulsen bei mobilen Geräte, Automotive und Industrie

Der Leiterplattenmarkt ist von einem Wettbewerb geprägt. Mit Semco, TTM, Compeq, Unmicron und AT&S gibt es gleich mehrere große Vertreter. Durch die Fokussierung auf High-End-Platten – der Markt soll um 4 % p.a. bis 2019 zulegen - verzeichnen die Österreicher mit einer EBIT-Marge von über 13 % einen der höchsten Werte. High-End-HDI-Platten machen grundsätzlich rund 30 % des Gesamtmarktes aus. AT&S selbst hat in diesem Bereich einen 70 %igen Umsatzanteil. Man stellt den Markt quasi auf den Kopf und differenziert sich dadurch vom Durchschnittswettbewerber. Somit profitiert das Unternehmen einerseits vom überdurchschnittlichen Wachstum und andererseits von der traditionell höheren Marge bei High-End-Platten. Mit diesen adressiert AT&S die Märkte mobile Geräte, Automotive, Industrie und Medizin. Dabei müssen die Applikationen über ein Wachstumspotenzial von 10 % verfügen und AT&S eine EBITDA-Marge von rund 20 % ermöglichen. Die Österreicher sind somit sehr konsequent, was die Auswahl an Anwendungen betrifft für die Leiterplatten bereitgestellt werden.

Das reichliche Produktangebot umfasst doppelseitig durchkontaktierte und mehrlagige Leiterplatten, IMS-Platten sowie flexible Leiterplatten. Dadurch ist AT&S gut genug aufgestellt, um schon jetzt von der anziehenden Nachfrage aus verschiedenen Bereichen zu profitieren. Mobile Geräte wie Smartphones, Tablets und Ultrabooks sind allgegenwertig. Smartphones haben mittlerweile einen Formfaktor erreicht, der kaum mehr zulegen dürfte. Gleichzeitig werden immer mehr Features (Fingerabdruckscanner, NFC, HD-Kameras) implementiert. Demnach müssen Leiterplatten zumindest ihre Größe beibehalten und parallel an Leistungsfähigkeit gewinnen. Meistens muss das Design sogar kleiner werden. Beispielsweise ist das bei neuen Wearables-Klassen, wie der Smartwatch, der Fall. Die Apple-Watch hat die Maße 38,6x33m3x10,5 Millimeter. In der nächsten Versionsstufe könnte sie dünner werden und als neue Hardware ein eigenes GPS-Modul erhalten. Durch solche Miniaturisierungen bei gleichzeitig mehr Funktionen werden die Leiterplattenunternehmen in einen harten Innovations-Wettbewerb versetzt. Bisher hat AT&S diesen gemeistert und somit beste Chance vom hohen Wachstumspotenzial bei Wearables zu profitieren. Bis 2018 dürfte der Markt auf 10 – 60 Mrd. USD explodieren.

Doch auch abseits der mobilen Geräte erschließt sich AT&S neue Wachstumsfelder. Fortschrittliche Assistenzsysteme müssen nicht nur die Daten von einer Kamera auswerten und verarbeiten. Heutzutage hängen mehrere HD-Kameras sowie Sensoren an den Systemen. Sie müssen die Umgebung erkennen, interpretieren, dem Fahrer visualisieren und im Notfall eine Alleinentscheidung treffen. Als Konsequenz dieses wachsenden Elektronikanteils nimmt auch der Bedarf an Hochleistungsleiterplatten zu. Durch das selbstfahrende Auto wird dieser Trend verstärkt. Im Industriebereich ist die Vernetzung von Maschinen (M2M) eines der heißesten Themen. Im Rahmen der Industrie 4.0 sollen sie in der Lage sein untereinander Daten in Echtzeit auszutauschen mit dem Ziel den Produktionsprozess effizienter zu gestalten und den Ausschuss zu reduzieren. Auch die Automation der Fertigung wächst. Roboter erhalten in immer mehr Fabriken ihren Einzug. Für AT&S bringt diese Automation sowie Vernetzung in der Industrie die Chance mehr Leiterplatten abzusetzen.

Neue Produkte für das Internet der Dinge (IoT)

30 – 50 Mrd. Dinge sollen bis 2020 miteinander verbunden sein. Das Internet of Things, Internet der Dinge, beschreibt die Vernetzung von sämtlichen Technikgeräten. Der oben genannte M2M-Bereich in der Industrie stellt dabei nur einen Teil dar. Die Automation des Zuhauses, intelligente Beleuchtungen, die Kommunikation von Autos mit der Umgebung, Online-Patientenmonitoring über eine weite Distanz sowie Wearables werden unter IoT subsumiert.

Miniaturisierung und Modularisierung spielen in Zukunft eine wichtige Rolle. AT&S wird zwei neue Produkte auf den Markt bringen, um diesen Trends zu entsprechen und noch stärker vom IoT zu profitieren. In Zusammenarbeit mit dem Chipriesen Intel stieg AT&S in die Fertigung von IC-Substraten ein. Hingegen aus eigener Kraft wird man mit substratähnlichen Leiterplatten eine neue Evolution nach der HDI-Technologie einführen. Insgesamt investiert AT&S 480 Mio. Euro in zwei Werke in Chongqing bis Mitte 2017, um die Fertigung dieser zwei neuen Produkte zu realisieren.

IC-Substrate sind winzige, mehrschichtige Spezialplatten in Mikroprozessoren. Diese werden für die Verbindung von Halbleitern mit der Leiterplatte verwendet. Die typischen Kunden stammen aus der Halbleiterindustrie. Anwendungsgebiete sind High-End-Prozessoren für Computer, Kommunikation, Automobile und die Industrie. Der adressierte Markt dürfte nach Schätzungen von Global Production Value und Prismark bei rund 5,1 Mrd. USD liegen.  Aktuell befindet sich das IC-Substrate-Werk in der Phase der Anlagencharakterisierung. Aktuell plant AT&S den Start der Produktion in 2016, sodass im Fiskaljahr 2016/17 die Massenfertigung hochgefahren wird und auch erste Umsätze entstehen.

Substratähnliche Leiterplatten ermöglichen eine Leistungssteigerung bei gleichzeitiger Reduzierung der Leiterplattengröße. Gegenüber den bisherigen High-End-HDI-Platten weisen sie eine größere Strukturdichte auf. Diese liegt bei rund 30 Mikrometer. Ziel ist das quasi Module entstehen, die miteinander kombiniert werden und kommunizieren. Diese neue Leiterplattengeneration wird die bisherigen Standards, die Any Layer-Leiterplatten, ablösen. AT&S will bei dieser neuen Technologiegeneration von Anfang an dabei sein. Denn wichtigste Einsatzgebiete sind die Wearables und Internet of Things-Applikationen. Derzeit wird dieses zweite Werk in Chongqing gebaut. AT&S plant im zweiten Halbjahr 2016 den Produktionsstart. Merkliche Umsätze sollten ab dem Fiskaljahr 2017/18 resultieren.

Prognoseanhebung für 2015/16

Das aktuelle Geschäftsjahr 2015/16 läuft trotz ausgelasteter Kapazitäten und hoher Investitionen in die neuen Werke sehr erfreulich. Dafür verantwortlich sind ein anhaltender Nachfragebooms bei mobilen Endgeräten, ein zunehmender Bedarf an hochwertigen HDI-Platten,  sowie positiven Währungseffekte.

Zum Halbjahr wurde die Umsatzprognose auf 740 Mio. Euro konkretisiert. Die EBITDA-Marge wird statt in einer Range von 18 – 20 % bei über 19 % erwartet. Der Nettogewinn dürfte gemäß Konsensschätzungen um 1,31 Euro/Aktie liegen. Zu berücksichtigen sind die hohen Aufwendungen im laufenden Jahr. Vor allem das vierte Quartal wird von Materialkosten, Abschreibungen und Personalaufwendungen für den Start der IC-Substrateproduktion geprägt sein und daher tendenziell schwach ausfallen.

Umsatz- und Ertragssprung in 2017/18. KGV nur 7,2

Dynamik in die Erlöse wird bei AT&S ab dem Jahr 2017/18 kommen. Dann werden IC-Substrate und substratähnliche Leiterplatten in Masse produziert. Die Konsensschätzungen implizieren einen Umsatzanstieg auf 1,02 Mrd. Euro. Der Nettogewinn dürfte um 2,19 Euro/Aktie landen. Zeichnet sich ein Eintritt dieses Wachstumsszenario ab, dann wäre AT&S mit einem KGV18e von 7,2 bewertet. Ein 10er KGV wäre angesichts der Wachstumschancen bei Wearables und Internet of Things-Anwendungen sowie selbstfahrenden Autos mindestens angemessen.  Vor diesem Hintergrund läge das Rallypotenzial weiteren 40%. Ich versuche dieses auszuschöpfen.

--> Solche Storys setze ich mit echtem Geld in meinem Realgeld-Trading-Depot im Highperformance-Aktien Channel um!



Jörg Meyer, Hinweis nach WPHG ง34b zur Aufklärung über mögliche Interessenskonflikte: Der Autor dieses Artikels besitzt gerade Positionen in der vorgestellten Aktie von: AT&S.
bewerten4 Bewertungen
Durchschnitt: 5,0
vitrade HTX light