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Information zum Blog
Simon Betschinger
Diplom Volkswirt
Master of Science
Geschäftsführer TraderFox GmbH
Chefredakteur TradeCentre Börsenbrief

Performance
Start: April 2006 mit 100.000 Euro
2006: +58.377 Euro (Bescheinigung)
2007: +367.000 Euro (Bescheinigung)
2008: +140.000 Euro (Bescheinigung)
2009: +362.000 Euro (Bescheinigung)
2010: +236.800 Euro (Bescheinigung)
2011: +70.000 (Bescheinigung)
2012: 142.898,85 (Bescheinigung)
2013: 258.586,98 (Bescheinigung)
2014: +109.136,13 (Bescheinigung)

Hinweis nach WPHG 34b zur Aufklärung über mögliche Interessenskonflikte:
Simon Betschinger handelt regelmäßig mit in diesem Blog besprochenen Wertpapieren und besitzen eventuell Positionen in den genannten Papieren.
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Simon Betschingers Trading Channel besteht aus einem Trading Tagebuch für mittelfristige Strategiebesprechungen und einem Live Trading Ticker für neue Käufe, Verkäufe und kurze Marktkommentare.
Simon Betschinger schrieb am Montag, 12.12. in seinem Trading Tagebuch:
Liebe Leser, iRobot dürfte ein starkes Q4 hinlegen! Nach meiner persönlichen Wahrnehmung werde ich in diesem Jahr das erste Mal überhaut mit den iRobot in meinem alltäglichen Leben regelmäßig konfrontiert. Sei es in LIDL-Prospekten, in TV-Sports ...
Außerdem verfasste er in den letzten Tagen 10 Meldungen in seinem Live Trading Ticker, die unmittelbar an seine Kunden per Mail gesendet wurden:
Live Trading Ticker
24.02. 16:14 Uhr
*******************
24.02. 12:31 Uhr
*******************
24.02. 11:39 Uhr
Ausblick auf US-Eröffnung: Verkauf Check Point Software und Teradyne
24.02. 11:37 Uhr
2500 ABB verkauft zu 21,23
24.02. 11:31 Uhr
1200 GEA Group verkauft zu 37,25
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Der MasterTrader
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Kategorie: Allgemein | 12 Kommentare

Montag, 18. Februar 2013

Die 3D Drucker Revolution, Teil 1 (das theoretische Fundament)

Liebe Leser,

in den zweihundert Jahren seit seinem Bestehen hat uns das kapitalistische System mit revolutionären Änderungen unserer Lebensumstände beglückt. Mit der Erfindung von mechanisierten Maschinen wurden im England des frühen 19. Jahrhunderts die ersten Textilfabriken aus dem Boden gestampft und schon wenige Jahrzehnte später war ordentliche Kleidung keine Mangelware mehr, sondern ein Standardprodukt, das sich ein Großteil der Bevölkerung leisten konnte. Dann hat die Eisenbahn ab den 1840er Jahren sämtliche bestehenden Standortbedingungen über den Haufen geworfen. Jede Eisenbahnverbindung in ein noch unerschlossenes Gebiet induzierte neue Investitionen, weil auf einmal ein Grad der wirtschaftlichen Verflechtung und der Arbeitsteilung möglich war, der eine weitreichende Industrialisierung möglich machte. Einen ähnlichen galoppierenden Fortschritt brachten die Welle der Elektrifizierung und die Erfindung des Automobils ab etwa 1900. Stromleitungen, Kraftwerke und Autofabriken mussten errichtet werden. Zusammen mit den komplexen Zulieferindustrien, die parallel emporstiegen, befand sich die Wirtschaft in einem ständigen Prozess der Wandlung.

Die epochalen Veränderungen im Zeitraum von 1790 bis 1971 bezeichne ich als erste Phase des Kapitalismus, oder genauer gesagt, die kapitalgetriebene Phase des kapitalistisches Systems, in der neue unternehmerische Projekte erst einmal die Investition in Produktivkapital voraussetzen (Firmengebäude, Maschinen,..). 1972 brachte Intel den Mikroprozessor "4004" auf den Markt und startete damit die IT-Revolution. Alles sollte sich ändern. Der Faktor Kapital wurde als maßgeblicher Produktionsfaktor verdrängt und durch Humankapital ersetzt. Allein Kraft ihrer visionären Fähigkeiten und ihrer eigenen intellektuellen Leistungen konnten Unternehmer Garagenfirmen innerhalb kürzester Zeiträume zu Weltkonzernen entwickeln. Die Informationstechnologie markiert somit den ersten Schritt einer Befreiung der menschlichen Kreativität von den Restriktionen des Kapitals. Am Anfang von Microsoft, Google oder Facebook standen keine Milliardeninvestitionen, sondern kluge Köpfe, die aus digitalem Code neue Geschäftsmodelle und neue Produkte erschaffen konnten.

Die 3D Drucker Technologie wird den kreativen Unternehmer endgültig von den Restriktionen des Kapitals befreien. Die digitale Revolution wird nicht mehr auf die Branche der Informationstechnologie (Software, Internet,...) beschränkt sein, sondern die Industrie erreichen. Es kommt nicht von ungefähr, dass die großen, unternehmerischen Erfolgsstorys des letzten Jahrzehnts auf dem Internet aufbauten. Ein Marc Zuckerberg benötige nur einen Computer und einen visionären Verstand, um Facebook zu erschaffen. Es wäre ihm nicht möglich gewesen, ein Geschäftsmodell zu verwirklichen, das zuerst Investitionen in Fabriken, Mitarbeiter und Maschinen voraussetzt. Genau diese Beschränkung des kreativen Unternehmertums auf die Informationstechnologien wird ab voraussichtlich 2020 nicht mehr existieren. Die 3D Drucker Technologie wird die Produktionsmöglichkeiten von Unternehmern exponentiell erhöhen. Aus schöpferischen Gedanken und der Fähigkeit, diese mittels der richtigen 3D-Software in digitale Designs umzusetzen, können komplett neue Produkte entstehen. Die digitalen Designs werden auf Internet-Marktplätzen verkauft und die Käufer dieser Designs, können die komplexen Produkte vom spezialisierten Dienstleistern, die 3D Drucker der neuesten Generation besitzen, materialisieren und sich zusenden lassen.

Das entscheidende Element dieses 3D Druck Herstellungsprozesses ist es, dass der Faktor Kapital, den der klassische Unternehmer erst einmal akkumulieren musste, eliminiert wird. Aus gesellschaftlicher Sicht stehen wir damit vor einer komplett neuen Phase des kapitalistischen Systems. Schon jetzt sind die Auslöser der neuen Wirtschaftsordnung zu spüren. Makroökonomische Phänomene wie konstante Niedrigzinsen oder steigende Geldmengen ohne Inflation sind alle mit einer fundamentalen Entwicklung zu erklären, die von der IT-Revolution losgetreten wurde. Wirtschaftliches Wachstum ist nicht mehr in erster Linie an den Faktor Kapital geknüpft. Die Entwicklung von Software folgt aus kapitalistischer Sicht anderen Spielregeln als der Bau einer Eisenbahnlinie im 19. Jahrhundert. Der Transitionsmechanismus des Kapitals in die Realwirtschaft kam in den letzten beiden Jahrzehnten immer stärker zum Erliegen. Das zeigen die statistischen Datenreihen. Ökonomen weltweit verstehen diese Anomalie noch nicht. Nachdem sie diesen Artikel gelesen haben, wird sich das ändern. Eigentlich wollte ich mit dieser Idee eines Tages promovieren, aber als leidenschaftlicher Unternehmer fehlt mir die Zeit für eine solche wissenschaftliche Tätigkeit.

Henry Ford hat einmal gesagt: ""Wenn ich die Menschen gefragt hätte, was sie wollen, hätten sie gesagt schnellere Pferde." 98% aller Menschen sehen große Veränderungen nicht auf sich zukommen, bevor sie Wirklichkeit werden. Vor 10 Jahren hätte sich vermutlich kaum jemand vorstellen können, mit dem iPad auf dem Sofa zu sitzen und aus einem App-Store kleine Programme herunterzuladen. Steve Jobs hat mit seinen Produkten einen komplett neuen Markt geschaffen, der das BIP der USA und den Wohlstand der US-Bürger spürbar erhöht hat. Wenn man die Menschen heute fragen würde, was sie mit einem 3D Drucker replizieren werden, wird man keine Antwort erhalten. Und das ist vollkommen normal, denn die passenden Produkte werden erst noch von schöpferischen Unternehmern erfunden. Ich versuche einen Blick in die Zukunft zu werfen. 3D Druck wird zwei maßgebliche Trends auslösen:

1. Die komplette Individualisierung von Produkten

Ein Müsli genau mit den richtigen Zutaten kann ich bereits heute im Internet bestellen, genau so wie ich beim Autokauf die Ausstattung individualisieren kann. Das ist aber gar nichts im Vergleich zu dem was mit Hilfe der 3D Drucker Technologie möglich sein wird. Die äußere Gestalt von Produkten wird komplett individualisierbar. Die Nutzer wollen das. Der Kauf von Smartphones, Notebooks, Tablets oder später gar Möbeln und Autors wird mit einer Individualisierungsmöglichkeit der äußeren Erscheinung verbunden sein. 3D Drucker werden dann wie selbstverständlich in den Fabrikationshallen stehen, um im letzten Schritt des Herstellungsprozesses, das individualisierte Design eines Konsumproduktes zu liefern.

2. Neue Produktkategorien werden entstehen, ich tippe im Bereich Robotik
Das größte Potenzial wird die 3D Drucker Technologie mit Produkten entfalten, die es jetzt noch gar nicht gibt, aber die sich speziell aus den Anwendungsmöglichkeiten der Technologie ergeben. Ich wage die Prognose, dass im Bereich Roboter für Konsumenten der Durchbruch mit Hilfe der 3D Drucker Technologie kommen wird. Untenstehend habe ich ein Video der Nao-Roboter eingestellt. Wir sehen hier ein Konsumprodukt der Zukunft, das mit 3D Druckern von erfindungsreichen Unternehmen sehr viel einfacher hergestellt werden kann als heute. Im Bereich Robotik werden sich schöpferischen Möglichkeiten der digitalen Revolution vereinen. Kluge Entwickler sorgen für die Programmierung, kreative Designer für das äußere Erscheinungsbild und die 3D Drucker Technologie wird Roboter für viele Unternehmer produzierbar machen.



Fazit: Mit dem Aufkommen der Informationstechnologie ist der Kapitalismus in seine zweite Phase eintreten. Die Bedeutsamkeit des Faktors Kapital wird sukzessive zurückgehen und durch Humankapital verdrängt. Eine Explosion der Innovations- und Schöpfungskraft wird die Folge sein. Die informationstechnologische Revolution wird auf die industrielle Fertigung übergreifen, weil der Faktor Kapital, der bisher notwendig war, um eine industrielle Produktion zu starten, als notwendiger Investitionsschritt weitgehend ausgeschaltet wird. Die 3D Drucker Technologie als Werkzeug, um aus digitalen Schöpfungen reale Gegenstände zu erzeugen, ist der nächste logische Schritt in der Entwicklungsphase des Kapitalismus.

Hinweis: Die ist der erste Teil meines Artikels zur "3D Drucker Revolution", der das theoretische Fundament für die Technologie erklärt. Der zweite Teil wird einen visionären Blick in die Zukunft werfen welche Anwendungsmöglichkeiten es gibt und wie schnell sich die Technologie verbreiten könnte.
Kommentar von BCK:
So ein Bericht mahnt allerdings eventuelle Anleger eher zur Vorsicht ... Zitat aus anderem Forum: mal so zur Info zu digitalen Druckern. http://www.zdnet.de/88143876/analyst...um-3d-drucker/ zu 3D System "Citron Research konzentriert sich auf Aktien, die es für systematisch und mit betrügerischer Absicht überbewertet hält daher auch der Firmenname. Ihm zufolge hat 3D Systems in den letzten fünf Jahren keinen einzigen technischen Fortschritt erzielt. Seine Produktneuheiten seien fast unveränderte Neuauflagen der Vorgänger."
Kommentar von Simon:
@BCK: In diesem Artikel hier ging es um die 3D Drucker Branche und ihre Perspektive. In welche Aktien jemand investieren sollte oder nicht investieren sollte, darum geht es in diesem Artikel nicht.
Kommentar von uli:
Ich kann mir, wie sicherlich viele andere auch, kaum sinnvolle Anwendungsmöglichkeiten für einen in meinem Besitz befindlichen 3D-Drucker vorstellen, deshalb werde ich mir vorerst auch keinen kaufen. Allerdings musste ich beim lesen dieses Beitrages an die Zeit zurückdenken, als es mit dem Internet los ging. Ich konnte mir damals auch nicht vorstellen, dass jemand das Bedürfnis verspüren würde, kostenlos Inhalte einzustellen und war der Meinung, dass das Ganze wahrscheinlich eine Totgeburt werden würde, weil mir ganz einfach die Fantasie für die Vielzahl der Möglichkeiten fehlte. Simon, du hast mich mit diesem Beitrag zum Nachdenken gebracht, ich halte die von dir antizipierte "Explosion der Innovations- und Schöpfungskraft" für den Bereich der Fertigung realer Erzeugnisse infolge des neuen Werkzeugs 3D-Drucker für möglich.
Kommentar von goldi77:
Keiner brauchte den Computer, keiner brauchte das Internet, keiner brauchte das Handy. Wer sich mal schlau gemacht hat zu dem Thema wird feststellen, dass alleine aus Wettbewerbsgründen und Gründen des "alles Herstellen-Könnens" man an additive manufacturing nicht vorbeikommen wird. Und ein Thema noch zu Citron: der Typ gibt doch in seinem Disclaimer ganz offen zu, dass es seine Aufgabe leerzuverkaufen. Die Argumente von Citron sind teilweise falsch! @Simon: wann ist die Zeit gekommen dass hier bei uns die Alphaform "aufgepustet" wird? Das Thema 3d-Printing ist hierzulande noch nicht angekommen...
Kommentar von BCK:
http://www.deraktionaer.de/aktien-deutschland/3d-systems--der-tag-danach-19299879.htm
Kommentar von Andi765:
Was ist in diesem Zusammenhang von der Konkurrenz der 3D-Drucker Hersteller untereinander zu halten a la Solarworld - alle wollen Solarzellen aber die Konkurrenz drückt den Aktienwert? 2.- was ist von zB Organovo zu halten? Bioprinting von Schnitzeln oder Organen? Sind die nicht viel näher dran an der Revolution mit Abschaffung des Organspendeausweises und der Bekämpfung des Weltproblems: Nahrung?
Kommentar von Trader 10550:
3D Systems kollabiert nach den Zahlen ...und warum?
Kommentar von Trader 12504:
Gab es jetzt per 25.2.2013 eigentlich einen Split der Aktie im Verhältnis 66/100?
Kommentar von Trader 13780:
Wirtschaftswoche 27.02.2013 *** Drucken statt Fräsen *** 3-D-Druck - Maschinenbau öffnet Tür zur Zukunft *** http://www.wiwo.de/unternehmen/industrie/drucken-statt-fraesen-3-d-druck-maschinenbau-oeffnet-tuer-zur-zukunft-seite-all/7850900-all.html
Kommentar von Trader 13780:
Wer in Köln ist und genug Zeit hat, kann es direkt mal ausprobieren und berichten... http://www.wdr2.de/panorama/dreiddruck102.html
Kommentar von Trader 13865:
Heute (05.03.) ein ausführlicher Bericht in der FAZ dazu. Viel Begeisterung, wenig Skepsis. http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/3d-drucker-der-star-trek-replikator-wird-realitaet-12102690.html Sogar Obama wird aus seiner jüngsten Rede zur Lage der Nation zitiert: "3D-Druck wird einen fundamentalen Einfluss auf die Gesellschaft haben - mehr noch als das Internet". Zentrale Aussage des Berichts: "3D-Drucker werden Konsumgütermärkte auf den Kopf stellen. Anstelle von in Massen produzierter Ware werden die Menschen immer mehr Dinge haben, die nach ihren Wünschen entstanden sind. Das könnte zu gigantischen Umwälzungen in den etablierten Lieferketten führen: Je näher am Verbraucher produziert wird, umso entbehrlicher könnten für westliche Industrieländer Hochburgen der Massenfertigung wie China werden. Im Einzelhandel könnten Geschäfte, die auf riesiger Fläche ein möglichst breites Sortiment anbieten, zum Auslaufmodell werden." Schlusszitat des Berichts: "Wir sind dabei, die nächste industrielle Revolution anzuführen." Es scheint nun einen Durchbruch in der Berichterstattung in den breiten Medien zu geben. Kommt nun der Hype?
Kommentar von Trader 10647:
Hallo zusammen, in der Industrie ist der 3D Druck bereits angekommen, Stichwort "Rapid Prototyping". Und wenn man damit zu tun hat, weiß man auch um die Probleme - es gibt eigens für diesen Zweck spezielle Kunststoffe, deren Eigenschafft es ist, eben mit einem 3D Printer verarbeitet werden zu können. Um aus CAD Daten mal schnell ein Muster zu erstellen ist das fein, die sonstigen Materialeigenschaften (wie etwa Festigkeit, Brennbarkeit ...) sind aber so dürftig, dass der Einsatz in einem Produkt, was in den Verkehr gebracht werden soll, heute nicht/kaum möglich ist. Sicherlich wird man an den geeigneten Kunststoffmaterialien noch Verbesserungen erreichen können, um eine allgemeine "Revolution" zu bewirken, ist es aber sicherlich erforderlich auch metallische Materialien drucken zu können. Nur wie das aussehen soll, kann ich mir im Moment nicht recht vorstellen.
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Mittwoch, 06. Februar 2013
Kategorie: Allgemein | 11 Kommentare

Kaffeepausen Kolumne für Börsianer (06.02.2013)

Liebe Trader-Kollegen,

die letzte Woche war anstrengend, vor allem für meine Nerven. Ich bin ja mit einer recht großen Position in 3D Systems investiert. Die Aktie startete vorige Woche eine heftige Korrekturbewegung und mein stolzes Plus von 60% schmolz wieder gefährlich dahin. Aber ich werde vorerst investiert bleiben. In meiner Big Picture Rubrik im TradeCentre Börsenbrief habe ich erläutert, warum 3D Druck womöglich das profitabelste Geschäftsmodell in der Geschichte des Kapitalismus darstellt. Wie einst Rockefeller Petroleumlampen verschenkte, um anschließend sein Öl zu verkaufen, werden auch die 3D Drucker Firmen ihre 3D Drucker günstig an die Konsumenten bringen. Für jede Replikation eines Gegenstandes aus digitalen Daten benötigt man das Rohmaterial, das von der Firma geliefert wird, die den 3D Drucker hergestellt hat. Dieses Geschäftsmodell könnte etablierte Wertschöpfungsketten und industrielle Fertigungsprozesse komplett auf den Kopf stellen.



Das heutige Handelsblatt hielt ein Menge Aufreger für mich bereit. Großprojekte sind in Deutschland offenbar nicht mehr durchführbar. Wir können weder Flughäfen bauen, noch Bahnhöfe. Unglaublich, ich verstehe das nicht. Dann lese ich noch, dass Frankreichs Präsident Francois Hollande den Euro schwächen und eine Steuerung des Wechselkurses herbeiführen will. Sozialismus pur. Etwa 150 Jahre nach dem Erscheinen von "Das Kapital" von Karl Marx haben manche Menschen immer noch nicht begriffen, warum die sozialistische Utopie, Armut und Verfall bringt. Schrecklich!

Der Aktionär titelt in seiner jüngsten Ausgabe: "Kaufalarm: Diese 6 Top-Aktien müssen Sie jetzt haben". Ich bin gespannt welche Aktien ich jetzt haben muss, zumindest aus Sicht von "Der Aktionär". BASF wird genannt. Der Chemiekonzerne will vor allem durch kräftiges Wachstum in den Schwellenländern den Umsatz von 73,5 Mrd. bis 2020 auf 115 Mrd. steigern. Das ist eine einzigartige Wachstumsstory, da bin ich mit den Experten einer Meinung. Aus meiner Sicht ist die deutsche Chemiebranche, allen voran BASF, der größte Profiteur der Globalisierung. Die Produkte von BASF kommen in nahezu allen Industriebranchen weltweit zum Einsatz.

Eine andere Aktie, die man laut "Der Aktionär" jetzt haben muss, ist Kuka. Kuka profitiert vom Trend zur Automation in der industriellen Fertigung. Die Roboter von Kuka kommen insbesondere in der Automobilindustrie zum Einsatz. Der Aktionär schreibt "Mit einem KGV von knapp 16 ist der Titel angesichts der hervorragenden Aussichten nicht zu teuer." Mit dieser Aussage bin ich allerdings nicht einverstanden. Ein KGV von 16 für ein Unternehmen wie Kuka, das sehr stark von Investitionszyklen abhängig ist, ist aus meiner Sicht durchaus als ambitioniert zu bezeichnen. Wenn es zu einer Marktkorrektur kommt, wandert der Fokus der Börsianer sehr schnell von den Chancen eines Geschäftsmodells zu den Risiken.

Rein von der qualitativen Betrachtung der Unternehmen, bin ich mit "Der Aktionär" auf einer Linie. Nur mit dem "jetzt haben müssen", hadere ich etwas. BASF zum Beispiel hatte ich lange Zeit als Investmentposition im Depot. Ich habe die Gewinne jetzt allerdings realisiert. Für meine Investments halte ich mich streng an die Warren Buffett Regel: "Seid gierig, wenn andere ängstlich sind, und seid ängstlich, wenn andere gierig sind". Nach einer ungebremsten DAX-Rally von 6000 auf nahezu 8000 Punkte gehe ich erst einmal keine neuen Investments ein. Ich möchte vorher einen Rücksetzer sehen.

Wenn Ihnen diese Kolumne gefällt, dann freue ich mich über ein "Like" als Belohnung. Wenn Sie diese Kolumne regelmäßig lesen wollen, werden Sie einfach TraderFox-Fan auf Facebook.

Viel Erfolg wünscht
Ihr Simon Betschinger
Kommentar von Trader 12504:
Danke für die interessante Kolumne und Deine Sicht auf die aktuelle Situation. Zum Geschäftsmodell 3D Druck: Rohmaterial soll Margen- und vor allem Massenvolumen bringen. Das ist bei Papierdrucker ja ähnlich. Allerdings sehe ich die Markteintrittsbarrienen, damit die Margen langfristig hoch bleiben können (profitabelste Geschäftsmodell) doch eher in der Technik (3D software und Druckerentwicklung/-herstellung)?
Kommentar von Krixx:
Hallo Simon, also 5 Sterne als Bewertung kannst Du gerne bekommen, aber bei Gesichtsbuch werde ich mich nie im Leben anmelden ... ;) Wie immer schöne Kolumne, wobei die BASF-Story ja nun auch schon etwas älter ist.
Kommentar von gil:
Hast ein "like" bekommen auf Facebook :-)
Kommentar von Simon:
Danke für die Likes. Das ist die Währung dieses Jahrzehnts!
Kommentar von Trader 13747:
Like, aber ich mag Facebook nicht!!!!! ansonsten Gratulation zu Deiner Arbeit...,fg
Kommentar von Sun Tzu:
Hallo Simon, Danke für den interessanten Beitrag. Zum Thema 3D Drucker kann ich, obwohl in DDD investiert, deine Euphorie nicht teilen. Ich bin nicht der Ansicht, dass 3D Drucker ein Massenprodukt werden und irgendwann in jedem Haushalt zu finden sein werden. Seit dieses Thema hier diskutiert wird überlege ich, was solch ein Drucker für mich materialisieren könnte aber mir fällt beim besten Willen nichts ein was man nicht auch für Pfennigbeträge bei Amazon kaufen könnte. Ich denke für Privatanwender wird es 3D Drucker im Copyshop geben um gelegentlich mal eine Handycover oder andere Spielereien zu drucken. Es wird genauso laufen wie bei Farbfotos. Obwohl man Farbfotos mit entsprechendem Drucker in guter Qualität zu Hause drucken könnte, lässt die große Masse ihre Urlaubsbilder im Supermarkt ausdrucken. Und das geschieht zu einem Bruchteil der Kosten die der Eigendruck produzieren würde. 3D Drucker sind IMO im industriellen Bereich interessant um schnell und kostengünstig ein Modell oder Prototyp zu erzeugen, aber hierfür ist der Markt beträchtlich kleiner. Das Zitat, der 3D Druck hätte größere Auswirkungen als die Erfindung des Internet halte ich für ein völlig übertriebenes Hirngespinst. Für DDD und andere 3D Druck Aktien sehe ich unabhängig davon immer noch ein gutes Kurspotential solange dieser Hype in den Medien läuft. Man muss allerdings zum richtigen Zeitpunkt den Ausstieg finden wenn die Ertragsmöglichkeiten der Firmen wieder in den Vordergrund rücken. Herzliche Grüße, Michael
Kommentar von Simon:
Michael, jetzt musste ich aber gerade köstlich lachen. Du bezeichnest den nächsten evolutionären Technologieschritt in der Menschheitsgeschichte, der so zwangsläufig ist wie der morgendliche Sonnenaufgang, als Hirngespinst. Das ist ja fast so gut wie die Aussagen der Ärzte, die nach der Erfindung der Eisenbahn gemeint haben, der Mensch würde bei dieser Geschwindigkeit tot umfallen und darum immer auf Pferden reiten!
Kommentar von Sun Tzu:
Hallo Simon, ich bezweifele dass man die Erfindung von 3D Drucker mit der Erfindung der Eisenbahn vergleichen kann. Future will tell.
Kommentar von Trader 13005:
Hier habe ich etwas Interessantes entdeckt, in Bezug auf mögliche Einsatzmöglichkeiten von 3D Druckern http://www.golem.de/news/defense-distributed-waffendrucker-stellen-30-schuss-magazin-her-1302-97518.html
Kommentar von lufdikus:
Danke für die immer sehr interessanten und wertvollen Beiträge! In Bezug auf 3D Druck muß ich sagen, dass wir (ich arbeite in der Produktentwicklung) den 3D Druck schon sehr intensiv nutzen. Allerdings sind die daraus produzierten Modelle wirklich nur als Anschauungsobjekte zu verwenden. Der Herstellprozeß und die Materialeigenschaften lassen es - zumindest im Moment - nicht zu, die Bauteile wirklich als Ersatz im Alltag zu verwenden. Da werden sicher noch einige technologischen Innovationen nötig sein, um die mechanischen Eigenschaften der Bauteile in Regionen zu bringen, dass man Sie wirklich nutzen kann. Im Moment schätze ich die Qualität solcher Teile niedriger ein als billiges China Spielzeug. Viele Grüße Dieter
Kommentar von Bruno:
Hallo Herr Betschinger, war das nicht 2D-Energy, wo Sie 60% im Plus lagen und trotzdem tapfer gehalten haben ? Jetzt bei 3D Systems wieder 60% ! Ist das bei Ihnen die Normgröße an Performace, oder Zufall ? Die Nervenprobe haben wir gemeinsam durchlebt. Auch ich bin in 3D Systems investiert, aber mit 50% wieder ausgestiegen. Ich möchte gerne billiger wieder einsteigen. Wetten, daß dies gelingt ?
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