Information zum Blog
Simon Betschinger
Diplom Volkswirt
Master of Science
Geschäftsführer TraderFox GmbH
Chefredakteur TradeCentre Börsenbrief

Performance
Start: April 2006 mit 100.000 Euro
2006: +58.377 Euro (Bescheinigung)
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2014: +109.136,13 (Bescheinigung)

Hinweis nach WPHG 34b zur Aufklärung über mögliche Interessenskonflikte:
Simon Betschinger handelt regelmäßig mit in diesem Blog besprochenen Wertpapieren und besitzen eventuell Positionen in den genannten Papieren.

Simon Betschingers Trading Channel besteht aus einem Trading Tagebuch für mittelfristige Strategiebesprechungen und einem Live Trading Ticker für neue Käufe, Verkäufe und kurze Marktkommentare.
Simon Betschinger schrieb am Donnerstag, 31.01. in seinem Trading Tagebuch:
Liebe Trader, die Börse ist ein intellektueller Wettstreit. Jeder Trading-Gewinn ist ein hart errungener Sieg gegen Mr. Market. Ich weiß es vermutlich nur in 5 % aller Fälle besser als Mr. Market. Mit diesem kleinen Vorteil beim Erkenntnisgewinn ...
Außerdem verfasste er in den letzten Tagen 6 Meldungen in seinem Live Trading Ticker, die unmittelbar an seine Kunden per Mail gesendet wurden:
Live Trading Ticker
22.03. 09:44 Uhr
*******************
21.03. 23:59 Uhr
*******************
21.03. 22:14 Uhr
Trading-Depot: Übersicht und Kommentar
19.03. 16:57 Uhr
1000 Match Group gekauft zu 56,77 USD (Nasdaq)
18.03. 19:16 Uhr
The Bullboard Nr. 02 / 2019 (PDF-Format)
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Der MasterTrader
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Kategorie: Allgemein | 19 Kommentare

Dienstag, 03. April 2012

Das Ende des Liberalismus ist der Beginn sozialer Ungerechtigkeit

Liebe Leser,

warum soll der Stadtbewohner, der sich umweltfreundlich verhält und jeden Tag mit der U-Bahn zur Arbeit fährt, dem Landbewohner seine tägliche Fahrt zur Arbeit subventionieren? Dass solche sozialen Ungerechtigkeiten von den Volksparteien bisweilen befördert wurden, um Wählerstimmen zu kassieren, liegt in der Natur der Sache. Dass neuerdings aber auch eine Partei, die sich selbst als liberal bezeichnet, eine Erhöhung der Pendlerpauschale fordert, ist Sinnbild des traurigen Untergangs des politischen Liberalismus in Deutschland. Es gibt keine Partei mehr, die Interessen von liberal denkenden Bürgern überzeugend vertritt. Und es ist sogar noch viel schlimmer: Ich habe den Eindruck, dass kaum noch ein Politiker die Grundphilosophie des Liberalismus versteht. Niemand entlarvt die sozialen Ungerechtigkeiten staatlicher Eingriffe.

Der Begriff "liberale Politik" wird mittlerweile mit sozialer Kälte in Verbindung gebracht, weil es keine politischen Führungsfiguren mehr gibt, die vermitteln können, dass liberale Politik tiefgehende Gerechtigkeit abseits der Presseschlagzeilen ermöglicht. Warum wäre es sozial ungerecht, die ehemaligen Mitarbeiter von Schlecker mit Steuergeldern zu subventionieren und künstlich in Jobs zu halten? Weil dadurch dem Langzeitarbeitslosen eine Chance verbaut wird, endlich in ein festes Beschäftigungsverhältnis zu finden. Das Drogeriegeschäft in Deutschland wird nach der Schleckerpleite nicht schrumpfen. Andere Unternehmen werden anstelle von Schlecker die Marktanteile unter sich aufteilen. Wenn eine Schlecker-Filiale schließt, wird - um ein Beispiel zu nennen- irgendwo anders eine DM Drogeriefiliale aufmachen und neue Mitarbeiter einstellen.

Ein Politiker, der eine Schlecker-Filiale besucht und dort den Mitarbeitern Rettung verspricht, schlägt gleichzeitig einem unbekannten Arbeitslosen, der dringend freie Stellen auf dem Arbeitsmarkt benötigt, ins Gesicht. Der Wutausbruch des SPD-Politikers Kurt Beck bei Maybrit Illner ist Sinnbild für die unglaubliche Arroganz sozialistisch denkender Politiker, die für sich herausnehmen, Menschen nach ihrem eigenen Gutdünken zu bevorzugen oder zu benachteiligen. Der Liberalismus bevorzugt nicht nur die Menschen im Scheinwerferlicht, sondern sieht die Ungerechtigkeiten, die durch staatlich verordnete Bevorzugung entstehen. Leider gib es offenbar keine Politiker mehr, die das verstanden haben und dafür eintreten.

Viele Grüße
Simon Betschinger
Kommentar von khp:
Warum? Weil auch das Landei dem Städter, der seine Pendlerpauschale genauso kassiert, seine U-Bahn mitfinanziert, die ohne die Subventionen des ÖPNV gar nicht fahren würde.
Kommentar von Porch:
Wieso subventioniert der Stadtbewohner den Landbewohner? - er partizipiert doch selbst an einer Erhöhung, teilweise bei kurzen Entfernungen sogar relativ mehr (s.u.). Subventionierung der RV durch die Ökosteuer ist doch der eigentliche Skandal, der in der öffentlichen Diskussion aber wie selbstverständlich hingenommen wird... "Heute kann jeder Arbeitnehmer seine Fahrtkosten wieder ab dem 1. Kilometer geltend machen. Grundsätzlich ist dabei die Art der Fortbewegung unerheblich... Falls Arbeitnehmern durch die Benutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln nachweisliche höhere Kosten als wie die durch die anrechenbare Pendlerpauschale entstehen, können sie diese jedoch in vollem Umfang als Werbungskosten ansetzen."
Kommentar von Wavre:
Das ist eine etwas merkwürdige Vorstellung von Liberalismus. Der Drogerie(Angebots-)Markt wird tatsächlich schrumpfen, und zwar um den Betrag, der nicht von den anderen Drogerien übernommen wird. Statt dessen wird er sich vorraussichtlich weiter konzentrieren, weg von den Dörfern, hin zu den Ballungszentren. Ich kenne mehrere ganz konkrete Fälle von Schlecker-Filialen, die ganz sicher nicht von dm oder sonstwem ersetzt werden. Die Angestellten werden nun arbeitslos, die Dörfer haben keinen Einkaufladen mehr und die Folge ist, das ab jetzt die Dorfgemeinschaft mit dem Auto fahren muss um die Einkäufe zu erledigen. Dieser Tatsache stehen jetzt ca. 10000 Menschen gegenüber, von denen ganz gewiss nicht alle wieder in Lohn und Brot kommen werden, sondern von Sozialhilfe leben werden müssen. Das Gerangel um die Schleckerpleite hat nichts mit Liberalismus zu tun. Liberalismus steht für Freiheit und Chancengleichheit egal welcher Herkunft. Das was die FDP macht, kann man bestenfalls als Sozialdarwinismus bezeichnen.
Kommentar von Trader 10571:
Das ist alles sehr undiffenziert betrachtet. Ich habe jahrelang in der Hauptstadt gelebt und sehr gut bei einer Privatbank verdient. Der Preis meiner Jahreskarte für die Öff. verkehrsmittel war überschaubar. Nun lebe ich schon seit 10 Jahren im ländlichen Bereich der NBL, verdiene in der gleichen Branche viel weniger. Musste mir ein Auto kaufen, was -auch wenn ich es nicht bewege- durch Versicherung, Steuern u.s.w. mehr kostet als meine Jahreskarte. Dazu kommt Benzin /Diesel. Jeden Tag eine lange Fahrt. Alles ist hier teurer. Es ware nur fair, wenn durch eine Erhöhung der Pendlerpauschale eine kleine Entlastung eintritt, auch wenn das irrgendwann an anderer Stelle wieder genommen wird.
Kommentar von Adolescent:
Super Beitrag, thumbs up!
Kommentar von HeJe:
Wenn hier schon das Wort Chancengleichheit fällt, dann muss auch gesagt werden, dass es jedem zusteht, den Wohnort selbst zu wählen. Wer sich dazu entschliesst, die Stadt zu verlassen, profitiert von niedrigeren Grund- und Immobilienwerten. Es ist bestimmt nicht die Aufgabe der Allgemeinheit, den Umstand bzw. den Nachteil des in die Stadt fahren müssens, aufzufangen. Ausserdem gibt es bestimmt auch Busverbindungen zum Arbeitsplatz. Das Argument "ich wohne ausserhalb und muss nun ein Auto haben" zählt nicht!
Kommentar von RussiaTrader:
Über die Höhe der Pendlerpauschale und auch deren Geltungsbereich kann man sich sicherlich streiten. An derer Berechtigung besteht aus meiner Sicht keinerlei Zweifel. Sie ersetzt nur einen überschaubaren Teil der tatsächlichen Fahrtkosten, die ggf. weite Anfahrt und dadurch bedingten Zeitverlust trägt trägt der Arbeitnehmer zusätzlich - sicherlich nicht aus langeweile. Allerdings bin ich auch der Meinung, dass Entfernungen bis etwa 10Km (alte Regelung) durchaus zumutbar sind, und erst ab 10Km die Förderung greifen sollte. Werbungskosten privater Arbeitnehmer wie auch der Unternehmen sollen steuerlich absetzbar sein - alles andere wäre sozial ungerecht. Was "Schlecker" angeht, so bin ich auch gegen eine Auffanggesellschaft - wenn auch mit anderer Begründung. Sehe primär die Sonderbehandlung der "großen" Pleiten gegenüber kleinen Insolvenzen kritisch - nichts als Profilierungsbühne für Politiker. Wenn Entlassenen durch Fortbildungsmaßnahmen etc. geholfen werden soll, dann bitte gleiches Recht ohne Ausnahme für ALLE Arbeitlosen. Für den Erhalt von Arbeitslosengeld würde ich zudem halbtags eine Fortbildungsmaßnahme / gemeinnützige Arbeit zur Pflicht machen, um die Arbeitsunwilligen unter den Arbeitslosen den Reiz der "Arbeitlosigkeit" zu reduzieren.
Kommentar von RussiaTrader:
Über die Höhe der Pendlerpauschale und auch deren Geltungsbereich kann man sich sicherlich streiten. An derer Berechtigung besteht aus meiner Sicht keinerlei Zweifel. Sie ersetzt nur einen überschaubaren Teil der tatsächlichen Fahrtkosten, die ggf. weite Anfahrt und dadurch bedingten Zeitverlust trägt trägt der Arbeitnehmer zusätzlich - sicherlich nicht aus langeweile. Allerdings bin ich auch der Meinung, dass Entfernungen bis etwa 10Km (alte Regelung) durchaus zumutbar sind, und erst ab 10Km die Förderung greifen sollte. Werbungskosten privater Arbeitnehmer wie auch der Unternehmen sollen steuerlich absetzbar sein - alles andere wäre sozial ungerecht. Was "Schlecker" angeht, so bin ich auch gegen eine Auffanggesellschaft - wenn auch mit anderer Begründung. Sehe primär die Sonderbehandlung der "großen" Pleiten gegenüber kleinen Insolvenzen kritisch - nichts als Profilierungsbühne für Politiker. Wenn Entlassenen durch Fortbildungsmaßnahmen etc. geholfen werden soll, dann bitte gleiches Recht ohne Ausnahme für ALLE Arbeitlosen. Für den Erhalt von Arbeitslosengeld würde ich zudem halbtags eine Fortbildungsmaßnahme / gemeinnützige Arbeit zur Pflicht machen, um die Arbeitsunwilligen unter den Arbeitslosen den Reiz der "Arbeitlosigkeit" zu reduzieren.
Kommentar von Trader 10707:
Wenn es eine Partei gäbe, die den Liberalismus konsequent vertreten würde, würde ich sie wählen. Keine Eingriffe des Staates würde auch heißen, keine Bankenrettung durch den Staat! Die FDP vertritt nicht wirklich den Liberalismus, sie fällt sich selber in den Rücken durch Klientel-Politik. Wenn sie sich wenigstens für einen einheitlichen Mehrwertsteuersatz einsetzen würde, schon hier versteht niemand mehr, warum manche Warengruppen einen bestimmten Mehrwertsteuersatz haben.
Kommentar von hg67:
ich möchte mal eine andere Sichtweise in den Raum werfen. Bei der Pendlerpauschale handelt es sich um keine Subvention, sondern nur um die Erstattung der Kosten, die dem pendler entstehen, da der Preis des Mittels Benzin in Deutschland staatlich gesteuert/getrieben ist. Um Arbeit überhaupt noch attraktiv zu halten, werden die damit verbunden Kosten steuerlich geltend gemacht. Ähnlich wie jeder Unternehmer auch seine Kosten "absetzen" kann & die Mehrwertsteuer ihn nicht interessiert. Ist es nicht so, das die Autofahrer z.B. den Sozialstaat subventieren, Krankenkassen ohne staatlichen Zuschuss nicht über die Runden kommen?? Da frage ich mich, weshalb der Pendler hier Leidtragener sein soll. Nicht das man mich falsch versteht: ich bin gegen Subventionen, aber der Pendler ist gegenwärtig das schwächste Glied und autofahren wird für viele unbezahlbar...genauso wenig, haben nicht alle die Möglichkeit in die Stadt zu ziehen um Fahrten zu vermeiden, oder sollen in Zukunft die Arbeitnehmer am besten auf dem Werksgelände leben...??? @trader 10707: oder für einen einheitlichen Steuersatz von z.B. 25%...weshalb wir Arbeit teilweise höher besteuert als Einkünfte aus Kapital...??
Kommentar von zz_marcello:
Ich stimme Simmons Beitrag zu und bin eher über die Kommentare amüsiert. Die Befürworter einer Pendlerpauschale erkennen nach meiner Meinung gar nicht das Gesamtbild eines freien Marktes und des Kapitalismus. Jede staatliche Umverteilung vergrößert den Verwaltungsaufwand, erhöht die Staatsquote und damit die Steuerbelastung für die Allgemeinheit und wird nach Erfahrung der letzten 100 Jahre grundsätzlich auch immer wieder unrechtmäßig in Anspruch genommen bzw. es wird bei der Steuererklärung betrogen. Durch die Pauschale wird die Zersiedlung gefördert, die Hauspreise im ländlichen Raum sind höher als Sie sein müssten und es sind hunderte Steuerangestellte zusätzlich notwendig, um die Steuererklärungen der Bürger abzuarbeiten. Wenn es vor 150 Jahren schon diesen Wahnsinn gegeben hätte, würden wahrscheinlich immer noch die Baumwollweber subventioniert und es gäbe weder Fernsehen noch Internet weil die ultrahohe Steuerbelastung jede Eigeninitiative abgewürgt hätte.
Kommentar von Martin:
@hg67 "weshalb wir Arbeit teilweise höher besteuert als Einkünfte aus Kapital". Weil dem eventuellen Kapital-Gewinn ein Risiko gegenübersteht!?
Kommentar von maddin91:
Das einzige Argument, dass ich in den letzten Tagen für die Pendlerpauschale gelesen habe, ist die Tatsache, dass das Benzin so hoch versteuert wird, der Staat damit also stark am steigenden Benzinpreis mitverdient und damit vielleicht schon gewissermaßen ein Anspruch entsteht, diese Mehreinnahmen wieder auf die autofahrenden Pendler zu verteilen. Allerdings stellt sich hier wieder die Frage, inwiefern wir Bürokratie innerhalb der Bürokratie innerhalb der Bürokratie weiter fördern wollen oder ob wir nicht gleich das Benzin "normal" versteuern und stattdessen alle Pendler-Subventionen streichen. Wäre meiner Meinung nach der beste Weg.
Kommentar von hg67:
@martin: da muss ich aber schmunzeln. Nach deiner Logik dürften Unternehmer dann gar keine Steuern bezahlen? Sorry..das passt doch nicht.. @zz_marcello: ist ja irgendwie eine Henne/Ei Geschichte. Erst die Steuerbelastung (Umverteilung) auf Benzin macht meiner Meinung nach die Pendlerpauschale nötig..
Kommentar von SiRtObY:
Ich lese gerne Simons Komentare, jedoch regiert in diesem hier der Unverstand, was die Pendlerpauschale angeht. Der Werbungskostenabzug ist Ausfluss des allgemeinen Gleichheitssatzes ( 3 GG). Daraus abgeleitet wird das "Objektive Nettoprinzip" der Einkommensbesteuerung bzw. die "Besteuerung nach der Leistungsfähigkeit". Wer anfängt, an der Pendlerpauschale zu rütteln, stellt den Werbungskostenabzug generell in Frage. Ist das gerecht?
Kommentar von SiRtObY:
Ist es nicht viel ungerechter, dass Simons Kapitaleinkünfte (können über den obigen Link eingesehen werden) nur mit 25% zzgl. SolZ besteuert werden? Arbeitnehmer mit Einkommen in entsprechender Höhe zahlen fast das doppelte. In meinen Augen ein klarer Verstoß gegen Art. 3 GG.
Kommentar von zz_marcello:
Auf die Idee, über die viel zu hohen maximalen Einkommenssteuersätze zu diskutieren, kommt in diesem Land anscheinend auch niemand mehr; statt dessen wird argumentativ damit schon wieder eine Erhöhung der Kapitalertragsteuern eingeklagt. In den wirtschaftlich erfolgreichstn Ländern mit dem aktuell größten Wachstum gibt es überhaupt keine Kapitalbesteuerung bei einer gleichzeitig deutlich niedrigeren Einkommensbesteuerung. Fast die gesamte Wirtschaft finanziert sich im Endefekt über den Aktien- und Anleihemarkt; welchen Sinn macht es Diesem mit einer hohen Besteuerung die Liquidität zu entziehen? Außerdem wird Kapital mit aktuell >2,5% Inflation pro Jahr entwertet; die Besteuerung 25% + Soli geht bei 0 los. Das heißt ich brauche >3,5% Jahresrendite pro Jahr nur um am Ende bei 0 zu stehen. Die meisten erfolgreichen Bürger bezahlen also aktuell Kapitalertragsteuerung und haben dabei eine negative Kapitalrendite. Das ist Enteignung der Schaffenden und Mästung der Faulen; Semisozialismus! Egal welche Paragraphen man hoch und runter zitiert.
Kommentar von SiRtObY:
@zz_marcello: Seltsame Auffassung von erfolgreich und faul... Der Kern meiner Argumentation im Hinblick auf den Gerechtigkeitsaspekt wurde nicht erfasst. Jedenfalls erfolgt die Besteuerung der Kapitaleinkünfte nicht ab dem ersten EUR mit dem Abgeltungssteuersatz, sondern wird bei der Einkommensteuer-Veranlagung ggf. auf den individuellen Steuersatz (u.U. 0%) herabgesetzt. Im übrigen: warum soll derjenige, der seinen Lebensunterhalt (ausschließlich) aus Kapitaleinkünften speist, nicht zu einer Ertragsteuer herangezogen werden?
Kommentar von Roman Biehler:
Herr Betschinger, Sie haben vollkommen recht. Die FDP standt früher einmal für Bürgerrechte. Diese Zeit ist leider lange vorbei. Selbst ein Public Viewing bei der EM2012 in Düsseldorf wird abgelehnt, man ist pro Pendlerpauschale, pro Studiengebühren und tut so als wären hiervon die Studenten begeistert usw...
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